Hol das Stöckchen!

Dienstag, 24. Mai 2011

Lust-Stöckchen

Filed under: Stöckchen — 124c41 @ 04:03

Huch! Aus der Verbalkanone schießen ja Stöckchen raus. Rasch fangen und hier vergraben…

  1. Lust auf ein Eis?
    Schokolade und Banane, süß und sahnig ungesund, ich werd gerne kugelrund. Klar doch. Aber ich komme so selten zu einem Eis.
  2. Lust auf Grillen?
    Na ja, ich werde nie verstehen, was Leute daran finden, Tierstücke über Holzkohle zu gären. Ich finde es auch seltsam, dass es hier zwar völlig üblich ist, Tiere dafür zu züchten, dass man sie tötet und isst, aber dass es auf der anderen Seite verboten und strafbar ist, Pflanzen dafür zu züchten, dass man sie pflückt und raucht.
  3. Lust auf Schwimmen?
    Wenn ich dabei nicht frieren muss und auch nicht allzuviel schwimmen, sondern treibend vor mich hindümpeln kann, ja, schon.
  4. Lust auf Küssen?
    Ach nee, dieses Gerüssel hat mir noch nie zugesagt.
  5. Lust, nicht nur den Mund zu küssen?
    Was denn sonst noch alles? Die Porzeldrüse der Lieblingsgans? Den Anus? Ach nee…
  6. Lust auf Bücher?
    Seit einigen Jahren sind mir Darreichungsformen von Literatur lieber, die nicht so viel wiegen und sich nach Möglichkeit mit meiner mobilen Datenverarbeitung gut verwenden lassen.
  7. Lust auf außergewöhnliches Essen?
    Das Essen ist mir egal, wenn ich satt werde. Hauptsache, der Bauch wird mit irgendeinem Matsch voll.
  8. Lust auf schnelles Autofahren?
    Bewahre! Nicht nur, dass ich die stinkenden, dröhnfurzenden rasenden Blechsärge für Entmenschte wie die Pest hasse, sie sind auch mit 30km/h schneller als meine Seele. Lieber langsames Radfahren, dicht schließende Stöpsel und die Musik von Sopor Aeternus in den Ohren, damit derweil nicht dröhnende Motoren in die Birne bohren…
  9. Lust auf Träumen?
    Ach nee, da kommt immer so ein Erwachen mit seinen narzisstischen Kränkungen…
  10. Lust zu tanzen?
    Das scheitert meist an der Musik, die für diese Betätigung geboten ist.
  11. Lust auf andere Länder?
    Nein, die Linien in den Landkarten sind mir egal. Aber Lust auf andere Menschen.
  12. Lust auf Technik zuhause?
    Welches zuhause? Aber Technik, die mir dient, ist mir überall willkommen. Und Technik, der ich dienen muss, ist mir überall zuwider.
  13. Lust auf Sex?
    Unerschütterlich ist meine tiefe Beziehung zu meiner Hand.
  14. Lust auf Frauen?
    Je mehr Frauen ich kennenlernen durfte, desto stärker bedauerte ichs, nicht schwul zu sein. Eine Frau will keinen Mann, sondern nur eine Kreditkarte, die den Müll runterbringt. Es gibt wohl keinen Beruf, der einer Frau so sehr liegt wie die Prostitution.
  15. Lust auf Männer?
    Schwierige Frage… aber eigentlich nicht.
  16. Lust auf Schubladendenken?
    So lange die Schubladen dabei so unaufgeräumt wie die in meinem Kopfe sind, warum nicht?!
  17. Lust auf Kaffee?
    Literweise könnte ich die Droge der Müden und Ermatteten in mich kippen.
  18. Lust auf Sport?
    Warum sollte ich? Der Sport ist eine Betätigung für die Leute, die sogar vom Bett zum Kühlschrank noch mit dem Auto fahren würden, wenn dort nur eine Straße gebaut wäre, für Kümmerwaden, die jeden Tag jeden Schritt vermeiden. Die fahren denn mit ihrem rase rase Dröhneblech irgendwo hin, wo sie sich sportlich betätigen können, wo sie zum Beispiel mit klappernder Gehhilfe angestrengt auf asfaltiertem Weg schnell gehen können. Nee, da gehe ich lieber entspannt.
  19. Lust auf Stress?
    Auf keinen!
  20. Lust auf Beziehung?
    Nein. Nicht diese Aufeinanderhocken unter dem Zwang psychischer Handschellen, nicht dieses Projizieren aller unerfüllter Hoffungen eines ganzen Lebens auf einen einzigen anderen Menschen. Die Hölle ist ein Ort voller Beziehung.
  21. Lust auf Zukunft?
    Ich habe meine Zukunft schon hinter mir.

Donnerstag, 19. Mai 2011

Ein Stöckchen III

Filed under: Stöckchen — 124c41 @ 03:41

Und ich dachte immer, so ein kleiner Schmetterling beschäftigt sich mit allerlei nektartriefen Blüten und nicht mit dem stolprigen Geäst, dass in der Bloggosphäre zu Boden fällt — nun gut, rasch das Stöckchen aufsammeln…

  1. <Was hasst Du an Deinem Computer am meisten?
    So lange ich den Dingern, an denen ich so viel Lebenszeit verbringe, selbst das Betriebssystem aufsetzen kann, hasse ich an ihnen eigentlich nichts. Sie tun das, was ich von ihnen erwarte. Na ja, meistens.
  2. Song des Tages?
    Aus aktuellem Anlass ein Stück von mir selbst: „Gammelfleisch“. Das gibts in meinem Album Gespaltene Trockenzeit.
  3. Was ist dein Lieblingsfilm?
    Solaris, natürlich unter der Regie von Tarkowski.
  4. Was ist dein Highlight des Tages?
    Dass ein Scherzbold am Rande der gärend, dröhnend Stadt einen Wegweiser für Radfahrer einfach umgedreht hat und mir so gut achtzig weitere Minuten des rollenden Schwebens durch einen wunderschönen Abend gewährt hat.
  5. Was willst du unbedingt lernen?
    Photosynthese. Essen ist einfach widerlich.
  6. Was hast du zuletzt gekauft?
    Von erbetteltem Geld ein paar Bröckchen Lakritz an einem Kiosk.
  7. Was ist dein Lieblingswetter?
    Sonnenschein bei Temperaturen über 32 Grad Celsius.
  8. Was ist momentan dein wichtigstes Ziel?
    Irgendwie durch meine letzten, stinkenden Lebenstage zu kommen.
  9. Wenn du ein komplett eingerichtetes Haus irgendwo auf der Welt bezahlt bekommen würdest, wo würdest du es hinhaben wollen?
    In einem anderen Sonnensystem, fern der Menschen.
  10. Welches Zitat sollten mehr Leute kennen?
    Auch den letzten Traum zerstört das Fernsehen: Es ist kein Vorteil mehr, Analphabet zu sein. — Hans Joachim Kulenkampff
  11. Wenn du die nächste Stunde irgendwo auf der Welt verbringen könntest, wo wärst du dann gerne?
    An einem warmem, tiefen, gemütlichen Schlammloch.
  12. Was ist dir an Freunden wichtig?
    Stressfreiheit.
  13. Wen würdest du gerne mal treffen?
    Angela Merkel. Zwischen die Augen.
  14. Was ist dein Lieblingsstück in deinem Kleiderschrank?
    Ich habe zwar keinen Kleiderschrank, aber mein liebstes Kleidungsstück ist die total kaputte, farblich undefinierbar gewordene und furzgemützliche Hose, die ich gerade trage.
  15. Was ist dein Traumjob?
    Ich beschäftige mich nicht so gern mit Albträumen.
  16. Was sind deine Lieblingsbands (Künstler)?
    Wenn ich diese Frage erschöpfend beantworte, ist die maximale Länge eines Blogpostings überstiegen, deshalb die verkürzte Liste: 2Raumwohnung, All My Faith Lost (!!!), Anne Clark, Bettina Wegner, Björk, Blue Öyster Cult, Bottom 12 (!!!), Cinema Strange, Covenant, De/Vision, Die Form, Einstürzende Neubauten, Foyers des Arts, Girls Under Glass, Haus Arafna, Kirlian Camera, Ordo Rosarius Equilibrio, Philip Boa, Pink Floyd, Qntal (!!!), Rammstein, Schneewittchen, Sol Invictus, Sopor Aeternus, Spiritual Front, Suicide Commando… ach, ich sortiers mal alphabetisch durch und breche hier ab
  17. Was ist deine Lieblingsgroßstadt?
    Pattensen. Wie, das ist keine Großstadt? Deshalb ja.
  18. Was ist zur Zeit dein Lieblingslied?
    Aerials von System Of A Down — nachdem man es ein paar Jahre nicht gehört hat, tuts wieder weh.
  19. Was ist deine Lieblingsserie?
    Das Testbild. Wird leider nicht mehr ausgestrahlt.
  20. Was hast du gerade an?
    Die weiter oben schon besagte Hose in undefinierbarem Farbton, ein T-Shirt in bunter bunter Batik, darunter Unterwäsche, die gestern schon gewechselt werden wollte. Den direkten Kontakt meiner Füße zum Boden verhindert ein paar Sandalen, die mich aus einer Mülltonne anlachten, und natürlich sind da auch noch löchrige Socken. Auf dem Kopf trage ich einen Streifen Haare, darunter das ewige Traumkino, das jeder kennt.
  21. Was war heute dein Mittagsessen?
    Nichts.
  22. Wann hast du heute Feierabend?
    Niemals und immer.
  23. Welche Farbe hat die Bettwäsche, die gerade aufgezogen ist?
    Die Decke, mit der ich mich gleich zudecken werde, hat ein eigentümliches helles Grün, das schwierig zu beschreiben ist. Es liegt schon am Rande der Farblosigkeit.
  24. Welche Tintenfarbe hat dein Lieblingsstift?
    Ich schreibe nur noch auf Tasten, und wenn ich doch mal einen Stift nehme, ist er meist blau. Früher, als ich noch selbst Dinge hatte, habe ich bevorzugt mit Tinte in kräftigem Pinkton geschrieben, der so gar nicht zum Trübsinn des Geschriebenen passen wollte.
  25. Was würdest du mit 5000€ machen?
    Vermutlich würde ich sie ausgeben, aber vielleicht würde ich vorher ein paar hundert Euro in Zehnern nehmen, die Banknoten zusammenfalten und mich in der Stadt hinstellen wie einer, der Vorüberhetzenden die Werbung in die Hand drückt. Und ich würde mich darüber freuen, wie diese Menschen die Banknote entgegennehmen, aus jener Höflichkeit heraus, die hier allen antrainiert wird, und sie wenige Schritte weiter unbesehen einfach wegschmissen.
  26. Würdest du etwas in deiner Vergangenheit ändern, wenn du die Macht und Möglichkeit hättest?
    Ja, ich würde mich bei gleichen Fähigkeiten ein Kind besitzender Eltern sein lassen. Der Rest wäre von allein gekommen.
  27. Wann hast du dir zuletzt einen Fusel aus dem Bauchnabel gepult?
    Ich glaube, das habe ich noch nie getan. Vermutlich sind meine Klamotten so abgetragen, dass da nichts mehr fusseln kann.
  28. Wann musst du morgens aus dem Bett um pünktlich bei der Arbeit zu sein?
    Keine Arbeit, kein Bett und keine tickende Peitsche am Handgelenk.
  29. Habt Ihr euch schon mal ein Stöckchen ausgedacht?
    Aber klar doch.
  30. Lieblingsschokoladensorte?
    Viel.

Sonntag, 15. Mai 2011

Du-wärst-Stöckchen

Filed under: Stöckchen — 124c41 @ 18:57

Da hilft auch alles Engelslicht nicht, da bin ich doch schon wieder über ein Stöckchen gestolpert. Rasch mal bücken, aufheben und hier vergraben…

Wenn Du eine Wiedergeburt wärst — Tja, denn hätte ich das Vorherige auch vergessen und es änderte nichts in meinem bewussten Dasein.
Wenn du ein Gefühl wärst — Warme, helle Heiterkeit
Wenn du eine Frage wärst — Warum existiert überhaupt Etwas und nicht einfach Nichts? Und was. Hat dieses Etwas dazu gebracht, so breiten breiten Schmerz zu haben?
Wenn Du eine Prophezeiung wärst — Gestern schon, oder länger ist es her, da ging die Welt unter und alle alle sind gestorben… und merken es noch immer nicht im Eisschrank ihrer Herzen.
Wenn du ein Klang oder Musik wärst — Das tieffrequente Knartschen der Kontinentaldrift, der Rhythmus, zu dem die Erde tanzt
Wenn Du ein heiliger Ort wärst — Der Tempel von Eris, auf dem strahlumkränzt auf schlichtem Tische, umgeben von wortvoll mit dem Dunkel Rigenenden das eine heilge Buch liegt, unbefleckt auch nur von einer Ahnung der Tinte, weil nicht einmal Zweie sich auch nur auf ein Wort einen können, das Unaussprechliche zu fassen
Wenn du eine Göttin oder ein Gott wärst — Aton mit den vielen leuchten Händchen seines Lichts
Wenn Du ein Wort wärst — Dunst
Wenn Du ein Schmerz wärst — Das Krämpfchen am Rücken, gut acht Zentimeter oberhalb des Anus, wo das Rad so gern im stille stehn verharrt
Wenn du ein Tier wärst — Ein schwarzbekittelt Schwein mit unverstellter Haltung zu Ernährung, Hygiene, Sexualität und sozialen Konflikten
Wenn du eine Pflanze wärst — Eine Seerose, die im Schlamme verwurzelt zum Lichte gelangt
Wenn du eine Aufgabe wärst — Anderen Menschen die Grunderfahrung des menschlichen Seins vermitteln
Wenn du eine Wahrheit wärst — Das Leben ist kurz, fröhlich und sinnlos
Wenn du eine Lüge wärst — Das Leben ist ewig, schmerzhaft und sinnlos
Wenn du ein Traum wärst — Die farbvolle Erinnerung an ein ungetrenntes Leben, frei von der Anspannung, die Selbste ihr Selbst nennen
Wenn Du ein Gegenstand wärst — Ein Schwert, das zum Pflug umgeschmiedet wurde
Wenn du ein Glauben wärst — Der Glaube, der am Ende jeder Religion liegt, weil die unmittelbare Erfahrung die Meilensteine der Überlieferung wie Staubkörner überspringt
Wenn du eine Farbe wärst — Bunt
Wenn du ein Land wärst — Das Land der Brüder¹, die sich nicht mehr mit den Linien identifizieren, die ihre Großkopferten und sonstigen Irren auf Landkarten zeichnen
Wenn du du selbst wärst — Ein Gespenst, dem Fleisch gewachsen

¹Und auch nicht mit den Linien der politischen Korrektheit, die nach geschlechtsneutralem Ausdruck streben… 😉

Freitag, 6. Mai 2011

Mai-Stöckchen

Filed under: Stöckchen — 124c41 @ 00:23

Leicht in der Anwendung, zumindest für jeden, der des Buchstabierens mächtig ist, ist des Stöckchens Aufnahme, das beim Schatzpummel seine Ablage fand — es ist ein…

Mai-Stöckchen

M wie Müll — das ist das, was ich, wenn die Tage wärmer und die Sonnen länger werden, so überall dort sehen kann, wo es die Menschen schön finden und wo sie schmatzend und schlürfend verweilen und Flaschen und Packungsmaterial hinterlassen, damits auch nicht so schön bleibt.

A wie Auto — das ist das Gerät, mit dem sich die Menschen dorthin bewegen, wo sie es schön finden, mit dem sie des lauen Abends durch die Straßen fahren, um das Gedröhn aus zehntausend Motoren in die Ohren des Vorübergehenden zu blasen, das Ding, in dem sie innen den kleinen Schalter für das Fernlicht haben, das sie so gern anschalten, um den Vorübergehenden zu blenden, wenn er ihnen mit summenden Gedanken und dem ewigen Singen seiner zerbrochenen Seele entgegenkommt, der Blechsarg, in dem sie eine leistungsstarke Batterie und einen wummernd Verstärker haben, womit sie geistlose Musik in die Stille der ersten warmen Tage blasen, damit sie ja nicht die unerträgliche Leere in sich fühlen und auf dieser Grundlage zu leben beginnen; es ist das manische Maschinchen, das sich mit der Niedertracht des Menschen verbrüdert hat, die Welt zu Wüste zu gestalten. Eine Spaß- und Freiheitsmaschine? Vielleicht. Aber nur. Für rohe Gesellen (und Gesellinnen).

I wie Ich — das ist der vorübergehende Zustand des Vorübergehenden und das Spiegelbild des ewigen Kreisens auf der Seele des Selbstverkrampten. Der. Sich momentan ins Schicksal des Erblühens fügt.

So, und jetzt Stöckchen vergraben und husch wieder unter die Kastanie…

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