Hol das Stöckchen!

Sonntag, 21. Februar 2010

Dankbarkeits-Stöckchen

Filed under: Stöckchen — Nachtwaechter @ 19:11

Der Begriff der „Dankbarkeit“ wird meist im religiösen Kontext gebraucht, ist aber völlig unabhängig davon eine Einsicht in die Tatsache, dass einem viele Dinge „zugefallen“ sind, ohne dass man darauf besonderen Einfluss hatte. Auch, wer sein Leben bewusst und aktiv gestaltet, lebt in einer Bedingtheit des Gebens und Empfangens.

Für welche drei Dinge bist du besonders dankbar

Dass ich lesen und schreiben kann
Ich kann mir keine praktischere und wichtigere Kulturtechnik vorstellen als diese Möglichkeit, Gedanken und Beobachtungen festzuhalten und darauf später zugreifen zu können. Könnte ich es nicht aufschreiben, flösse es in das Vergessen. Viele meiner Gedanken und Ideen hätten niemals entstehen können, wenn ich nicht auf frühere Notizen hätte zurückgreifen können. Und doch habe ich mir diese für mein Leben so wichtige Befähigung nicht selbst gegeben, sondern empfangen, als mir immer wieder vorgelesen wurde und ich als kleiner Zwerg durch Nachfragen langsam erlernte, was diese schwarzen Zeichen bedeuten. (Sicher, später gab es noch einige Verfeinerungen.) Und hinter denen, die mir vorgelesen haben, steht ein ganzer, sich durch die Zeiten windender überpersonaler Prozess, der die Idee und die Form der Schrift hervorbrachte.

Dass ich eine Handvoll Freunde habe
Wenn man als heimatloses Herz der Straße lebt, gibt es nichts Wichtigeres als Freunde. Sie sind der Gegenpol zur Verachtung, die einem jeden Tag zuteil wird. Sie lassen einen zwischen Wänden schlafen, wenn die unhauste Nacht die Menschen mit eiskalten Händen erwürgt. Sie unterstützen einen immer wieder, und oft so, dass man gar nicht damit rechnet. Und das alles nur, weil man sich zueinander hingezogen fühlt, weil man sich mag und sich respektiert. Ohne meine Freunde wäre ich tot. Und das ist nicht symbolisch zu verstehen. Und Tote sind nicht mehr dankbar. Welche Menschen wirklich Freunde sind, merkt man übrigens erst, wenn man in der Scheiße steckt.

Dass es Musik gibt
Ohne Musik hätte ich keinen schwierigen Abschnitt meines Lebens überstanden.

Dienstag, 16. Februar 2010

Die Zukunft des Internet in Deutschland

Filed under: Stöckchen — Nachtwaechter @ 01:38

Wie wird deiner Meinung die Zukunft des Internet in Deutschland aussehen?
Die Zukunft des Internet in der Bundesrepublik Deutschland...

Und was wirst DU daraus machen?
Mitmachen

Dienstag, 9. Februar 2010

Komische Fragen

Filed under: Stöckchen — Nachtwaechter @ 04:07

Wie könnte das Wesen des Stöckchens besser zusammengefasst sein als in der Überschrift „Komische Fragen“… allein das ist ein Grund, mich an der -eMKa- Lounge nach diesem Stöckchen zu Grunde zu bücken.

Wie alt wirst du in drei Monaten sein?
Wenn sich zwischendurch das Kalendersystem nicht ändert, werde ich 92 Tage älter als jetzt sein. Ach nein, der Februar macht mir einen Stich durch die Rechnung und es werden nur 89 Tage. Das ist aber auch ein Dilemma mit diesen ganzen krummen Zahlen und Unregelmäßigkeiten im Kalender, diesen 7, 12, 31, 30, 28, 29. So etwas kann sich einfach nur ein Papst ausdenken, jeder Nichtpfaffe hätte auf unnütze Komplexität geschissen, 12 Monate zu 30 Tagen gemacht und die paar überzähligen Tage anderwertig verwendet. Zum Beispiel für ein rauschendes Fest.

Denkst Du, Du wirst bis dahin verheiratet sein?
Nee, ich trage nicht so gern Handschellen oder Eheringe.

Was ist zurzeit dein Klingelton?
Mangels Taschentelefon klingelt es nicht aus meiner Tasche, und diese Stille wird noch lange lange so bleiben.

In wie vielen Städten hast du bisher gelebt?
Das kommt auf die Definition des Begriffes „Stadt“ an, aber es waren wohl fünf. Also fünfe zuviel.

Bevorzugst Du in Schuhen herumzulaufen, auf Socken oder barfuß?
Wenn nicht die Kälte in die Füße beißt, wenn nicht die von Fußballfans und anderen Barbaren zerschepperten Brüllwahnwasserflaschen schneidend meinen Weg überglitzern, wenn nicht der Boden distelpieks die Füße zu perforieren droht, denn immer noch am liebsten auf bloßem Fuß.

Was ist deine Lieblingseiscreme?
Im Moment habe ich von allem Kalten genug, wirklich genug. Mein Lieblingseis ist ein heißer Kaffee.

Hast du eine bestimmte Art und Weise, wie du im Bett schläfst?
Wenn ich in einem Bett schlafe, was eher selten der Fall ist, denn lege ich mich auf die Seite und rolle mich in embryonaler Haltung ein, die Decke leicht über das Gesicht gezogen, damit es noch dunkler und reizärmer wird. Ich glaube, die Menschen schlafen nur deshalb, weil sie die Anforderungen des Lebens außerhalb des Mutterleibes unerträglich finden.

Bist du eine laute Person?
Ja, mein Flüstern braucht keinen Verstärker. Aber ich hasse es, schreien zu müssen, anzuschreien gegen solche, die nicht hören wollen.

Wie alt bist du?
Für Standesbeamte 43 Jahre, für die Wirklichkeit so alt wie die Wirklichkeit selbst, wenn „ich“ auch nicht immer mit dieser körperlichen Verdichtung identifiziert war…

Kannst du Poker?
Und wie! Aber warum auf einmal alle Poker zocken, das verstehe ich nicht. Muss wohl an der Glotze liegen, wie auch so mancher Wahn an der Glotze liegt.

Schon mal jemanden geküsst, deren oder dessen Name mit „D“ anfängt?
Wenn ich an jemanden herumrüssele, dann gleiche ich dabei den Namen doch nicht mit dem Alphabet ab. Das wäre ja fast so, als würde ich beim Handeschütteln den Puls messen.

Würdest du deine Nase piercen lassen?
Wozu denn? Die hat doch schon zwei Löcher.

Bist du neugierig?
Au ja, und wie! Und weit gebracht habe ich es mit der Neugier.

Kennst du eine, die schwanger ist?
Nein.

Würdest du ohne deine Eltern zurecht kommen?
Ich komme seit meiner Geburt ohne meine Produzenten zurecht.

Letzter Film, den du gesehen hast?
Der ist so lang her, dass ich nicht mehr weiß, welcher es war.

Ist es in der Regel einfach für andere, dich zum Lachen zu bringen?
Es ist sehr leicht, mich zu lachen zum bringen. Dafür bedarf es nicht einmal des Krampfes eines Witzes, es reicht das lächerliche Leben, das sich vor mein Gesichtsfeld stellt. Der Herrgott hat einen großen Zoo.

Was hast du zuletzt in deinen Mund geschoben?
Einen weichen, schwarzen Ring, der vor allem aus Zucker, Lakritz und Salmiaksalz zu bestehen schien. Nach so einem Zeug könnte ich süchtig werden.

Wer hat zuletzt für dich gekocht?
Die letzte für mich mitaufgekochte Tütensuppe gab es bei C., und sie war köstlich warm in der Kälte, so köstlich warm, dass ich mich an ihren Geschmack gar nicht mehr erinnern kann.

Wer hat dich zuletzt angerufen?
Mich ruft niemand an, weil es nicht geht. Und das ist auch besser so.

Liest du den Sportteil der Zeitung?
Ich lese keine Zeitung, und so auch keinen Sportteil.

Hast du eine gute Beziehung zu deinem Bruder/Schwester?
Meine vielen Brüder und Schwestern, die mein eifrig durch die Lande kopulierender Produzent auf seinem Weg hinterlassen und zusammen mit den vollgefickten Löchern allein gelassen hat, habe ich zum größten Teil niemals gesehen.

Was für Bilder hängen in deinem Zimmer?
Kein Zimmer und keine Bilder, aber hätte ich ein Zimmer, so hingen dort auch keine Bilder. Ich mag keine Bilder. Stattdessen würde ich die Wand selbst gestalten, indem ich allerlei Farbe und Dinge an die Wand würfe.

Wie siehst du aus: wie Mama oder Papa?
Da ich nicht weiß, wie meine Produzenten aussehen, kann ich diese Frage nicht entscheiden.

Wenn du für den Rest deines Lebens nur noch ein einziges Getränk zu dir nehmen dürftest, welches wäre das?
Klares Wasser, das den wunderbaren Geschmack hat, den Durst zu löschen.

Was liegt rechts neben dir?
Nichts.

Schon mal irgendwo ins Wasser gefallen?
Schon öfter, vor allem in früheren Zeiten, in denen ich noch gewaltig soff. Wie widerspenstig doch die Gravitation sein kann, wenn der Körper den Taumelgang eingeschlagen hat, wie dumm doch der Weg neben dem methandurchperlten, markant duftenden Graben im sumpfigen Wald ist. Von der Lernfähigkeit des unfreiwillig Badenden ganz zu schweigen, die war nicht vorhanden. Aber nach dem Absetzen des Brüll- und Taumelwassers hörte auch das Fallen auf.

Montag, 8. Februar 2010

Stöckchen

Filed under: Stöckchen — Nachtwaechter @ 04:19

Nicht nur, dass Engel es nicht immer leicht haben, manchmal stolpert man auf dem Weg zu ihnen über ein Stöckchen wie etwa bei Engelchenfiona. Das muss doch gleich aufgenommen werden…

Wann warst Du zuletzt beim Friseur?
Vor über zehn Jahren.

Schminkst Du Dich?
Wenn ich gerade keinen Schlamm zur Hand habe: nein.

Trägst Du Röcke?
Noch nicht, aber vielleicht kommt das noch. Ich hätte zu gern einen langen, dunkelgrauen Samtrock in meiner Größe, aber leider müsste ich den selbst nähen, weil meine Größe eben nicht dort verfügbar ist, wo es Frauenbekleidung gibt. Ach, ich glaube, das kommt noch in diesem Jahr.

Was trägst Du nachts?
Bei Wärme nichts, bei Kälte vieles.

Welche Schuhgröße hast Du?
An sich 49, aber wenn es groß ausfällt, passt oft auch 47 oder 48. In den letzten Jahren fallen die Schuhe immer größer aus, und früher musste ich sogar 50 tragen.

Wie viele Paar Schuhe besitzt Du (ungefähr)?
Genau ein paar total ausgelatschter und langsam zerfallener Bundeswehr-Stiefel, die ich in diesem Jahr wohl austauschen muss. Schade, denn sie haben einen weiten Weg mit mir zurückgelegt.

Hast Du eine Tätowierung oder ein Piercing?
Nein, nur Narben auf der Seele.

Wann warst Du zuletzt beim Zahnarzt?
Vor über fünfundzwanzig Jahren.

Mit wem hast Du zuletzt telefoniert und wie lange dauerte das?
Mit C., um ihr zu sagen, wie saudumm es von mir war, einen Zeitrahmen unter Angabe so genannter Uhrzeiten für das Treffen anzugeben und um mich für die dann absehbare Verspätung zu entschuldigen. Nie wieder werde ich Uhrzeiten nennen, ich trage gar keine Uhr. Und zumindest in diesem Monat werde ich auch nicht mehr telefonieren. Von den Münzen, die mir dieses gebührenpflichtige Sprechen über einen Draht aus der Tasche zieht, kaufe ich lieber Brötchen und Zigaretten.

Gibt es eine Serie, die Du regelmäßig schaust?
Kein Fernsehen in meinem Leben.

Warst Du schonmal im Fernsehen?
Wenn ja, würde ich es nicht mitbekommen, weil ich es ja nicht sehe. Aber wenn mir einer dieser Idioten mit seiner Kamera und seinem mikrofontragenden Kollegen auf die Pelle rückt, um ein bisschen „Stimme des Volkes“ einzufangen und nur die peinlichsten und falschesten Fragmente für die Sendung zusammenzuschneiden, denn biete ich ihm regelmäßig eine ordentliche polierte Fresse an, wenn er auf ein einfaches „Nein“ nicht reagiert. In der Regel reicht das einfache „Nein“ bei diesen psychischen Aasgeiern nicht aus.

Welchen Sport schaust Du Dir im TV an?
Kein Fernsehen, und erst recht kein Sport in meinem Leben.

Hast Du eine Phobie?
Ja, Ansammlungen besoffener brüllender Fußballfans und sonstige braune Mobs.

Hast Du Dir schonmal gewünscht, eine Frau zu sein?
(Ich habe hier mal das Geschlecht geändert…) Oh ja, schon oft. Oh, wie ich diese Kerle ausbeuten und ausbluten würde, ganz so, wie es Frauen auch schon mit mir gemacht haben, als ich noch nicht verstand, dass eine Frau gar keinen Mann sucht, sondern nur eine Kreditkarte, die den Müll herunterbringt.

Welche Zeitschriften liest Du meistens?
Keine, denn ich mag mir nicht die Lebenszeit von Leuten rauben lassen, die mich belügen.

Wo verbringst Du mehr Zeit, vorm PC oder TV?
Mangels Glotze ists eindeutig der Computer. Allerdings würde ich niemals sagen, dass ich Zeit „vorm“ Rechner verbringe, eher sagte ich, dass ich sie „hinterm“ Rechner verbringe. Denn das, was dieses Ding mit entgegenstreckt, das kann nur ein Arsch sein.

Wann warst Du zuletzt in der Disco?
Irgendwann im Oktober letzten Jahres, und ich habe mich gleichermaßen zuhause wie fremd gefühlt — es war aber beim besten Willen keine richtige Disko, sondern es war Silke Arp bricht. Aber es war dort schon sehr diskolicht und diskoschall und mancherlei wohlgewürzter techno; die zuckfläche gut bemenscht deswegen, schwermut lag ich lachend neben. Ach, ich sags ja, die Silke ist keine Disko, sondern ein materieller Abrieb der Erleuchtung; da gibt es dann auch keine normale Sprache mehr. Schade, dass ich nie Geld dafür übrig habe, sonst wäre ich wohl öfter dort.

Welche Tiere magst Du gar nicht?
Lehrer, Sozialarbeiter und Bundeskanzlerinnen.

Wenn Du jetzt auswandern müsstest, wohin würdest Du gehen?
Eigentlich überall hin, wo man nicht frieren muss und wo einem als Mensch das Recht eingeräumt wird, so leben zu dürfen, wie man ist. Leider habe ich gerade kein Raumfahrzeug zur Verfügung.

Bist Du in der Schule mal sitzengeblieben?
Ja, mehrfach. Aber die Wiederholung hat die Schulbildung bei mir nicht vertieft.

In welchem Fach warst Du besonders schlecht?
Das waren zwei: Sport und technisches Werken.

In welchem besonders gut?
Mathematik.

Wie viele Sprachen sprichst Du?
Ach, wie froh ich bin, dass ich wenigstens Deutsch kann. Wenn es unbedingt sein muss, kann ich mich auch unter Verzicht auf jede Lyrik und auf jeden Humor in Englisch ausdrücken, und dies leider trotz meiner eben beschriebenen Behinderung so gut, dass native speaker es nicht für nötig halten, langsam zu sprechen. Damit wären die Sprachen, die ich kann, erschöpft, es wären zweie. Wenn es um die reine Verständlichkeit geht, kann ich nach relativ kurzem Reinhören auch Schwedisch und Niederländisch in Alltagssituationen verstehen, und zu meiner eigenen Überraschung hatte ich nicht einmal große Probleme mit Italienisch, aber Französisch geht gar nicht.

Welche Sprache würdest Du gerne lernen?
Am liebsten würde ich jede Sprache lernen, die ich gerade brauche, um die Menschen vor Ort zu verstehen. In letzter Zeit hätte ich am häufigsten die Fähigkeit benötigt, ein bisschen Arabisch zu können (vor allem auch lesen zu können), und früher hatte ich so viele Fans in Frankreich, dass ich allein deshalb angefangen habe, mir ein bisschen Französisch anzueignen, um wenigstens ihre Mails oberflächlich beantworten zu können. Immerhin lernt sich Französisch leichter als Arabisch, ich bin nicht schon vor der ersten Hürde entmutigt. Auch würde ich zu gern Russisch lernen, aber eine allererste Einführung in diese Grammatik hat mich zu der Überzeugung gebracht, dass es besser ist, auf eine Reinkarnation im russischen Sprach- und Kulturraum zu hoffen…

Liest Du in Zeitschriften Dein Horoskop?
Nein, denn ich lese keine Zeitschriften.

Beherrschst Du ein Musikinstrument?
Ja, Computer, denn ich mache Musik.

Kannst Du tanzen?
Jeder Mensch kann tanzen. Alles weitere ist ein kulturell bedingtes Bewertungssystem, welches es hochschätzt, wenn einer die unmittelbare, lustvolle Erfahrung aufgibt und gegen eine erlernbare Kulturtechnik eintauscht.

Was machst Du nachts, wenn Du nicht einschlafen kannst?
Ich lese zu randlagigen Themen und manchmal entwickle ich riesige, undurchführbare Pläne — die zuweilen (mit einer Wahrscheinlichkeit von deutlich unter einem Prozent) doch einmal durchgeführt werden.

Hast Du ein Lieblings-Gesellschaftsspiel? Welches?
Nein.

Wohin ging Dein bisher weitentferntester Urlaub?
Ich mache keinen Urlaub und ich mache nur Urlaub. Ist fünfzig Kilometer vor Rom wohl näher als die Gegend um Le Havre oder ein mir namentlich nicht mehr bekanntes By in der Gegend üm Göteborg? Ich habe einfach nicht nachgemessen…

Wann warst Du zuletzt auf einem Konzert?
Im Frühling letzten Jahres ein Konzert diverser, recht experimenteller Musiker — wobei ich die klangvolle Installation von Bohrmaschinen unvergesslich finde.

Welche CD hast Du Dir zuletzt gekauft?
Das ist so lange her, dass ich es nicht mehr weiß. Es könnte gut die Equilibrium von den Girls Under Glass gewesen sein, aber ich bin mir nicht sicher. Niemals wieder würde ich für einen physikalischen Tonträger Geld ausgeben — zu dreist sind mir die Versuche der Musikindustrie in der Vergangenheit gewesen, mir ab Werk kaputte CDs als einen so genannten „Kopierschutz“ andrehen zu wollen.

Hast Du Dich schon auf der Arbeit krankgemeldet, weil Du einfach keine Lust hattest?
Nein, ich bin einfach ohne Krankmeldung weggeblieben.

Hast Du schon FKK gemacht?
Nichts lieber als das, wenn es Sommer ist und der warme Wind über die bloße Haut streicheln will — aber bloß nicht dort, wo man es machen soll, wo die Menschen zum FKK kaserniert werden.

Hast Du schon Bungee-Jumping oder Fallschirmspringen gemacht?
Nein, ich kenne nur den freien Fall meiner Psyche durch die Zeit. Was kommt mir da nur entgegen, so schnell und immer schneller und so groß und rund und brauneschwarz? Einen Namen braucht es, ein weites großes Wort mit langgezogenem Vokale. Etwas mit „Oh“, tief und dröhnvoll wie das Nahen dieses Seins auf meinem Fall. „Tod“, das ist ein passend Wort, näher kommts und näher. Ob es wohl freundlich zu mir ist?

Welches Zweirad fährst Du?
Ein ganz normales Fahrrad, dessen Rahmen tapfer gegen den fressenden Rost kämpft.

Wann hast Du zuletzt die Fenster geputzt?
Zu den erfreulicheren Dingen des heimatlosen Daseins gehört es, dass man keine Putzarbeiten zu tun hat, und so habe ich seit Jahren kein Fenster mehr geputzt. Vielleicht sollte ich es mal wieder irgendwo tun, um nicht zu vergessen, wie es ist…

Wann zuletzt Wäsche gebügelt?
Ich pflege es nicht, Wäsche zu bügeln.

Öffnest Du die Post, die an Deinen Partner adressiert ist?
Kein Partner, keine Post, kein Problem.

Wirst Du laut, wenn Du streitest?
Ich bin schon lange vorm Streiten laut, und wenn ich einmal ganz wütend bin, denn bin ich sehr sehr leise.

Hattest Du schon mal ein Blind Date?
Nein, das noch nicht — aber dafür schon ein total verblendetes Miteinander.

Was war Dein erstes eigenes Auto?
Ein Fahrrad.

Bist Du bei der Führerschein-Prüfung mal durchgerasselt?
Keine Lizenz zum Vergasen erworben.

Wo muss die Tanknadel Deines Autos stehen, damit Du tanken gehst?
Mein Fahrrad hat keine Nadel, und ich tanke klares Leitungswasser, wenn die Zunge im Munde klebt.

Hast Du schon mal ein Auto zu Schrott gefahren?
Nur einmal hat mich einer dieser Raseblechfahrer so angefahren, dass mein kleines kosmisches Fahrrad einen Kratzer in seinen Lack gemacht hat — aber Schrott ist etwas anderes. Übrigens hat der Raseblechfahrer darauf mit einer Unfallflucht reagiert, scheißegal, was da am Boden liegt. Eben so ein richtiger Autofahrer, wie ich sie beinahe jeden Tag kennenlerne — eigentlich ist die Straße nicht dafür gemacht, dass sie von Rad- und Autofahrern geteilt werde… 😉

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