Hol das Stöckchen!

Samstag, 10. Oktober 2009

Sieben geheimnisvolle Tatsachen

Ach, lange nicht mehr über ein Stöckchen gestolpert, aber jetzt liegt eines beim Lordy im Weg, das mich dazu auffordert, sieben Dinge über mich zu erzählen, die anderen noch neu sind. Na, Dinge über mich selbst erzähle ich ja gern, deshalb blogge ich auch Stöckchen. Also auf gehts.

  1. Ich habe eigentlich keine Lust mehr zum Bloggen
    Nach vielen Jahren, die ich im Internet an allen möglichen Stellen rumgeschrieben habe, überwiegt das Gefühl, dass ich alles schon geschrieben hätte, dass ich mich ständig nur noch wiederhole. An dem, was ich beschreibe, hat sich so gar nichts verändert, und noch immer geht das Sterben und das Schweigen weiter. Schon damals, als ich wegen ständiger juristischer Anfeindungen durch irgendwelche lichtscheuen Gestalten aus dem Dunstkreis des hannöverschen Ihme-Zentrums (das kein Linden-Park ist) die ursprüngliche Domain für „Lumières dans la nuit“ aufgab, um einen krebskranken Freund zu schützen, der mir die Domain zur Verfügung stellte, war mir das Bloggen zuwider. Es hat seitdem einfach Schaden genommen, den gleichen Schaden wie mein marginalisiertes Leben. Wenn man den großen Textausstoß meines gegenwärtigen Bloggens betrachtet, möchte man das vielleicht gar nicht glauben, aber ich habe einfach einen lähmenden Mangel an Motivation zum Weiterschreiben.
  2. Ich feiere keine Geburtstage
    Weder mein eigener Geburtstag noch der Geburtstag eines anderen Menschen ist mir ein Grund zum Feiern. Ich bin sehr tief davon überzeugt, dass es im Leben eines Menschen wichtigere, feiernswürdigere Anlässe als die Passivität der eigenen Geburt geben sollte, und ich sehe im Unsinn der Geburtstagsfeier ein Spiegelbild des Unsinns der Astrologie. Der Tag, den ich für mich persönlich feiere, ist jener Wendepunkt in meinem Leben, der mich zu dem gemacht hat, was ich heute bin — es ist ein Tag, den ich liebe und den ich hasse und der frei von jeder Passivität ist.
  3. Ich denke gerade über meinen Freitod nach
    Nach so vielen Jahren des Nichts ist es Zeit für das richtige Nichts, und noch einen Winter will ich nicht durchstehen. Ich wäre schon letztes Jahr beinahe durch Erfrieren verreckt, und jetzt fängt die Scheißkälte schon wieder an.
  4. Ich hasse das Web 2.0
    Immer wieder frage ich mich, was die Leute an diesem Haufen Unfug so irrsinnig toll finden, den man in Reklamesprache (also in der Kommunikation eines inhaltlichen Vakuums) als Web 2.0 bezeichnet. Und ich frage mich auch immer wieder, wieso Menschen mit einem wirklichen Leben so infantil begeistert von reinen technischen Spielereien sind, dass sie damit eine nennenswerte Zeit ihres Lebens verbringen. Das Medium Internet lebt nicht von den technischen Spielereien, sondern davon, dass Menschen über die verfügbare Technik Inhalte austauschen, echte, menschliche Inhalte. Wessen Hirn noch über eine nennenswerte Durchblutung verfügt, der kann sich gern in einer halben Stunde MySpace, Facebook oder auch (neuester und sinnlosester Hype) Twitter davon überzeugen, dass die Inhalte längst hinter technischen Selbstzwecken zurückgetreten sind. Da kann ich mir auch Testbilder anschauen.
  5. Ich wollte eigentlich ein kleines Blahblog
    Als ich damals mit dem Blahblog anfing, sollte es ein kleines, eher internes Blog für kurze Mitteilungen sein, und ich hätte niemals geglaubt, dass sich viele Menschen für dieses Blog interessieren könnten. Es ging mir eher um eine Plattform für die vielen Dinge, die damals in „Lumières dans la nuit“ in langen Offtopic-Threads diskutiert wurden. Niemals habe ich daran gedacht, solchen Austausch zu unterbinden, denn er ist der Sinn der vernetzten Computer. Also habe ich eine kleine Plattform dafür geschaffen. Ein klassisches Webforum wollte ich vermeiden, weil dies doch einen Admin-Aufwand mit sich bringt, den ich als Obdachloser mit unregelmäßigem Zugang zum Internet oft nicht leisten kann. Also machte ich eben ein weiteres Blog, und ich gab einigen Lesern auch die Möglichkeit, dort zu posten — das Design ist auch vorsätzlich zum schnellen, kurzen Bloggen gemacht. Niemals hätte ich gedacht, dass das Konzept eines „Blah-Blogs“ so viel Aufmerksamkeit findet. Ich war ja schon stolz auf die dreihundert bis fünfhundert täglichen Leser, die ich damals auf „Lumières dans la nuit“ hatte, und die nach meinem unverlinkten Exilgang wohl niemals wiederkommen werden. Inzwischen zieht dieses Blahblog an einem schlechten Tag zweitausend Besucher, die sich diese Kürzsttexte in einer Linkschleuder anschauen, und ein als klein gedachtes Blog verursacht den größten Teil des Traffics auf dem Server. Mir graut es jetzt schon vor dem vorhersehbaren Tag, an dem ich es einstellen muss, weil ich durch systematischen Rechtsmissbrauch und Geldherrschaft in der BRD dazu genötigt werde.
  6. Mira ist nicht meine Freundin
    Auch, wenn dies nach einem kryptischen Blogeintrag Miras vereinzelt auf Twitter geklatscht wurde, ist Mira keine Freundin von mir. Wir machen nur zusammen die White Darkness, mehr nicht — und manchmal brennt es eben lichterloh bei dem einen oder anderen, der dort mitmacht. Ich habe nichts „zum Liebhaben“, außer vielleicht dieses kleine Spielzeug zwischen meinen Beinen, das ich gelegentlich im Handbetrieb stimuliere. In meinem Liebesleben ist seit Jahren ewiger Herbst. Und Frauen interessieren sich in der Regel nur für Geld. Aber wirklich. Nur.
  7. Ich habe Hämorrhoiden
    Nur, um hier noch eine wirklich niemals erwähnte, unbekannte und völlig unwichtige Tatsache in die Liste aufzunehmen.

Wie üblich wird das geklaute Stöckchen nicht geworfen, sondern hier vergraben — wer mag, grabe es aus.

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