Hol das Stöckchen!

Dienstag, 12. April 2011

Konzert-Stöckchen

Filed under: Stöckchen — 124c41 @ 03:16

Gesehen in Skinny’s Blog, rasch danach gebückt, hochgenommen, um es hier zu vergraben…

Was war dein erstes Konzert, auf dem du gewesen bist?
Wenn ich das sage, möchte ich mich vor Scham in ein errötendes Wölklein auflösen, so hochnotpeinlich ist es — denn es war ein Auftritt von Heino. Zu meiner Ehrenrettung kann ich nur anführen, dass ich mitgeschleppt wurde und nicht in einem wehrhaftem Alter, sondern denen, die mich schleppten, ausgeliefert war. Nie wieder Kindheit! Nie wieder Rechtlosigkeit! Nie wieder miese deutsche Schlager!

Was war das beste Konzert, auf dem du je gewesen bist?
Au Mist, das waren so viele verdammt gute, dass ich gar kein Bestes nennen mag. Ein Kandidat war gewiss die Erfüllung meines Jugendtraumes, endlich einmal Jethro Tull live zu erleben. Aber auch eine Anne Clark, die ganz allein und ohne große Lasershow auf einer riesigen Bühne stand und völlig unspektakulär ihre schneidende Stimme in zerlegten Wörtern über die monotonen Pattern legte, dass es einem nur noch die Tränen in die Augen trieb, sie war (und wie ich von andern gehört habe: sie ist noch immer) einfach zum Sterben gut. Und wer nichts gegen Hardcore hat und einmal die Gelegenheit bekommt, Bottom 12 zu hören, sollte sich das nicht entgehen lassen — nur die Whisky-Orgie mit dem Schlagzeuger nach dem Konzert, die hätte ich meinem armen Schädel ersparen sollen. Und dann war da noch Suicide Commando, einfach nur geil! Und Estampie war zumindest vor zehn Jahren live ein unvergessliches Erlebnis. Und niemals vergessen werde ich die Überraschungen unter den vielen völlig unbekannten Bands, die sich in irgendwelchen Kellern auf die Bühne gestellt haben und so über sich hinauswuchsen, dass allen, auch den jüngsten, verklemmtesten, pubertärsten, unreifesten ein beinahe heiliger Schauer aufkam, der sich nie wieder einstellte — Suicide On Saturday hatte einmal so einen Abend, der mir einen ansonsten eher gemiedenen Sound so in den Kopf stanzte, dass ich ihn nicht mehr vergessen kann. Nur schade, dass ich ein Konzert gar nicht richtig mitbekommen habe (so ist das, wenn man sie mitveranstaltet), obwohl es selbst von Weitem klang, als sei es nicht mehr von dieser Welt, und das war Herbstschmerz. Und da soll ich ein Bestes finden? Nein, das geht nicht, ich habe schon sträflich viel hier verschwiegen. Es gab so viele beste Konzerte… 😉

Was war das schlechteste Konzert, auf dem du je gewesen bist?
Unheilig ist einfach nur noch grottig!

Welches wird dein nächstes Konzert?
Nun, mein Lebensstil machts mir nicht leicht, das zu sagen — vermutlich wird es eines Abends der nächsten Wochen in einem unbekannten Keller stattfinden, in dem der Allgemeinheit völlig unbekannte Leute mit diversen Geräuscherzeugern experimentieren. Vielleicht wirds sogar ein gutes Konzert…

Welche Künstler würdest du unbedingt mal gerne live erleben?
Neben den Girls Under Glass, die ich auch irgendwann einmal hören werde, habe ich ja den klammheimlichen Wunsch, dass es einmal eine kleine Veranstaltung mit einem Konzert von Björk gibt, denn ich kann einfach keine großen Aufläufe von meist barbarischem und sich idiotisch aufführenden Publikum mehr ertragen.

An wen gibst du das Stöckchen weiter?
Weitergeben? Das wird hier vergraben, und wer Musik mag, der mags ausgraben.

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Montag, 4. April 2011

Bett-Stöckchen

Filed under: Stöckchen — 124c41 @ 18:26

Da will man wachen Auges durch des Netzes Weiten schreiten, und stolperholz strauchelt man ins Bettchen. Bloß rasch das Stöckchen hier vergraben…

Hast du eine Bettwurst?
Eine was? Ich kenne nur Morgenlatte.

Lieblings-Schlafklamotte?
Nackig unter einem Berg von flauschen Decken.

Lieblings-Bettwäsche?
Ein Berg von flauschen Decken zu schützen des Schlafes Nacktheit vor der Kälte.

Lieblings-Schlafposition?
Mit dem Schließmuskel der Augen den Blick vom Wirrsinn der Welt hinfort nach innen gewandt, zum Embryo gerollet — passend ist die Haltung für einen, der des Seins Forderungen nicht 7/24 ertragen kann.

Hast du ein Einschlafritual
Augen schließen und auf die Bewusstlosigkeit warten.

Hast du ein Kuscheltier, Knuddelkissen oder sowas?
Ja, aber es läuft im Traume vor mir weg.

Was machst du, wenn du nicht schlafen kannst?
Ich bleibe einfach widerstrebend bei Bewusstsein.

Wie groß ist dein Bett?
Manchmal so groß wie der kuhfladengekrönte Rasen, manchmal so groß wie das Firmament über mir, und manchmal drohe ich hinauszufallen.

Linke oder rechte Seite?
Im Schlafe mache ich mir um Politik keine Gedanken.

Wie lässt du dich wecken?
Wo der Verbrennungsmotoren bohrend Gedröhn nicht viel zu früh des Schlafes empfindliches Geflecht zerschneidet, da hängen baumvoll die plusterflieder Zwitscherdinger, die laut des Morgens Ruhe zersetzen.

Dein erster Gedanke am Morgen?
Scheiße!

Was machst du, um wach zu werden?
Wo der Kaffee in der Nähe ist, lasse ich ihn in ungesunden Mengen in mich fließen, wo nicht, da warte ich auf dieses Bewusstsein, dass es wiederkomme. Doch dies Bewusstsein. Verhält sich manchen Morgens wie ein glitschig Stückchen Seife in der Dusche, der Grabsch wird leicht zu flutschig, und so setze ich den Traum, den dumpfen Wahn der Nacht, im Tagtraum meines Tages fort.

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