Hol das Stöckchen!

Dienstag, 17. Februar 2009

Der Ernst des Lebens

Filed under: Stöckchen — 124c41 @ 06:42

Was für einen Namen diese Stöckchen doch bekommen hat, das da bei Nicht spurlos herumlag, um mich zum Stolpern zu bringen. „Ernst des Lebens“, und dann geht es nur um Sterben und um den Tod. Verglichen mit der heiteren, keines Bewusstseins bedürftigen Nichtexistenz finde ich eher dieses von Mangel, Schmerz und Entbehrung geprägte Leben tierhaft ernst…

Aber gut, ran ans Stöckchen.

1. Hast Du Angst vor dem Tod?
Was für eine Frage? Wie soll ich Angst vor etwas haben, das mein Bewusstsein gar nicht kennt. So lange ich zucke und mir darüber bewusst bin, gab es nur Existenz. Schmerzvolle, leere und einsame Existenz. Woher soll da eine Vorstellung des Todes kommen, worin soll eine Angst ihre Wurzel schlagen? Ende. Ungesehenes Schwarz. Un. Das ist der Tod, ein beneidenswerter Zustand für jeden Lebenden. Kieselsteine, Hausstaub und Moleküle leiden nicht.

2. Hast Du Angst vor dem Sterben?
Natürlich habe ich Angst vor dem Sterben, denn ich bin arm. Man wird mich in entsetzlichen Schmerzen langsam verrecken lassen, weil mit mir kein Geschäft zu machen ist. Ich finde Schmerzen schrecklich, viel schrecklicher als den Tod selbst.

3. Würdest Du der Sterbehilfe zustimmen, wenn sie erlaubt wäre in Deutschland?
Aber auf jeden Fall. Die Tatsache, dass man einem Menschen keinen einigermaßen würdevollen Tod aus eigener Auswahl erlaubt, spiegelt nur die Tatsache wider, dass man den Menschen kein einigermaßen würdevolles Lebens aus eigener Auswahl erlaubt.

4. Hast Du schon einmal über Organspende nach gedacht?
Ja. Und ich werde mich hüten, den Profiteuren der allgemeinen Krankheit und der allgemeinen Pathologisierung gewöhnlicher Lebensabschnitte und Charaktereigenschaften, den so genannten „Ärzten“, auch noch meinen Restleib als Rohstoff für ihr Geschäft zu geben. Niemals entspricht es meinem Willen, dass sich die Besitzenden mit meinem entlebten Körper schöner und gesünder machen können, während Freunde von mir in unbehandelten Schmerzen dahinvegetieren, weil sie eben auch arm sind.

5. Kannst Du verstehen, wenn Menschen Selbstmordgedanken hegen?
Ja. Manchmal kann ich selbst kaum noch an etwas anderes denken.

6. Würdest Du gerne zu Hause im Kreis deiner Familie sterben, wenn das möglich wäre?
Ich habe keine Familie. Ich habe kein Haus. Ich habe nichts als mein verfluchtes Dasein, das kurz, fröhlich und sinnlos ist.

7. Wie würde Deine Beerdigung aussehen? Hast oder würdest Du sie testamentarisch festlegen?
Ich will keine Beerdigung. Wenn man das, was als Abfall von mir übrigbleibt, irgendwo verscharrt und sogar aus dem Tod noch ein Geschäft macht, nachdem schon das ganze Leben unter dem Diktat einer allumfassenden Verwirtschaftung stand, dann geschieht das gegen meinen Willen.

8. See-, Feuer-, oder Erdbestattung?
Kompostierung.

9. Welches Lied würde bei deiner Beerdigung gespielt?
Phoen IX von Covenant. Aber das interessiert auch keinen, und niemand wird kommen, es zu hören.

10. Kommt für Dich ein Anonymes, Teilanonymes oder eine Friedwald – Grabstätte in Frage?
Ich sage doch: Kompostierung. Nichts anderes kommt für mich in Frage. Lasst doch den Krähen ihr Fresschen, und lasst doch die blauen Brummer die letzte Jauche schlürfen. Wichtiger als jede Beerdigung ist der Zustand des Lebens. Denn es gibt ein Leben vor dem Tod.

11. Würdest Du wollen das deine Angehörigen ewig schwarz tragen zum Zeichen der Trauer?
Nein. Ich wollte, dass sie eine Fete feiern, dass sie viel Alkohol trinken und brachiale Musik hören und vergessen, dass es mich gab. Angehörige habe ich eh nicht, jedenfalls keine, die mich haben wollten. Aber Freunde habe ich, und denen ist Respekt vor dem Leben gelehrt, nicht vor dem Tod.

12. Glaubst Du an ein Leben nach dem Tod?
Nein. Ich glaube an ein Leben vor dem Tod.

13. Was passiert wenn Du gestorben bist?
Ich vermute, dass sich jemand über alles hinwegsetzen wird, was ich wünsche und auch schriftlich festgelegt habe und ständig mit mir rumtrage. Ich vermute, dass man meinen biologischen Restmüll verscharren wird und dass die Rechnung vom Staat bezahlt wird. Ich vermute, dass so genannte „Ärzte“ auch gegen meinen Willen den kalten Körper völlig ausweiden werden. Ich vermute, dass niemand eine Fete feiert und dass die Sonne, weil sie keine andere Wahl hat, über nichts Neues aufgehen wird. Und. Ich bin mir sicher, dass mir das völlig gleichgültig ist, so gleichgültig, wie es einem Kieselstein ist, wenn er gegen eine Wand geworfen wird. Un.

14. Glaubst Du an Wiedergeburt?
Nein, denn ich bin Optimist.

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Freitag, 6. Februar 2009

Umfrage: Warum WordPress?

Filed under: Stöckchen — 124c41 @ 18:55

Kein Stöckchen im herkömmlichen Sinn ist die Umfage bei Ocean90 [gefunden über Ecki], warum man WordPress benutzt. An den Gewinnen bin ich eher weniger interessiert, aber die Fragen geben ein gutes Stöckchen für WordPress-Blogger ab. Deshalb hier meine Antworten:

Wie kamst du zu WordPress?
Als ich damals (es scheint mir schon ewig her zu sein) nach einer „richtigen“ Blogsoftware Ausschau hielt, habe ich mir vor allem angeschaut, was „richtige“ Blogger benutzen. Diese verwendeten vor allem WordPress oder Serendipity. Beide Systeme schaute ich mir in lokalen Installationen genau an, und schließlich entschied ich mich für WordPress, weil mir dort die gesamte Benutzerführung besser gelöst erschien. (Das war noch WP 1.5, inzwischen würde ich mich genau umgekehrt entscheiden.)

Hast du vorher schon einmal andere Blogsoftware benutzt, und wenn ja, welche?
Bevor ich unter die „richtigen“ Blogger ging, habe ich meine Texte über ein selbst geschriebenes CMS veröffentlicht. Als ich feststellte, dass ich mit der Möglichkeit zum mühelosen Veröffentlichen auch dazu überging, eher banale Dinge zu veröffentlichen, wurde mir langsam klar: „Ich bin ein Blogger geworden“ — und ich hatte damals für die Tagebücher des Banalen und Unbeachtlichen nur Verachtung übrig. Leider war mein eigenes CMS eben keine gute Blogsoftware, und deshalb musste ein richtiges Blog her, das zunächst als Nebenprojekt dieser Website begann. Inzwischen sind diese Ursprünge aus dem Internet entsorgt und ich bin ebenfalls „richtiger“ Blogger, der sein Tagebuch des Banalen und Unbeachtlichen in das Internet stellt. 😉

(Und ein Blog reicht mir schon lange nicht mehr aus! Ich fülle einige Blogs, um nicht diesen Eindruck eines Sammelsuriums entstehen zu lassen…)

Warum nutzt du (nun) WordPress als Blogsoftware?
Aus Gewohnheit und wegen der Schmerzen, die sich mit einer Umstellung auf Serendipity verbinden würden. Und keineswegs aus besonderer Liebe. Aber Gewöhnung ist ja viel stabiler als Liebe, nicht wahr. 😉

Wie zufrieden bist du mit WordPress?
Au weia, dazu muss ich eigentlich richtig viel schreiben.

Mit dem „alten“ WordPress (vor 2.5) bin ich trotz einiger Schwächen hochzufrieden gewesen. Alle meine Blogs laufen deshalb auch noch mit einer recht alten WordPress-Version, an der ich teilweise ein wenig selbst gebastelt habe.

Aber ab Version 2.5 ist WordPress für mich völlig unbenutzbar geworden. Es handelt sich um eine unerträgliche Bloatware. Die über 20000 Zeilen JavaScript, die beim Verfassen eines einfachen Blogeintrages nachgeladen werden, bremsen einen Browser auf schmalbrüstigen Computer — und ich bin arm und habe fast nur ältere Geräte — derart aus, dass das Dashboard völlig unbenutzbar wird. Da es für mein bevorzugtes OS (Linux) keinen vernünftigen, kleinen Blogclient wie etwa BlogDesk gibt, ist das für mich ein Ausschlusskriterium. Dieser Wust von JavaScript spiegelt die Tatsache wider, dass hier eine „Anwendung im Browser“ laufen soll, und das ist eine verdammt dumme Plattform, um eine Anwendung darin laufen zu lassen. Hätte man den ganzen Wust in Flash oder als Java-Applet gehäckt, denn wäre es schneller und benutzbarer. Meiner Meinung ist eine kleine Desktop-Anwendung wesentlich besser als der gegenwärtige Trend, mit einem Riesenhaufen komischer Programmierpraktiken den „Feel“ einer Anwendung im Browser zu simulieren.

Ein anderes Ding, dass mich in den alten WordPress-Versionen begeistert hat, ist die klare und schnell durchschaubare Benutzerführung; diese wurde ab Version 2.5 ohne besondere Not aufgegeben und durch etwas ersetzt, das mich zunächst einfach nur fassungslos machte. Sicher, ab Version 2.7 tut sich hier wieder etwas, aber jedes Mal, wenn ich meine älteren Versionen sehe, sehe ich auch, was hier dummerweise aufgegeben wurde, ohne dass man etwas Besseres zur Hand hatte.

So lange ich noch mit meinen alten Versionen ohne besondere Sicherheitslücke bloggen kann (ich lese die Security-Meldungen sehr aufmerksam), so lange werde ich bei diesen alten WordPress-Versionen bleiben. Aus Zufriedenheit damit. Ein Upgrade auf ein moderneres WordPress kommt für mich nicht in Frage, eher würde ich völlig mit dem Bloggen aufhören. Wenn ich bei jedem Post Scheiße fressen muss, macht es mir eh keinen Spaß mehr.

Was ist deiner Meinung nach das Besondere an WordPress?
An den alten Versionen war es die klare Benutzerführung und die Einfachheit der Anwendung in allen Alltagssituationen des Bloggens. Bei den neuen Versionen ist aus einem guten Blogsystem ein schlechtes CMS geworden, als ob nicht jeder, der ein „richtiges“ CMS benötigt, wüsste, wo man sich Joomla runterladen kann. Keine gute Idee, in eine solche Richtung zu gehen.

Würdest du WordPress für Anfänger oder für Fortgeschrittene empfehlen?
Was für eine seltsame Frage! Wenn ich es nur „für Fortgeschrittene“ empfehlen könnte, wäre es ein schlechtes Blogsystem — denn das inhärente Versprechen der Blogs ist es immer noch, dass jeder ohne große Hürden eine persönliche Stimme im Netz erhalten kann. Natürlich ist WordPress trotz aller „Bemühungen“ der Entwickler immer noch kein schlechtes System und deshalb auch für „Anfänger“ geeignet, wenn sie einen aktuellen Rechner zur Verfügung haben und bereit sind, mit einer fetten „Anwendung im Browser“ zu arbeiten. Allerdings ist einiges, was früher durch Plugins realisiert wurde, inzwischen in den Kern des Systemes gegangen, und der Anfänger sollte schon eine gewisse Bereitschaft haben, sich mit gängigen Nebenkonzepten des Bloggens wie etwa „Tags“ auseinanderzusetzen, um eine Entscheidung zu treffen, was er davon wirklich braucht und im Alltag nutzen will. So eine Überlegung kostet — wenn man bei einem „Anfänger“ gar nichts voraussetzt — vielleicht einen Tag des Lesens im Internet.

Könnte WordPress auch als Firmenwebsite dienen?
Noch so eine seltsame Frage! Will hier jemand um jeden Preis das Bloggen, also das Führen eines persönlich geprägten Tagebuches im Internet, kommerzialisieren? Natürlich könnte es (Konjunktiv!) dazu dienen, wenn man das Konzept der „Seiten“ verwendet, eine Seite zur Startseite macht und das eigentliche Blog etwa als „Newsticker“ verwendet — mit WordPress ist auch jedes Design möglich, so dass es gar nicht nach „Blog“ aussehen muss. Die Navigation sollte dann aber durch Plugins ein bisschen „verbessert“ werden, wenn es viele Seiten sind. Aber wer käme auf die Idee, das zu machen, wenn es wesentlich bessere Lösungen in Form voll aufgeplusterter CMS wie Joomla dafür gibt, die einen kompletten Workflow der Inhaltserstellung abbilden. Selbst für die Website eines kleinen Vereines wäre ein CMS geeigneter als ein Blog — obwohl ich für so etwas durchaus auch ein Blogsystem als Möglichkeit erwägen würde.

Denkst du, dass WordPress nur eine reine Blogsoftware ist oder aber auch als CMS zu bezeichnen ist?
Diese Unterschiedung ist in gewisser Weise eine künstliche. Die Grundfunktion von WordPress, also das, was eine frische Installation mit geringem Aufwand „out of the box“ möglich macht, ist Bloggen — also das Führen eines chronologisch geordneten, eventuell auch kategorisierten und verschlagworteten Tagebuches im Netz. Aber natürlich ist eine Blogsoftware immer auch ein kleines CMS, und mit ein paar Plugins und dem Willen dazu kann daraus schnell ein großes CMS werden. Die Frage ist nur, warum dann nicht gleich ein großes CMS benutzt werden sollte…

Software ist nichts weiter als ein immaterielles Werkzeug, ein Hilfsmittel, mit dem man sein Werk schafft. Was für die wirkliche Welt gilt, das gilt auch für die virtuelle Welt: Mit dem passenden Werkzeug hat man weniger Mühe. Dank der Freiheit der Software geht es sogar noch ein bisschen weiter: Wer für seinen Internet-Auftritt ein unpassendes Werkzeug nimmt und sich damit viel Mühe macht (vielleicht, weil mal so ein Hype vom „Bloggen“ durch die Medien raschelte), der ist dumm. Solche Dummheit hat weder in der PR- noch in der IT-Abteilung eines Unternehmens etwas zu suchen, was jetzt hoffentlich auch die mitschwingende Frage nach der kommerziellen Nutzbarkeit beantwortet…

Kennst du größere Unternehmen/Websites, die WordPress schon nutzen? Wenn ja, welche?
Nein, kenne ich nicht — denn ich lese im Internet nur die Mitteilungen, die mir in meinem Leben etwas zu sagen haben, und diese kommen nur sehr selten von Unternehmen oder aus „großen“ Websites. Reklame aller Art muss ich schon genug „genießen“. 😉

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