Hol das Stöckchen!

Montag, 2. März 2009

Heute-Stöckchen

Filed under: Stöckchen — 124c41 @ 03:50

Wer sich schlicht „Hier und Jetzt“ nennt, darf auch Heute-Stöckchen in die Lüfte werfen. Das schnappe ich doch gleich mal weg…

Tagesphilosophie:
Das Leben stinkt!

Wetter:
6 Grad Celsius bei 87 Prozent Luftfeuchtigkeit und einem Luftdruck von 1008 Hektopascal. Der Wind kommt mit 7 Kilometern in der Stunde aus Süd-Süd-Ost und trägt doch nicht den Gestank des Lebens hinfort, da dieser vom Winde nicht verweht werden kann. In einer Höhe von 914 Metern hängt eine träge dahintreibende, durchbrochene Bewölkung am Nachtegrau des Himmels, und immer, wenn der Mond kurz durch eine Lücke das Treiben auf Erden betrachtet, zieht er sich ganz schnell wieder eine Wolke drüber. Noch ein paar Stunden, und die ersten Vögel fangen wieder an, diese depperten Quietschen!

Laune:
Wirklich mies.

Gesundheit:
Ich war lange nicht bei einem Wartungsarbeiter für meinen Körper und weiß von daher nicht, was der sagen würde. In den Fingerspitzen oft ein taubes Gefühl, seit ich fast erfroren wäre. Die Beine und der Rücken ein Inferno des Schmerzes, und der Kopf erstmal. Es ist so ein großer Kopf, da passt so viel Schmerz hinein.

Appetit auf:
Eine Badewanne voller Nudeln.

Durst:
Eine Leitung voller Wasser.

TV:
Keine Tele-Visionen, nur nahe Visionen. Ich bestehe immer noch auf dem Recht, meine eigenen Halluzinationen zu haben.

Musik:
Ein Lüfter und das Klappern der Tasten in der Nacht, durch die widerwilligen Mauern dringen die klingenden Fetzen der Straße. Ein Martinshorn weckt Hoffnung auf den Weltenbrand, aber es ist wohl wieder nur ein medizinischer Notfall. Die nahe U-Bahn lässt diesen Teil der Stadt bei jeder Vorbeifahrt vibrieren. Dazu als Lead-Stimme das satte, inbrünstige Schweigen der Wand.

Beschäftigung:
Stöckchen aufsammeln und in diesem Blog vergraben. Einfach so, um nicht völlig zu verzweifeln.

Outfit:
Dreckige Jeans in Verbrauchtblau, stinkende Unterhose in schwer identifizierbarem Farbton, ausgewaschenes, aber duftneutrales T-Shirt in einem Grau, das damals einmal Schwarz sein wollte. Die Socken kamen von Ferne hinzu, sie sind noch sauber und in ihrem fusseligen Schwarz erkennbar, aber das wird sich ändern. Unter dem Dreck ist noch ein Unterhemd verborgen, das in seinem fleckenlosen, gleißegrellen Weiß geradezu obszön wirkt.

Frisur:
Die Handvoll nicht abrasierter Haare, dieser Schopf, der aussieht, als wollte ich mich selbst daran aus dem Sumpf ziehen, diese Handvoll Haare hängt dort auf des Kopfes Kuppel, wo sie will. Das ist gut. Denn da bleibt sie auch von alleine hängen.

Libido:
Das Problem sind die Frauen. Die Lösung ist die Hand.

Buch:
Cours de Langue et de Civilisation Françaises — ich muss weg hier!

Person des Tages:
Thomas Abraham

Grüße:
Ein sanft durch das Nichts hallender Gruß geht an alle, deren Stimmen zum Verstummen verurteilt sind. Ich komme hinzu, und ich komme mit Hass und mit Waffen. Wer mir die Worte nimmt, lässt mir nur noch die Faust.

Auch ich lege diesen Stock mitten in der Luft ab, wo er fröhlich über die Gravitation glucksert und einfach stehen bleibt. Wer mag, der darf das ungehaltene Stöckchen greifen. Nieder mit der Schwerkraft, es lebe der Leichtsinn!

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1 Kommentar »

  1. Kein Bock auf Stöckchen, aber ich lasse Dir einen lieben Gruss hier.

    Kommentar von trixie1961 — Montag, 2. März 2009 @ 14:17 | Antwort


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