Hol das Stöckchen!

Dienstag, 29. März 2011

10 nervige Dinge

Filed under: Stöckchen — 124c41 @ 03:46

Dieses Stöckchen, was da bei Crissy herumliegt, kommt mir ja sowas von entgegen — aber sie hat auch selbst 10 Dinge genannt, die ich ohne Einschränkung unterschreiben kann… im Moment vor allem das Letzte, denn obwohl man sich immer noch das Hinterteil abfröstelt, ist die Luft schon von den ersten sirrenden Blutsaugern erfüllt, die rotjuckende Quaddeln dort hinterlassen, wo sie meine warmen Säfte in sich aufgesogen haben. Bei aller Tier- und Lebensliebe, „klatsch“ sagt da die Hand. Leider manchmal zu spät.

Nun gut, ich könnte ein ganzes Buch über Mücken schreiben und wie ich am liebsten mit diesen — Hinweis an Gott: unausgereift geschaffenen und unbedingt korrekturwürdigen — Viechern umgehen möchte. Meine liebste Vorstellung ists ja, die kleinen Sirrer zu schnappen und nicht zu töten, sondern ihnen mit einem feinen Skapell unterm Mikroskop die Rüsselchen abzusäbeln, damit sie alles außer saugen können, damit sie jammervoll verschmachten. Oh, ich lasse mich heute leicht ablenken, weil ich an etwas denke, was mich nervt, da nehme ich doch lieber Crissys Stöckchen…

10 nervige Dinge

…und versuche mal andere Dinge zu finden, auf die ich in meinem Leben leichten Herzens verzichten würde.

Allerdings fange ich die Auflistung rückwärts an, so dass der größte Nervenfresser und Lebensvergrätzer am Rande meines Daseins an die letzte Stelle rückt. Dass ich in den folgenden Zeilen genervt und polemisch klinge, liegt in der Natur der Sache. 😉

10. Koffeinfreier Kaffee
Komm, ich mach dir einen schönen heißen Kaffee, sagt Mitmensch Surrogatliebhaber, bevor er diese wirkstofflose Brühe in den Filter schaufelt und das Knöpfchen drückt. Der Geschmack ist oft überzeugend, aber die Wirkung, sie fehlt so sehr, dass das Resultat eine noch größere Müdigkeit ist. Wer sich koffeinfreien Kaffee andrehen lässt, der nimmt auch kompetenzfreie Politik und lustloses Leben — und denkt von allem, dass es wohl das Beste für ihn sein wird. Schließlich ist Genuss ungesund und jede Form der Wirkung und des Rausches verwerflich. Was waren das noch für schöne Zeiten, als die Asketen in den Klöstern unter sich waren! Heute nennen sich die Asketen „herzbewusst“, versuchen, „cholesterinreduziert“ zu leben, sie „ernähren“ sich, statt einfach zu essen und sie glauben allen Ernstes, dass sie anderen mit dieser unheiligen Lustlosigkeit etwas Gutes tun, wenn sie sie ungewarnt daran Teil haben lassen. Nee, ne! Aber den Alkohol, den bekommt man immer angeboten, den täglichen Schluck Sedierung für die Massen, damit diese ja nicht bemerken, wie trist ihr bewusstloses Dahinleben ist.

9, Grüne-Wähler
Oh, diese Beamten, diese Lehrer, diese Sozialpädagogen, die sich gut vom Staat alimentiert in ihr pseudoalternatives Leben eingerichtet haben, die ihre Kinder auf die Waldorfschule schicken, die außerhalb der brummenden, stinkenden Städte leben und jeden Tag mit ihrem fetten Auto ihr abgemagertes Körpergewicht in die Stadt karren lassen, natürlich mit Aufkleber „Atomkraft nein danke“ darauf, diese so heilsgewissen Volksbelehrer, die jedem Menschen sagen können, was richtig für ihn ist und was er gerade will, diese unfrommen Pharisäer, die sich mit Esoterikläden und östlichen Tinnef über die totale Geistlosigkeit ihres Lebens hinwegtrösten, diese Volkserzieher, Selbstgerechten, sich selbst vergötternden Freunde ihrer eigenen Privilegien, die so beflissen lügen können, dass sie sich schon routinemäßig und ohne erkennbare Anstrengung jeden Moment ihres Daseins selbst belügen, dieses Pack, dass hoffentlich einmal ganz böse aus seinem verträumelten Dämmerzustand aufwacht und sich dann in aufrichtiger Geknicktheit bei seinen vielen vielen Opfern entschuldigt. Mögen sie einen Weckruf hören, bevor sie den eigentlich verdienten Genickschuss kriegen, diese stahlfleischigen Bremsklötze, die jeden Tag für andere die Norm erhöhen, während sie es sich wohl ergehen lassen. Mein Gott! Da ist mir ja der fundamentalistische Christ lieber — und der fromme Jude und der fromme Moslem sowieso — denn der hat noch einen Resthumor, eine zuweilen daraus erhüpfende Heiterkeit und in aller Regel mindestens eine rudimentäre Fähigkeit zur Selbstreflexion. So etwas sucht man bei den schamlosen Anhängern dieser Sozialpädagogenpartei vergeblich. So sehr ich mich über die Ohrfeigen für Mappus und für die nachgeschröderte SPD freue, so sehr es mich erheitert, dass FDP nach Jahren des „Friede den Palästen“ wieder „fast drei Prozent“ bedeutet — dass diese Scheinalternativen mit dem in ihrer kindischen Ideologie fest eingebauten Persilschein in Baden-Württemberg so einen Erfolg eingefahren haben, das ist eine Tragödie für das ganze Land. Und ich befürchte, es wird noch viel viel schlimmer.

8. Temperaturen unter 31 Grad Celsius
Sorry, aber frieren ist einfach nur… ich finde wirklich kein besseres Wort dafür… frieren ist einfach nur scheiße.

7. Bakterien, die mich für ein Biotop halten
Was nützt das schönste und klarste Gehirn, dass sich so gern auf eingebildeten Adlerschwingen des Narzissmus in verwegene Höhen flattert, wie ergehts dem heitersten und fröhlichsten Geist, wenn die Nase zuschwillt und jeder Hohlraum im Kopfe mit eitriger Jauche erfüllt ist. Es reduziert sich alles Sein aufs Leiden, während die weißen Blutkörperchen ihre Angriffe gegen die Invasaion dieses ungeliebten Mitlebens ausführen und sich hoffentlich lange noch siegreich schlagen werden. Die Lehre, dass ich nicht das Zentrum der Welt bin, kapiere ich schon nach einem Tag, es besteht doch kein Grund, zwei Wochen Elend zu durchleben. Es nervt einfach nur.

6. Kirchenglocken
Was ist das eigentlich für ein idiotisches Privileg, jeden Tag mindestens drei Mal (in Härtefällen bis zu sieben Mal) einen Heidenlärm in einer eh schon so lauten Welt machen zu dürfen?! Was soll dieser weltverpestende Mist!? Haben die Pfaffen immer noch nicht gemerkt, dass inzwischen jeder, der die Zeit wissen will, eine im Alltag ausreichend genaue Armbanduhr für wenige Euro erwerben kann, von der er mühelos beim Aufkommen eines solchen Bedürfnisses die Zeit ablesen kann? Dass jeder ein Telefon in der Tasche trägt, dem er sagen kann, dass es um kurz vor Zehn ein wenig vibrieren soll, um ihn an den so genannten „Gottesdienst“ zu erinnern? Ich verstehe, wo dieses Privileg herkommt, ich weiß, dass es einmal andere Zeiten gab, in denen solche Signale zur Regelung der Tagesabläufe eine wichtige gesellschaftliche Rolle spielten. Aber heute ist es einfach nur noch eine unverschämte Ruhestörung, die mich schon so manches Mal darüber nachdenken ließ, ob Sprengstoff nicht eine gute Abhilfe wäre. Lieber ein Knall mit Schrecken als ein Bimmeln ohne Ende. Gesetzlich geschützte Hörraumverpestung ist es, nicht mehr und nicht weniger, Und die Leute, die dieses Bimmelprivileg trotz ihrer schwindenden gesellschaftlichen Bedeutung jeden Tag für sich in Anspruch nehmen und den Krach mit einer programmierten Maschine erzeugen lassen, egal, wie vielen Menschen sie dadurch Leid bereiten und wie sehr sie damit auch noch die Opfer ihres idiotischen Kultes verhöhnen, sie zeigen damit genau, wes Geistes Kind sie sind, diese Jesusverkäufer. Sie können mich mal kreuzweise.

5. Weihnachten
Unter den Bedingungen der großen Konsumolympiade zum Jahresabschluss einen heiteren, klaren Verstand zu bewahren, ist wirklich schwierig. Auch für einen heiteren, klaren Menschen, der nicht mehr an Kalendergottheiten glaubt. Wenn überall pseudoinnerliche Bimmelmusik läuft, wenn die Orgeln frömmelnd in die Welt furzen und der Himmel voll und voll der Osramsternen gesetzt wird, damit man auch ja kein echtes Licht am Himmel mehr sieht; wenn die Menschen in einem Amok des Konsums zu Zombies werden, ja, dann entsteht auch bei der friedlichsten Seele immer wieder einmal der Wunsch nach einer Kettensäge.

4. „Freunde“, die bei einem Strukturvertrieb arbeiten
Was muss denen bei der Deutschen Vermögensverwaltung… sorry… Deutschen Vermögensberatung ins Gehirn gebissen werden, in was für ein Elend müssen die getrieben werden, damit sie in jeder zufälligen Begegnung eines von früher bekannten Menschen in erster Linie eine Möglichkeit sehen, diesem Menschen eine Lebensversicherung anzudrehen. Selbst mir wollte der eine andrehen, und mir ist meine Armut auf den Leib und ins Gesicht geschrieben, zehn Jahre hausloses Leben vom Betteln fordern ihren Tribut. Aber er kannte mich noch von davor, und er hat darüber in hoffnungslosem Optimismus alles übersehen, was meine Person ausmacht und Erscheinung geworden ist; hat gedacht, dass da ein talentierter Programmierer etwas aus sich gemacht hat, und hat weiter gedacht, dass der trotzdem so doof ist, dass er einen eher ungünstigen Vertrag über eine Lebensversicherung — „brauchste nicht zu lesen, kannste einfach unterschreiben“, hat er gesagt — für eine ernst zu nehmende Geldanlage hält. Ja, eine Lebensversicherung! Was für ein Bullshit! Ich glaube, er hat immer noch nicht verstanden, warum ich ihm meinen eitrigen, grünen Rotz in seine dumme Fresse gespuckt habe und ihm angeboten haben, dass ich ihn zu Brei schlage, wenn er sich nicht ganz schnell aus meinem Leben schleicht, dieser Judas.

3. Spam
Spammer, ich brauche deine „Kommunikation“ nicht. Weder im Postfach, noch in Blogkommentaren, noch über Web-Zwo-Nulldienste, noch sonst irgendwo. Ich habe kein Interesse an der von Apothekern wie dir angebotenen Dreieinigkeit aus Pillen für den Schwellkörper, Zithromax zur Selbstbehandlung der Syphillis, die man sich bei der forschen und wahllosen Verwendung seines Schwellkörpers so leicht wegholt und der täglichen Prozac zur Behandlung der Traurigkeit, die einem offenbar befällt, wenn man Angebote von Betrügern wie dir attraktiv findet. Ich brauche keine Brand Uhren, die nur beim Hinschauen von den Originalen zu unterscheiden sind, ich will keinen russischen Frauen über Western Union ein paar hundert Euro zukommen lassen, die dann von irgendwelchen Halunken für ihren feineren Lebensstil ausgegeben werden und ich habe kein Interesse an Casinos, an Poker oder anderem Beschiss. Pr0n interessiert mich gar nicht, und wenn er mich interessierte, wüsste ich, wo ich ihn frei und in hoher Qualität bekomme, ohne mir eine aktuelle Kollektion von Malware runterzuladen. Alles, was ich will, ist eine Welt, in der Spammer friedlich wie große Meisenknödel an einer Krawatte aus Hanf an Bäumen baumeln und damit aufhören, überall die Welt zu verpesten, wo Menschen eigentlich miteinander kommunizieren wollen. Mein kleines Blog zum Thema Spam würde ich nur zu gern einstellen.

2. Werbung und Werber
Ob man pinkelt, als Vorübergehender durch die öden Straßen geht oder zur Abwechslung mal in einer Straßenbahn sitzt; jeder noch so fernliegende Ort wird geflutet mit dieser äußerst einseitigen und dummen Form der „Kommunikation“. Da läuft eine Glotze, aber ein Drittel der Sendezeit besteht aus den mieseten Kurzfilmen der gesamten Mediengeschichte, und ein weiteres Drittel besteht aus product placement und anderen versuchten Hirnficks und Überrumpelungen. Und wenn man die Zeitung aufschlägt, fragt man sich unwillkürlich, wie viel Geld Äppel wohl an die Verlage zahlt, damit immer wieder professionell jubelnd und jede Nichtigkeit zur Meldung aufblasend über allerhand iDinger geschrieben wird, die bei Licht betrachtet einfach nur entrechtend, technikverhindernd und schrottig sind — da hilfts auch nicht, eine Tonne Zucker in die müden Augen gestreut zu bekommen. In der Arztpraxis liegt bergweis die Scheiße, mal von der Pharmaindustrie, mal direkt Reklame für die Quacksalberei, die der gleiche Kurpfuscher denen anbietet, die Angst von den pösen Tabletten haben, und wer das nicht betrachtet, der hat so genannte Frauenzeitschriften und irgendwelche Arsch- und Tittenblätter wie die „Bunte“ zur Auswahl, die zu gefühlten sechzig Prozent aus Reklame für allerlei Dreck bestehen. Wer am Geldautomaten wartet, darf während der Wartezeit auf sein Geld die tollen Angebote der Bankbetrüger lesen. Eigentlich ist es bei dieser Flut erstaunlich, dass die Friedhöfe noch werbefrei sind — aber ich bin mir gewiss, dass man den neuen Armen auch irgendwann billige, werbefinanzierte Bestattungen anbieten wird, unter dem claim: „Sterben muss nicht teuer sein“. Skrupel bei Werbern? Fehlanzeige. Hoffentlich wird bei der nächsten Revolution nicht vergessen, dieses ganze Pack von professionellen Lügnern mit seinem festen Vertrauen auf die post buying frustration an die Wand zu stellen. Und wer sich jetzt wundert, dass ich Werbung noch nerviger finde als Spam… ja, das ist so. Denn gegen Spam kann ich etwas tun, um diese Flut wenigstens einzudämmen, und ich tue das. Aber gegen die Flut einer allgegenwärtig gewordenen Produkt- und Markenreklame, die allerorten an meiner Aufmerksamkeit zerrt, mir über jeden nur denkbaren Kanal klar macht, dass ich mein Leben auf das mechanische Dasein eines Konsumtrottels reduzieren soll und noch die hübschesten Plätze zu besudeln versteht, kann ich nichts tun. Außer vielleicht, mir die Trommelfelle rausprokeln und die Augen ausstechen. Zum Glück haben sie noch keine technische Vorrichtung, um Werbung in meine Träume einzublenden. Noch nicht

1. Jo-Hur-Nalisten
Wer auch nur einige Male mit einigen von diesen beflissenen Schreibtischtätern zusammen hockte, wer mit ihnen sprach und sich hinterher wunderte, wie verzerrt und verdreht das Gesagte in der Journaille der Milliadäre wiedergegben wird, wer nach dem ersten Mal noch nicht genug hatte und dachte, dass es beim zweiten Mal besser wird, weil er daran glaubte, dass es sich doch immer noch um Menschen handele und nicht um elendsgetriebene, gnadenlos opportunistische Schreibmaschinen mit einem Schädel voller Gewürm und Scheiße, wer dann bei vierten und fünften Mal erleben musste, dass es wohl keine Ausnahme geben wird, der wird mich verstehen. Ich habs mir fest vorgenommen, dass der nächste Presseschmierer, der mich in diesem geübt verständnisvollen Ton — gegenüber meinesgleichen auch gern gespielt kumpelhaft — vollsülzt, ein Fall für den plastischen Chirurgen wird, wenn ich mit seinem Gesicht durch bin. Frieden. Ist mit denen nicht möglich. (Wenn man nicht gerade zu der gesellschaftlichen Klasse gehört, deren Interessen von der Presse der Milliardäre vertreten werden). Ach, was rede ich, ich bringe einfach mal ein Bild, das alles sagt.

Was ein BH ist für die Weiber, das sind fürs Volk die Presseschreiber. Denn beide drücken ganz enorm die Massen zu gewünschter Form.

So, und jetzt muss ich etwas für meine Nerven tun… 😉

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