Hol das Stöckchen!

Samstag, 25. September 2010

Auf die Ohren!

Filed under: Stöckchen — 124c41 @ 05:37

Oh, beim Spielkind liegt stolperhüpf ein Stöckchen im Wege, und sogar mal eines, mit dem auch ich spielen kann. Das lasse ich mir doch nicht zweimal sagen…

1. Was war deine erste Single?
Willkommen in der Welt des gepflegten schlechten Geschmacks am ferneren Rande der Individualentwicklung! „Highway to Hell“ von AC/DC — das waren noch Zeiten, als mich drei Akkorde vom Hocker reißen konnten!

2. Was war dein erstes Album?
Na, der Geschmack sollte sich bald differenzieren, und als armer Mensch war ich mit dem Kauf von Alben sehr zurückhaltend, aber dafür sehr froh über das Jugendradio DT-64 im Rundfunk der DDR, das immer wieder einmal ganze Alben ohne Zwischenlabern und mit gepflegter Pause zum eventuellen Spulen und Wenden der Kompaktkassette zum Besten gab. Aber aus voller Überzeugung gekauft und bis zum knisterkollernd Abwinken gehört und doch nicht überhört habe ich „The Wall“ von Pink Floyd, der mutmaßlich besten Rockband aller Zeiten.

3. Wer ist dein Lieblingsinterpret — national (Sänger, Sängerin, Band)?
Beim Hören höre ich so selten darauf, innerhalb welcher auf Landkarten gezeichneten Linien jemand gerade lebt, und so muss ich doch eine ganze Zeitlang nachdenken, wer das denn sein könnte, wenn es denn national sein muss. Aber dann fällt mir doch noch jemand ein, und sind die Einstürzenden Neubauten. Allein schon wegen der Texte — so eine Zeile wie „Da kann warten wer will, um zwölf kommt Beton“ kann einfach nur von den Neubauten kommen…

4. Wer ist dein Lieblingsinterpret — international (Sänger, Sängerin, Band)?
Ohne jeden Zweifel Qntal — aber muss ich das nicht doch unter „national“ ablegen? Ach, diese Linien auf den Landkarten machen einen ganz meschugge!

5. Lieblingslied (All-time favorite)?
„Ocean Sea“ von All My Faith Lost

6. Momentanes Lieblingslied?
II. Akt, 14.05.1070 von Ammer Einheit (zu finden auf den „Deutschen Kriegern“)

7. Gibt es eine Art Musik-Fauxpas in deiner Sammlung? Nein, ich kann Dateien löschen.

8. Mit welchem Lied verbindest du persönliche Erinnerungen an Personen oder bestimmte Ereignisse?
Eigentlich mit jedem, das mir etwas bedeutet — denn so kam die Bedeutung in die Musik. Wenn ich dazu etwas Text schriebe, würde dieser Beitrag explodieren unter den vielen Beschreibungen, beginnend vom ersten verkrampften Sex zu „Width of a Circle“ von David Bowie über das Zerreißen meines Abschiedsbriefes zu den Klängen von Mussorgskis Bildern einer Ausstellung über die traurigen einsamen Stunden mit Anne Clark über die Heiterkeit beim langsamen Abbau meines igelkrampfen Ichs zu alljener Musik, die mein vorheriges Ich aus reinen Imagegründen zu verwerfen gewohnt war über den Herzstillstand zu heftigen Ska-Klängen einer mir nicht mehr bekannten Band über die vielen Musiker des frühen Techno, die so gut zu meiner Ausgelassenheit pass(t)en über die ferngreifenden dunklen Klänge, zu denen ich mich jahrelang mit anderen Menschen traf, um Gespräche zu erschweren und damit Einsichten zu erleichtern über die leuchtenden Augen von S. zur Stimme Shakiras über Depeche Mode, deren besondere Qualitäten ich erst wahrnehmen konnte, als der letzte Popper aus meiner Erinnerung ausgewandert war über… über… ach, schon Andeutungen führen zu unstrukturierten, langen Texten, in denen viele weitere, unstrukturierte lange Texte stecken mögen, wenn sie nur jemand schriebe. Da höre ich doch lieber weiter Musik.

9. Welche Musik hörst du, um gut drauf zu kommen?
Stille.

10. Welche Musik hörst du, wenn du traurig bist?
Am ehesten jede, die mich versteht — eine Seele, zu der Bach keinen Zutritt mehr erhält, muss recht tot sein.

11. Welche Musik macht dich aggro?
Das Psychogeklimper, mit dem gewisse Fernsehproduktionen am Nachmittag unterlegt werden, um die Seelen der Zuschauer(innen) etwas allsinnlicher durchzuficken.

12. Was ist dein Lieblingssoundtrack?
Aua, ich hätte vor dem Bücken nach dem Stöckchen lesen sollen, denn jetzt ists doch wieder vorbei mit dem fröhlichen Stöckchenspiel und ich lande beim Film, ich als einer, der ums Kino einen Bogen macht. Aber gut, das war nicht immer so, und wenn ich zurückgreife, denn findet sich doch noch etwas. Die gesamte Filmmusik von „Enemy Mine“ war in derartig großartiger Einheit mit den Bildern, dass dieser Film einen unvergessenen und schweren Eindruck hinterließ. Das war schon damals — ich glaube ja, dass damals mehr Wert auf eine qualitativ gute Produktion gelegt wurde — eine sehr auffallende Einheit, die so genial natürlich wirkte, dass es beinahe zu übersehen war. Und was kann man über die Musik im Film Besseres sagen, als dass sie einer derartig auffälligen unauffälligen Einheit angehöre?!

13. Welche Musik läuft, wenn du jetzt deinen MP3-Player/CD-Spieler etc. anwirfst (ohne zu schummeln)?
Ach, was soll ich da schummeln? Pfirsicheisen von Phillip Boa. (Kennt ja doch wieder keiner…)

14. Wie wichtig ist dir Musik?
Ohne Musik wäre ich schon lange tot.

Jetzt aber rasch das Stöckchen hier vergraben…

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1 Kommentar »

  1. […] sagt der Volksmund, und der Volkskörper legt währenddessen fleißig weiter, und sei es nur zum Zeitvertreib, Listen (“Hitparaden”) an, die zum Teil noch Jahrzehnte später etwa in der Wikipedia […]

    Pingback von Hirnfick 2.0 » Blogarchiv » Einsame Inselmusik — Samstag, 14. Mai 2011 @ 01:40 | Antwort


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