Hol das Stöckchen!

Dienstag, 14. Juni 2011

Das Himmel-oder-Hölle-Stöckchen

Filed under: Stöckchen — 124c41 @ 03:01

Huch, da denkt man sich nichts Böses bei den Fellmonsterchen in der Monstermeute, und dann stolpert man über so ein erschütterndes Stöckchen! Hier soll die Frage geklärt werden, ob man in den Himmel oder in die Hölle kommt — für mich als Nichtchristen ist die darauf gegebene Antwort ja meist nicht so erfreulich. Als Maßstab dafür dient die folgende Hinweistafel christlicher Fundamentalisten in einer baptistischen Gemeinschaft:

WARNING TO ALL - Immoral Young People - Immoral Old People - Homos and Lesbos - Beer Addics and Potheads - Sports Fanatics - Eyes That Seek To Lust - Bodies Dressed To Attract Lust - Witches and Occultists - Theives and Greedy People - Atheists and Fake Christians - Stop SINNING Or You Are GUARANTEED To Be In HELL

Na, denn will ich mal…

Immoral Young People / Immoral Old People… puh, habe ich mal wieder einen Masl. Ich bin genau in dem Alter, in dem man unmoralisch sein darf, ohne dafür eine Ewigkeit lang im Hades-Grill des Allmächtigen zu brutzeln.

Homos & Lesbos… puh, heute ich wirklich mein Glückstag, denn ich bin Mann und stehe auf Frauen. Aber wenn ich mir überlege, wie viel Leiden einem diese Frauen bereiten, denn finde ich die Hölle eigentlich gar nicht mehr so unattraktiv. Na ja, deshalb wirds ja auch nie etwas zwischen mir und irgendeiner Frau, deshalb habe ich ja diese tiefe, innige und ausgesprochen befriedigende Beziehung zu meiner rechten Hand.

Beer Addicts & Potheads… puh, was für ein Glück, dass ich mir irgendwann die härteste Droge ausgesucht habe: Den unumnebelten, klaren Verstand, kein Tropfen Alkohol und lustige Zigaretten bestenfalls mal als Passivraucher (und schon das macht ein bisschen dümmer). Und die Droge der Müden und Ermatteten, der putschende Becher starken Kaffees, steht zum Glück nicht auf der Liste.

Sports Fanatics… nee, auch über diese schwere Sünde werde ich nicht in den Folterkeller des gütigen und liebenden Gottes geschoben, denn Sport ist mir natürlicherweise völlig zuwider. Sowohl beim Betreiben als auch beim Zuschauen. Bestenfalls vom Billard kann ich mich als Zuschauer ein bisschen fesseln lassen, und das liegt daran, dass dort nicht so rumgejohlt und nicht so fürchterbar gerannt wird.

Eyes That Seek To Lust… gut, dass ich nicht so ein Augenmensch bin und eher auf Stimmen und Gerüche abfahre. Tatsächlich geht es mir sogar so, dass, wenn ich diese aufgedonnerten, nuttigen Miststücke mit ihrem aufreizenden Augenaufschlägen und ihren scheinbar unwillkürlichen Berührungen erlebe, deren Duft das Elend in die Nase trägt und deren Stimme wie ein Schaben klingt, meine Hoden zurück in den Körper wollen.

Bodies Dressed To Attract Lust… also ehrlich gesagt, würde ich das ja manchmal ganz gerne, aber ich bin dafür mit dem falschen Körper ausgestattet. Ich hätte nie geglaubt, dass meine außerhalb des als hübsch oder gar erotisch empfundenen Bereiches liegenden Körpermerkmale mich einmal vor der Hölle bewahren könnten.

Witches & Occultists… bäh, mit so einem Pack habe ichs manchmal zu tun, aber die nennen sich denn natürlich anders, zum Beispiel Christen. Machen ständig irgendwelche okkulten Zauberhandlungen und wollen damit einen Einfluss auf die sichtbare Welt nehmen, so wie ein Copperfield, der glaubt, dass er wirklich zaubern kann. Und wie genau die abergläubischeren unter ihnen darauf achten, dass sie auch ja die richtigen Worte und Formel bei ihrem Zauber benutzen, und wie penibel ihre Pfaffen noch jene Sprüche ablesen müssen, die sie längst auswendig kennen, damit sie sich auch ja nicht versprechen und der Hokuspokus nicht wirkt. Oh, es ist mir so zuwider! Und hey, es bewahrt mich vor der Hölle. Da werde ich ja langsam hoffnungsfroh.

Theives and Greedy People… und wieder ein Punkt, der mich aus der Hölle zieht, denn ich nehme nur, was mir kampflos gegeben wird und bin auch mit wenig sehr zufrieden. Heute scheint ja wirklich mein Glückstag zu sein.

Atheists and Fake Christians… was, das ist schon der letzte Punkt? Und ich bin kein Atheist und auch kein Christ? Und schon gar kein falscher Christ? Das scheint nicht nur, das ist mein Glückstag. ICH BIN GERETTET VOR DEN FLAMMEN DER CHRISTLICHEN HÖLLE! HALLELUJA!

Ganz rasch das Stöckchen hier vergraben — sonst stolpert noch einer drüber…

Mittwoch, 8. Juni 2011

Was wäre wenn

Filed under: Stöckchen — 124c41 @ 02:03

Drüber gestolpert in Dreamcatcher’s World, aus meinem Tagtraum (in dem ich selbstverständlich immer der große Held bin) aufgewacht, Stock aufgehoben, hier vergraben… sonst stolpert noch jemand darüber.

Wenn Du einen Wunsch offen hättest, welcher wäre es?
Dass es zu meinen trüben Zeiten nur noch einmal Licht wird, bevor die Armee von Feiglingen weiter ihre Stiefel im Schnee probt.

Welche „übersinnliche“ Fähigkeit hättest Du am liebsten?
An liebsten eine gut ausgebildete Telekinese, die es mir ermöglicht, Menschen berührungslos zu ohrfeigen oder zu boxen. Das wäre unentbehrlich für jede Begegnung mit Verkäufern, Werbern, Journalisten, Politikern und anderen Betrügern.

Welches Zauber-Tool aus dem Märchen würdest Du gerne mal ausprobieren?
Den Frosch, der sich in einen Prinzen verwandelt — ich muss unbedingt probieren, ob der Prozess umkehrbar ist…

Mit welchem Märchenhelden kannst Du Dich identifizieren?
Mit absolut keinem. Auch außerhalb der Märchen kann ich mich übrigens mit keinem „Helden“ identifizieren.

Könntest Du in die Vergangenheit reisen, welche Epoche würdest Du Dir aussuchen?
Ich würde die Römerzeit nehmen und ich würde unter den „Barbaren“ in Germanien hausen wollen. Und nachdem ich die schwerfällige, wuchtige Sprache der ollen Germanen gelernt hätte — das braucht bestimmt seine Zeit — gebe ich ihnen alles weiter, was ich heute weiß. Als erstes bringe ich ihnen wohl bei, Heißluftballons zu machen, denn das geht auch gut mit alter Technik. Und dann kriegen die Römer anständig eins auf die Fresse, und die gesamte Geschichte Europas wird alles in allem viel angenehmer. Na ja, bis auf die gesprochenen Sprachen vielleicht…

In welchem Schloss, Burg oder anderen Behausung würdest Du gerne wohnen?
In gar keiner Behausung, die sich die Großräuber der Vergangenheit gebaut haben.

Würdest Du gerne in die Zukunft sehen können? Was würdest Du gerne wissen?
Ich kann ja ein Stück weit in die Zukunft sehen und meistens entspricht diese Sicht dem, was da kommt. Und das gefällt mir schon nicht.

Was würdest Du machen, wenn Du im Lotto gewinnen würdest?
Nichts, denn ich werde nicht im Lotto gewinnen. (Ich sagte doch, ich kann in die Zukunft sehen, aber aus der einfachen Tatsache, dass ich nicht diese Deppensteuer zahle, die man den Leuten als eine staatliche Lotterie verkauft, abzuleiten, dass ich niemals gewinnen werde, ist wohl keine so beeindruckende Leistung. Dabei ist diese Leistung beeindruckend. Mit der Fähigkeit, aus vorhandener Information Schlüsse zu ziehen und dementsprechend zu handeln, hats die Menschheit viel weiter gebracht als mit allem Zauber und allem Gemurmel von Beschwörungen.)

Mit welcher berühmten Person (tot oder lebendig) würdest Du Dich gerne einmal unterhalten?
Mit dem Autor des Voynich-Manuskriptes.

Was müsste dringend erfunden werden?
Ein wirksames Mittel gegen jede Irrationalität.

Dienstag, 24. Mai 2011

Lust-Stöckchen

Filed under: Stöckchen — 124c41 @ 04:03

Huch! Aus der Verbalkanone schießen ja Stöckchen raus. Rasch fangen und hier vergraben…

  1. Lust auf ein Eis?
    Schokolade und Banane, süß und sahnig ungesund, ich werd gerne kugelrund. Klar doch. Aber ich komme so selten zu einem Eis.
  2. Lust auf Grillen?
    Na ja, ich werde nie verstehen, was Leute daran finden, Tierstücke über Holzkohle zu gären. Ich finde es auch seltsam, dass es hier zwar völlig üblich ist, Tiere dafür zu züchten, dass man sie tötet und isst, aber dass es auf der anderen Seite verboten und strafbar ist, Pflanzen dafür zu züchten, dass man sie pflückt und raucht.
  3. Lust auf Schwimmen?
    Wenn ich dabei nicht frieren muss und auch nicht allzuviel schwimmen, sondern treibend vor mich hindümpeln kann, ja, schon.
  4. Lust auf Küssen?
    Ach nee, dieses Gerüssel hat mir noch nie zugesagt.
  5. Lust, nicht nur den Mund zu küssen?
    Was denn sonst noch alles? Die Porzeldrüse der Lieblingsgans? Den Anus? Ach nee…
  6. Lust auf Bücher?
    Seit einigen Jahren sind mir Darreichungsformen von Literatur lieber, die nicht so viel wiegen und sich nach Möglichkeit mit meiner mobilen Datenverarbeitung gut verwenden lassen.
  7. Lust auf außergewöhnliches Essen?
    Das Essen ist mir egal, wenn ich satt werde. Hauptsache, der Bauch wird mit irgendeinem Matsch voll.
  8. Lust auf schnelles Autofahren?
    Bewahre! Nicht nur, dass ich die stinkenden, dröhnfurzenden rasenden Blechsärge für Entmenschte wie die Pest hasse, sie sind auch mit 30km/h schneller als meine Seele. Lieber langsames Radfahren, dicht schließende Stöpsel und die Musik von Sopor Aeternus in den Ohren, damit derweil nicht dröhnende Motoren in die Birne bohren…
  9. Lust auf Träumen?
    Ach nee, da kommt immer so ein Erwachen mit seinen narzisstischen Kränkungen…
  10. Lust zu tanzen?
    Das scheitert meist an der Musik, die für diese Betätigung geboten ist.
  11. Lust auf andere Länder?
    Nein, die Linien in den Landkarten sind mir egal. Aber Lust auf andere Menschen.
  12. Lust auf Technik zuhause?
    Welches zuhause? Aber Technik, die mir dient, ist mir überall willkommen. Und Technik, der ich dienen muss, ist mir überall zuwider.
  13. Lust auf Sex?
    Unerschütterlich ist meine tiefe Beziehung zu meiner Hand.
  14. Lust auf Frauen?
    Je mehr Frauen ich kennenlernen durfte, desto stärker bedauerte ichs, nicht schwul zu sein. Eine Frau will keinen Mann, sondern nur eine Kreditkarte, die den Müll runterbringt. Es gibt wohl keinen Beruf, der einer Frau so sehr liegt wie die Prostitution.
  15. Lust auf Männer?
    Schwierige Frage… aber eigentlich nicht.
  16. Lust auf Schubladendenken?
    So lange die Schubladen dabei so unaufgeräumt wie die in meinem Kopfe sind, warum nicht?!
  17. Lust auf Kaffee?
    Literweise könnte ich die Droge der Müden und Ermatteten in mich kippen.
  18. Lust auf Sport?
    Warum sollte ich? Der Sport ist eine Betätigung für die Leute, die sogar vom Bett zum Kühlschrank noch mit dem Auto fahren würden, wenn dort nur eine Straße gebaut wäre, für Kümmerwaden, die jeden Tag jeden Schritt vermeiden. Die fahren denn mit ihrem rase rase Dröhneblech irgendwo hin, wo sie sich sportlich betätigen können, wo sie zum Beispiel mit klappernder Gehhilfe angestrengt auf asfaltiertem Weg schnell gehen können. Nee, da gehe ich lieber entspannt.
  19. Lust auf Stress?
    Auf keinen!
  20. Lust auf Beziehung?
    Nein. Nicht diese Aufeinanderhocken unter dem Zwang psychischer Handschellen, nicht dieses Projizieren aller unerfüllter Hoffungen eines ganzen Lebens auf einen einzigen anderen Menschen. Die Hölle ist ein Ort voller Beziehung.
  21. Lust auf Zukunft?
    Ich habe meine Zukunft schon hinter mir.

Donnerstag, 19. Mai 2011

Ein Stöckchen III

Filed under: Stöckchen — 124c41 @ 03:41

Und ich dachte immer, so ein kleiner Schmetterling beschäftigt sich mit allerlei nektartriefen Blüten und nicht mit dem stolprigen Geäst, dass in der Bloggosphäre zu Boden fällt — nun gut, rasch das Stöckchen aufsammeln…

  1. <Was hasst Du an Deinem Computer am meisten?
    So lange ich den Dingern, an denen ich so viel Lebenszeit verbringe, selbst das Betriebssystem aufsetzen kann, hasse ich an ihnen eigentlich nichts. Sie tun das, was ich von ihnen erwarte. Na ja, meistens.
  2. Song des Tages?
    Aus aktuellem Anlass ein Stück von mir selbst: „Gammelfleisch“. Das gibts in meinem Album Gespaltene Trockenzeit.
  3. Was ist dein Lieblingsfilm?
    Solaris, natürlich unter der Regie von Tarkowski.
  4. Was ist dein Highlight des Tages?
    Dass ein Scherzbold am Rande der gärend, dröhnend Stadt einen Wegweiser für Radfahrer einfach umgedreht hat und mir so gut achtzig weitere Minuten des rollenden Schwebens durch einen wunderschönen Abend gewährt hat.
  5. Was willst du unbedingt lernen?
    Photosynthese. Essen ist einfach widerlich.
  6. Was hast du zuletzt gekauft?
    Von erbetteltem Geld ein paar Bröckchen Lakritz an einem Kiosk.
  7. Was ist dein Lieblingswetter?
    Sonnenschein bei Temperaturen über 32 Grad Celsius.
  8. Was ist momentan dein wichtigstes Ziel?
    Irgendwie durch meine letzten, stinkenden Lebenstage zu kommen.
  9. Wenn du ein komplett eingerichtetes Haus irgendwo auf der Welt bezahlt bekommen würdest, wo würdest du es hinhaben wollen?
    In einem anderen Sonnensystem, fern der Menschen.
  10. Welches Zitat sollten mehr Leute kennen?
    Auch den letzten Traum zerstört das Fernsehen: Es ist kein Vorteil mehr, Analphabet zu sein. — Hans Joachim Kulenkampff
  11. Wenn du die nächste Stunde irgendwo auf der Welt verbringen könntest, wo wärst du dann gerne?
    An einem warmem, tiefen, gemütlichen Schlammloch.
  12. Was ist dir an Freunden wichtig?
    Stressfreiheit.
  13. Wen würdest du gerne mal treffen?
    Angela Merkel. Zwischen die Augen.
  14. Was ist dein Lieblingsstück in deinem Kleiderschrank?
    Ich habe zwar keinen Kleiderschrank, aber mein liebstes Kleidungsstück ist die total kaputte, farblich undefinierbar gewordene und furzgemützliche Hose, die ich gerade trage.
  15. Was ist dein Traumjob?
    Ich beschäftige mich nicht so gern mit Albträumen.
  16. Was sind deine Lieblingsbands (Künstler)?
    Wenn ich diese Frage erschöpfend beantworte, ist die maximale Länge eines Blogpostings überstiegen, deshalb die verkürzte Liste: 2Raumwohnung, All My Faith Lost (!!!), Anne Clark, Bettina Wegner, Björk, Blue Öyster Cult, Bottom 12 (!!!), Cinema Strange, Covenant, De/Vision, Die Form, Einstürzende Neubauten, Foyers des Arts, Girls Under Glass, Haus Arafna, Kirlian Camera, Ordo Rosarius Equilibrio, Philip Boa, Pink Floyd, Qntal (!!!), Rammstein, Schneewittchen, Sol Invictus, Sopor Aeternus, Spiritual Front, Suicide Commando… ach, ich sortiers mal alphabetisch durch und breche hier ab
  17. Was ist deine Lieblingsgroßstadt?
    Pattensen. Wie, das ist keine Großstadt? Deshalb ja.
  18. Was ist zur Zeit dein Lieblingslied?
    Aerials von System Of A Down — nachdem man es ein paar Jahre nicht gehört hat, tuts wieder weh.
  19. Was ist deine Lieblingsserie?
    Das Testbild. Wird leider nicht mehr ausgestrahlt.
  20. Was hast du gerade an?
    Die weiter oben schon besagte Hose in undefinierbarem Farbton, ein T-Shirt in bunter bunter Batik, darunter Unterwäsche, die gestern schon gewechselt werden wollte. Den direkten Kontakt meiner Füße zum Boden verhindert ein paar Sandalen, die mich aus einer Mülltonne anlachten, und natürlich sind da auch noch löchrige Socken. Auf dem Kopf trage ich einen Streifen Haare, darunter das ewige Traumkino, das jeder kennt.
  21. Was war heute dein Mittagsessen?
    Nichts.
  22. Wann hast du heute Feierabend?
    Niemals und immer.
  23. Welche Farbe hat die Bettwäsche, die gerade aufgezogen ist?
    Die Decke, mit der ich mich gleich zudecken werde, hat ein eigentümliches helles Grün, das schwierig zu beschreiben ist. Es liegt schon am Rande der Farblosigkeit.
  24. Welche Tintenfarbe hat dein Lieblingsstift?
    Ich schreibe nur noch auf Tasten, und wenn ich doch mal einen Stift nehme, ist er meist blau. Früher, als ich noch selbst Dinge hatte, habe ich bevorzugt mit Tinte in kräftigem Pinkton geschrieben, der so gar nicht zum Trübsinn des Geschriebenen passen wollte.
  25. Was würdest du mit 5000€ machen?
    Vermutlich würde ich sie ausgeben, aber vielleicht würde ich vorher ein paar hundert Euro in Zehnern nehmen, die Banknoten zusammenfalten und mich in der Stadt hinstellen wie einer, der Vorüberhetzenden die Werbung in die Hand drückt. Und ich würde mich darüber freuen, wie diese Menschen die Banknote entgegennehmen, aus jener Höflichkeit heraus, die hier allen antrainiert wird, und sie wenige Schritte weiter unbesehen einfach wegschmissen.
  26. Würdest du etwas in deiner Vergangenheit ändern, wenn du die Macht und Möglichkeit hättest?
    Ja, ich würde mich bei gleichen Fähigkeiten ein Kind besitzender Eltern sein lassen. Der Rest wäre von allein gekommen.
  27. Wann hast du dir zuletzt einen Fusel aus dem Bauchnabel gepult?
    Ich glaube, das habe ich noch nie getan. Vermutlich sind meine Klamotten so abgetragen, dass da nichts mehr fusseln kann.
  28. Wann musst du morgens aus dem Bett um pünktlich bei der Arbeit zu sein?
    Keine Arbeit, kein Bett und keine tickende Peitsche am Handgelenk.
  29. Habt Ihr euch schon mal ein Stöckchen ausgedacht?
    Aber klar doch.
  30. Lieblingsschokoladensorte?
    Viel.

Sonntag, 15. Mai 2011

Du-wärst-Stöckchen

Filed under: Stöckchen — 124c41 @ 18:57

Da hilft auch alles Engelslicht nicht, da bin ich doch schon wieder über ein Stöckchen gestolpert. Rasch mal bücken, aufheben und hier vergraben…

Wenn Du eine Wiedergeburt wärst — Tja, denn hätte ich das Vorherige auch vergessen und es änderte nichts in meinem bewussten Dasein.
Wenn du ein Gefühl wärst — Warme, helle Heiterkeit
Wenn du eine Frage wärst — Warum existiert überhaupt Etwas und nicht einfach Nichts? Und was. Hat dieses Etwas dazu gebracht, so breiten breiten Schmerz zu haben?
Wenn Du eine Prophezeiung wärst — Gestern schon, oder länger ist es her, da ging die Welt unter und alle alle sind gestorben… und merken es noch immer nicht im Eisschrank ihrer Herzen.
Wenn du ein Klang oder Musik wärst — Das tieffrequente Knartschen der Kontinentaldrift, der Rhythmus, zu dem die Erde tanzt
Wenn Du ein heiliger Ort wärst — Der Tempel von Eris, auf dem strahlumkränzt auf schlichtem Tische, umgeben von wortvoll mit dem Dunkel Rigenenden das eine heilge Buch liegt, unbefleckt auch nur von einer Ahnung der Tinte, weil nicht einmal Zweie sich auch nur auf ein Wort einen können, das Unaussprechliche zu fassen
Wenn du eine Göttin oder ein Gott wärst — Aton mit den vielen leuchten Händchen seines Lichts
Wenn Du ein Wort wärst — Dunst
Wenn Du ein Schmerz wärst — Das Krämpfchen am Rücken, gut acht Zentimeter oberhalb des Anus, wo das Rad so gern im stille stehn verharrt
Wenn du ein Tier wärst — Ein schwarzbekittelt Schwein mit unverstellter Haltung zu Ernährung, Hygiene, Sexualität und sozialen Konflikten
Wenn du eine Pflanze wärst — Eine Seerose, die im Schlamme verwurzelt zum Lichte gelangt
Wenn du eine Aufgabe wärst — Anderen Menschen die Grunderfahrung des menschlichen Seins vermitteln
Wenn du eine Wahrheit wärst — Das Leben ist kurz, fröhlich und sinnlos
Wenn du eine Lüge wärst — Das Leben ist ewig, schmerzhaft und sinnlos
Wenn du ein Traum wärst — Die farbvolle Erinnerung an ein ungetrenntes Leben, frei von der Anspannung, die Selbste ihr Selbst nennen
Wenn Du ein Gegenstand wärst — Ein Schwert, das zum Pflug umgeschmiedet wurde
Wenn du ein Glauben wärst — Der Glaube, der am Ende jeder Religion liegt, weil die unmittelbare Erfahrung die Meilensteine der Überlieferung wie Staubkörner überspringt
Wenn du eine Farbe wärst — Bunt
Wenn du ein Land wärst — Das Land der Brüder¹, die sich nicht mehr mit den Linien identifizieren, die ihre Großkopferten und sonstigen Irren auf Landkarten zeichnen
Wenn du du selbst wärst — Ein Gespenst, dem Fleisch gewachsen

¹Und auch nicht mit den Linien der politischen Korrektheit, die nach geschlechtsneutralem Ausdruck streben… 😉

Freitag, 6. Mai 2011

Mai-Stöckchen

Filed under: Stöckchen — 124c41 @ 00:23

Leicht in der Anwendung, zumindest für jeden, der des Buchstabierens mächtig ist, ist des Stöckchens Aufnahme, das beim Schatzpummel seine Ablage fand — es ist ein…

Mai-Stöckchen

M wie Müll — das ist das, was ich, wenn die Tage wärmer und die Sonnen länger werden, so überall dort sehen kann, wo es die Menschen schön finden und wo sie schmatzend und schlürfend verweilen und Flaschen und Packungsmaterial hinterlassen, damits auch nicht so schön bleibt.

A wie Auto — das ist das Gerät, mit dem sich die Menschen dorthin bewegen, wo sie es schön finden, mit dem sie des lauen Abends durch die Straßen fahren, um das Gedröhn aus zehntausend Motoren in die Ohren des Vorübergehenden zu blasen, das Ding, in dem sie innen den kleinen Schalter für das Fernlicht haben, das sie so gern anschalten, um den Vorübergehenden zu blenden, wenn er ihnen mit summenden Gedanken und dem ewigen Singen seiner zerbrochenen Seele entgegenkommt, der Blechsarg, in dem sie eine leistungsstarke Batterie und einen wummernd Verstärker haben, womit sie geistlose Musik in die Stille der ersten warmen Tage blasen, damit sie ja nicht die unerträgliche Leere in sich fühlen und auf dieser Grundlage zu leben beginnen; es ist das manische Maschinchen, das sich mit der Niedertracht des Menschen verbrüdert hat, die Welt zu Wüste zu gestalten. Eine Spaß- und Freiheitsmaschine? Vielleicht. Aber nur. Für rohe Gesellen (und Gesellinnen).

I wie Ich — das ist der vorübergehende Zustand des Vorübergehenden und das Spiegelbild des ewigen Kreisens auf der Seele des Selbstverkrampten. Der. Sich momentan ins Schicksal des Erblühens fügt.

So, und jetzt Stöckchen vergraben und husch wieder unter die Kastanie…

Dienstag, 12. April 2011

Konzert-Stöckchen

Filed under: Stöckchen — 124c41 @ 03:16

Gesehen in Skinny’s Blog, rasch danach gebückt, hochgenommen, um es hier zu vergraben…

Was war dein erstes Konzert, auf dem du gewesen bist?
Wenn ich das sage, möchte ich mich vor Scham in ein errötendes Wölklein auflösen, so hochnotpeinlich ist es — denn es war ein Auftritt von Heino. Zu meiner Ehrenrettung kann ich nur anführen, dass ich mitgeschleppt wurde und nicht in einem wehrhaftem Alter, sondern denen, die mich schleppten, ausgeliefert war. Nie wieder Kindheit! Nie wieder Rechtlosigkeit! Nie wieder miese deutsche Schlager!

Was war das beste Konzert, auf dem du je gewesen bist?
Au Mist, das waren so viele verdammt gute, dass ich gar kein Bestes nennen mag. Ein Kandidat war gewiss die Erfüllung meines Jugendtraumes, endlich einmal Jethro Tull live zu erleben. Aber auch eine Anne Clark, die ganz allein und ohne große Lasershow auf einer riesigen Bühne stand und völlig unspektakulär ihre schneidende Stimme in zerlegten Wörtern über die monotonen Pattern legte, dass es einem nur noch die Tränen in die Augen trieb, sie war (und wie ich von andern gehört habe: sie ist noch immer) einfach zum Sterben gut. Und wer nichts gegen Hardcore hat und einmal die Gelegenheit bekommt, Bottom 12 zu hören, sollte sich das nicht entgehen lassen — nur die Whisky-Orgie mit dem Schlagzeuger nach dem Konzert, die hätte ich meinem armen Schädel ersparen sollen. Und dann war da noch Suicide Commando, einfach nur geil! Und Estampie war zumindest vor zehn Jahren live ein unvergessliches Erlebnis. Und niemals vergessen werde ich die Überraschungen unter den vielen völlig unbekannten Bands, die sich in irgendwelchen Kellern auf die Bühne gestellt haben und so über sich hinauswuchsen, dass allen, auch den jüngsten, verklemmtesten, pubertärsten, unreifesten ein beinahe heiliger Schauer aufkam, der sich nie wieder einstellte — Suicide On Saturday hatte einmal so einen Abend, der mir einen ansonsten eher gemiedenen Sound so in den Kopf stanzte, dass ich ihn nicht mehr vergessen kann. Nur schade, dass ich ein Konzert gar nicht richtig mitbekommen habe (so ist das, wenn man sie mitveranstaltet), obwohl es selbst von Weitem klang, als sei es nicht mehr von dieser Welt, und das war Herbstschmerz. Und da soll ich ein Bestes finden? Nein, das geht nicht, ich habe schon sträflich viel hier verschwiegen. Es gab so viele beste Konzerte… 😉

Was war das schlechteste Konzert, auf dem du je gewesen bist?
Unheilig ist einfach nur noch grottig!

Welches wird dein nächstes Konzert?
Nun, mein Lebensstil machts mir nicht leicht, das zu sagen — vermutlich wird es eines Abends der nächsten Wochen in einem unbekannten Keller stattfinden, in dem der Allgemeinheit völlig unbekannte Leute mit diversen Geräuscherzeugern experimentieren. Vielleicht wirds sogar ein gutes Konzert…

Welche Künstler würdest du unbedingt mal gerne live erleben?
Neben den Girls Under Glass, die ich auch irgendwann einmal hören werde, habe ich ja den klammheimlichen Wunsch, dass es einmal eine kleine Veranstaltung mit einem Konzert von Björk gibt, denn ich kann einfach keine großen Aufläufe von meist barbarischem und sich idiotisch aufführenden Publikum mehr ertragen.

An wen gibst du das Stöckchen weiter?
Weitergeben? Das wird hier vergraben, und wer Musik mag, der mags ausgraben.

Montag, 4. April 2011

Bett-Stöckchen

Filed under: Stöckchen — 124c41 @ 18:26

Da will man wachen Auges durch des Netzes Weiten schreiten, und stolperholz strauchelt man ins Bettchen. Bloß rasch das Stöckchen hier vergraben…

Hast du eine Bettwurst?
Eine was? Ich kenne nur Morgenlatte.

Lieblings-Schlafklamotte?
Nackig unter einem Berg von flauschen Decken.

Lieblings-Bettwäsche?
Ein Berg von flauschen Decken zu schützen des Schlafes Nacktheit vor der Kälte.

Lieblings-Schlafposition?
Mit dem Schließmuskel der Augen den Blick vom Wirrsinn der Welt hinfort nach innen gewandt, zum Embryo gerollet — passend ist die Haltung für einen, der des Seins Forderungen nicht 7/24 ertragen kann.

Hast du ein Einschlafritual
Augen schließen und auf die Bewusstlosigkeit warten.

Hast du ein Kuscheltier, Knuddelkissen oder sowas?
Ja, aber es läuft im Traume vor mir weg.

Was machst du, wenn du nicht schlafen kannst?
Ich bleibe einfach widerstrebend bei Bewusstsein.

Wie groß ist dein Bett?
Manchmal so groß wie der kuhfladengekrönte Rasen, manchmal so groß wie das Firmament über mir, und manchmal drohe ich hinauszufallen.

Linke oder rechte Seite?
Im Schlafe mache ich mir um Politik keine Gedanken.

Wie lässt du dich wecken?
Wo der Verbrennungsmotoren bohrend Gedröhn nicht viel zu früh des Schlafes empfindliches Geflecht zerschneidet, da hängen baumvoll die plusterflieder Zwitscherdinger, die laut des Morgens Ruhe zersetzen.

Dein erster Gedanke am Morgen?
Scheiße!

Was machst du, um wach zu werden?
Wo der Kaffee in der Nähe ist, lasse ich ihn in ungesunden Mengen in mich fließen, wo nicht, da warte ich auf dieses Bewusstsein, dass es wiederkomme. Doch dies Bewusstsein. Verhält sich manchen Morgens wie ein glitschig Stückchen Seife in der Dusche, der Grabsch wird leicht zu flutschig, und so setze ich den Traum, den dumpfen Wahn der Nacht, im Tagtraum meines Tages fort.

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