Hol das Stöckchen!

Montag, 16. Dezember 2013

Das geht gar nicht

Filed under: Stöckchen — 124c41 @ 18:48

Mitgenommen beim Roten Blog.

„Das geht gar nicht“ in Bezug auf Essen.
Kohl. Alles an dieser Pflanze bringt mich nachhaltig zum Erbrechen, und zwar schon in sehr geringer Dosis. Vermutlich ist nach den anderthalb Jahrzehnten unter einem gleichnamigen Kofferkanzler mein Abscheu sogar aufs harmlose Blattgemüse übergesprungen. Die kriminellen Machenschaften sind ja auch auf eine ganze Partei übergesprungen. Schlechtigkeit ist infektiös.

„Das geht gar nicht“ in Bezug auf Klamotten.
Mode. Egal welche. Und ansonsten jede Kleidung mit aufdringlich aufgedruckten Logos, die nicht nur mein Leben in das Dasein einer Litfaßsäule verwandeln will, sondern zudem auch noch viel Geld kostet, statt dass mir Geld für die kostenlose Reklame gegeben wird.

„Das geht gar nicht“ in Bezug auf Musik.
Stupide Rockmusik im zwölftaktigen Bluesschema; abgeschaut vom Sang der Sklaven, für die Batterien in industriellen Prozessen beschleunigt und von jeder echten Melancholie befreit, vorgetragen als unbändiger Ausdruck des Freiheitswillens in der Geste eines Abziehbildes, vermarktet von einer freiheitsverachtenden Contentindustrie. Einfallslos seit sechzig Jahren, und endlich und doch viel zu langsam sterbend. Ach ja, Sven Regener (Element Of Crime) geht auch gar nicht

„Das geht gar nicht“ in Bezug auf Duft.
Die Schwaden, die einige Frauen hinter sich her ziehen, um darin ihr Elend zu verbergen; diese Luft aus einem unterklassigen Bordell, mit der sie sich zu schmücken gedenken.

„Das geht gar nicht“ in Bezug auf Jahreszeit.
Herbst. Winter. Frühling. Arschloch.

„Das geht gar nicht“ in Bezug auf Süßigkeiten.
Teilgetrocknete Bestandteile einer „bunten Tüte“, die im Mund zu einer Mischung aus dem Kaugefühl einer Lederschuhsohle und dem Geschmack einer Chemiefabrik werden.

„Das geht gar nicht“ in Bezug auf YouTube.
YouTube ist im Kern kaputt, und es geht jeden Monat ein bisschen kaputter. Irgendwelche Betrugsklitschen verwandeln mit der technokrakischen Hilfe Googles Fantasie-Ansprüche in Geld, und seit man nicht mehr kommentieren kann, ohne einen Account bei Google Plus aufzumachen (mit Realnamenspflicht und Gutsherrenzensur), ist auch die Kommentarfunktion beschädigt. Ach ja, Gutsherrenzensur, die gabs auch so schon lange. YouTube muss sterben! Und. Das so genannte „Geistige Eigentum“ muss sterben! Und natürlich auch alle, die mit diesem gesetzlich geschützten Betrug Geld erpressen.

„Das geht gar nicht“ in Bezug auf McDonald’s.
Dort etwas zu essen oder zu trinken, das geht gar nicht. Klo und Waschbecken sind meist in Ordnung…

„Das geht gar nicht“ in Bezug auf Personen.
Politiker, ihre Schergen (Lehrer, Beamte, Vergewaltigungsangestellte) und herzkalte Seelenkrepel, die in jedem Miteinander jederzeit nur ihren Vorteil suchen, so geldwert wie nur irgend möglich.

„Das geht gar nicht“ in Bezug auf öffentliche Personen.
Alle Mitglieder der CDUSPDCSUFDPGRÜNETC. Auch die kleinen Stimmviecher mit Parteibuch und verblühenden Illusionen von einer besseren Welt. Schlechter Umgang verdirbt jeden Charakter.

„Das geht gar nicht“ in Bezug auf Haare.
Haare auf den Zähnen… :mrgreen:

„Das geht gar nicht“ in Bezug auf Party.
Ich kann diese verkackten „Parties“ nicht mehr ertragen, deren Veranstalter versuchen, ein politisches Anliegen zu transportieren, aber in Wirklichkeit nur für massenhaft Bier, Schnaps, Kiffecken und hirnlose Funktionsmusik sorgen. Wenn sie wenigstens im Verlaufe einer solchen Nacht nur für zehn Minuten die Frage in den Raum würfen, was es denn eigentlich zu feiern gibt!

„Das geht gar nicht“ in Bezug auf Auto.
Jedes Auto geht gar nicht. Es fährt. Stinkend und lärmend lässt es in der Zeit eine Schneise der Verwüstung hinter sich. Unter allen technischen Errungenschaften der letzten zweihundert Jahre dürfte das Auto die sinnloseste und destruktivste Sache sein — es hat nicht nur die üblichen ökologischen Technikfolgen gehabt, sondern es hat den Zusammenhalt der Menschen zerrissen.

„Das geht gar nicht“ in Bezug auf Eltern.
Da ich keine Eltern habe (nur Produzenten), kann ich dazu nicht viel sagen. Aber aus der Beobachtung anderer Eltern glaube ich sagen zu können, dass generell Mütter gar nicht gehen…

„Das geht gar nicht“ in Bezug auf Instagram.
Was ist das? Ach so, dieses Flickr für Leute, die keine richtige Bildbearbeitung bedienen können. Habe ich nie gebraucht.

Und was sonst so nicht geht?
Sozialpädagogen, Esoteriker, Grüne-Wähler, Stalinfans, Hitlerfans, Merkelfans, Fußballfans, Fans, Werber und sonstige professionelle Lügner und Hirnficker, Lehrer, SPD-Wähler, mein friedliches Umschauen mit Schwafelschwall unterbrechende Verkäufer, Gleichheit durch Ungleichheit erzwingen wollende Feminist_innen, Bankmitarbeiter, Versicherer, Versicherungsmitarbeiter, Spammer, Stechmücken, Hundescheiße an den Schuhen und die Sozialdemokratische Partei Deutschlands.

Und zum Schluss noch etwas, was immer geht:

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Sonntag, 8. Dezember 2013

Zehn Dinge, die du im nächsten Jahr erwartest

Filed under: Stöckchen — 124c41 @ 17:42
  1. Ich erwarte, dass die Sonne wieder lang und der Tag wieder warm wird, und dass ich schon im Februar damit beginne, in den Gärten anderer Menschen einfache Arbeiten zu machen, um im späten Sommer einen Bauch voll Pflaumen, Äpfel und Gemüse zu haben. Ja, ich erwarte, dass die blöde Erdachse so geneigt bleibt, wie sie ist.
  2. Und ich erwarte, dass auf die sich verlängernde Sonne eine sich verkürzende Sonne folgt, neue Kälte und Dunkelheit, neue nasse Schwärze, die nach der Seele greift. Freund Hein hat immer zu tun.
  3. Und ich erwarte, dass A. Nahles Bundesministerin in einer großen Koalition wird. Sie hat schließlich gesagt: „Hartz IV war im Kern richtig“. Ihre Kollegen und Kolleginnen werden U. von der Leyen, H.-P. Friedrich, S. Gabriel und W. Schäuble heißen. Wohl dem, der nichts mehr fühlt; ein Segen ist der Tod geworden.
  4. Und ich erwarte, dass die Geheimdienste der Staaten weiterhin alles tun, um alle Menschen in den Staaten permanent und anlasslos unter Kontrolle zu haben. Wegen der Sicherheit. Der Staatssicherheit. Also: Der Sicherheit des Staates (und aller Profiteure dieses Systems). Vielleicht gibt es sogar Neuwahlen im heißen, irrationalen Fußballrausch.
  5. Und ich erwarte, dass sich alle Politik daran ausrichtet, Geldbesitz zu mehren, Armut zu zementieren, Freiheit zu ersticken, und. Angst zur Hauptsache der Gesellschaft zu machen, damit der Kopf in Lähmung liegt und die Hand schlaff wird.
  6. Und ich erwarte, dass geistig gesunde, erwachsene Menschen im Sommer damit anfangen, im Bierdunst Leinwände und Fernseher anzuschreien, in denen sie Menschen nach Bällen treten sehen. Dazu wird die Flagge im Wind geschwenkt, dem Land geht es gut, und die meisten Menschen haben (zunehmend weniger) Brot und (immer mehr und aufwändiger präsentierte) Spiele.
  7. Und ich erwarte, dass die Verarmung eines immer größer werdenden Anteils der Menschen in Europa mit voller Gewalt auf Frankreich übergreift, dass es dort zu Aufständen kommt, die mit Waffengewalt niedergeschlagen werden.
  8. Und ich erwarte, dass Menschen weiterhin die Diktatur des Geldes eine Demokratie nennen werden, und dass sie weiterhin die Gewalt einer kleinen Clique mit Politik verwechseln. Kurz: Dass sie weiterhin die Propaganda für Wahrheit halten, und. Die Wahrheit für Propaganda, weil ihnen die Propaganda diese Lüge jeden Tag in die Hirne und Psychen beizt.
  9. Und ich erwarte, dass es Kriege gibt, die vorgeblich aus den besten Absichten geführt werden, die aber in Wirklichkeit staatlich betriebener Raubmassenmord sind. Aber das. Ist nichts Neues.
  10. Und ich erwarte schließlich, dass weiterhin die Wände der Schulen verschimmeln, während die barocke Pracht der Kirchen mit Steuergeldern — nein: Nicht die Kirchensteuer — erhalten wird; dass klugen, langsam und methodisch vorgehenden Geistern kein Platz in der medialen Öffentlichkeit gegeben wird, während jeder irrationale Brüllhansel durch die Talkshows gezogen wird; dass Wissen, Erfahrung und Können als Nichts gewertet werden, während die gut dargebrachte Lüge mit Geld und Anerkennung belohnt wird; dass Schreibtischtäter sich „Leistungsträger“ nennen und mit dieser Selbstbenamsung Geld und Privilegien einfordern und bekommen, während Putzfrauen und Pflegekräfte kaum noch wohnen können; dass es mindestens sechs „Brennpunkte“ mit höchstaktuellem Panikton im Staatsfernsehen zu alles in allem gewöhnlichen Wetterereignissen gibt, während die Gesellschaft in Flammen steht; dass die Menschen Farmville spielen und ihren Industriefraß aus dem Supermarkt kaufen und dass ausgerechnet jene (oft deutlich) Über-Sechzigjährigen in den Medien von der Zukunft des Landes sprechen, die ihre Zukuft längstschon hintersich haben. Gruß auch an Helmut Schmidt!

Und zu guter Letzt erwarte ich, dass die Leute zu Silvester feiern, dass sie einen neuen Kalender brauchen, dass sie saufen und knallen und ganz kindisch hoffen, dass sich durch den Wechsel einer Jahreszahl irgendetwas verändern würde — bis sie schließlich mit ihrem Neujahrskopf aufwachen, ihre Füße durch den Knallmüll der Straßen bewegen, „um etwas Luft zu schnappen“ und sich schließlich wieder hinlegen. Hoffend. Und. Wartend. Auf irgendwas.

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