Hol das Stöckchen!

Montag, 29. Dezember 2008

Jahresrückblicks-Stöckchen

Filed under: Stöckchen — 124c41 @ 02:17

Huch, was liegt denn da bei Mythopoeia: Ein Stöckchen, das die Erinnerung an das Jahr 2008 beflügeln soll. Das muss ich mir doch gleich schnappen, um es hier zu vergraben…

Beste CD 2008:
Die beste CD stammt immer noch aus dem Jahr 2007, denn ich habe im ganzen Jahr 2008 jedem Angebot widerstehen können. Und diese beste CD ist The Hours von All My Faith Lost — wenn die sich das erste Stück „Angelike“ gespart hätten, wäre es ein Kandidat für die besten Alben aller Zeiten in meinen Ohren gewesen. (Aber wer mag denn außer mir dieses melancholische Zeug?)

Bester Film 2008:
Auch im Jahr 2008 habe ich ohne Fernsehen und ohne Kino gelebt. Dies beabsichtige ich bis zum bitteren Ende fortzuführen. Mein ganz normales Kopfkino ist dramatisch genug, und die tägliche Konfrontation mit meinen Zeitgenossen ist die beste Komödie. Schade, dass diese — wie alle Clowns und Kabarettisten — ihr Schauspiel so ernst nehmen.

Schönste Begegnung 2008:
Ein ruhiger, maiwarmer See in einer Industriebrache, dargeboten mit einigen verstörten Libellen und begleitet vom unaufhörlichen Quaken unzähliger Frösche. Hinter dem Aushubhügel, auf dem ich saß, eine Weide mit Kühen und eine Weide mit Pferden, die Landstraße verstummt, groß und rötlich hing der Mond am Firmament. Die schönsten Begegnungen hat man immer noch allein.

Schlimmste Begegnung 2008:
Der Volldepp, der besoffen beim Offenen Wochenende der Whitedarkness aufschlug, um es zu sprengen, und der hinterher noch mein Blog vollgepöbelt hat. (Das hat er übrigens bis dahin unter verschiedenen Pseudonymen, aber mit leicht erkennbarem Stil den Rest des Jahres hindurch fortgesetzt. Es gibt Leser, die ich eigentlich nicht haben möchte.)

Das größte Herzklopfen 2008:
Die ganzen Frauen, deren Nachnamen .jpg oder .mpg lauten, verursachen mir schon lange kein besonderes Klopfen im Herzen mehr — eher schon an einer etwas tiefer gelegenen Stelle.

Schönster Job 2008:
(Job? Was für ein Wort angesichts eines brotlosen Künstlers.) Die Mitarbeit an der Angstraum-Installation im Rahmen der Whitedarkness 14 und die Fertigstellung meines Albums Schwarzer Nasser Schmerz.

Blödester Job 2008:
Die vielen Stunden, die ich in der Vorweihnachtszeit mit Menschen verbracht habe, die Weihnachten so schrecklich fanden, dass sie sich das Leben nehmen wollten, die sich aber von diesem Empfinden nicht davon abhalten ließen, das „Fest“ dennoch in der verschrecklichten Weise zu begehen. Klar, dass so ein „Fest“ denn immer eher an einen Verkehrsunfall erinnert hat.

Coolste Anschaffung 2008:
Es war zwar keine Anschaffung, sondern ein Geschenk — aber der recht betagte HP Jornada 720e ist eine ideale Schreibmaschine für unterwegs und hat mir schon manchen Tag erleichtert. Wie oft habe ich doch vorher die Notizen aus meinem Notizbuch dechiffrieren und abtippen müssen.

Überflüssigste Anschaffung 2008:
Keine überflüssige Anschaffung.

Beste Entscheidung 2008:
Meine Einarbeitung in Blender — dem Programm mit einer GUI, die einen einfach nicht durchlassen will.

Blödeste Entscheidung 2008:
Dass ich nach dem Layer-Ad-Eklat von Jamendo zwar binnen sehr kurzer Zeit entschieden habe, meine Musik nicht als Lockmittel zur Zumutung der Reklame verwursten zu lassen, es aber nicht sofort eingesehen habe, dass die endgültige Löschung meines Accounts dort die einzige sinnvolle Reaktion gewesen wäre, als meine Erläuterung zur Albenlöschung nicht veröffentlicht wurde. Na ja, jetzt bin ich so gut wie weg — leider kann man sich nicht mehr selbst löschen…

Schönster Ausflug 2008:
Ein Ort unter den Birken nahe dem Toten Moor, der Boden voll von sanftem Wollgras und die Luft brummend vor gefährlichen Erdhummeln.

Größter Traum 2008:
Ein paar Atombomben haben.

Lieblingsbuch 2008:
Poundstone: Im Labyrinth des Denkes. (Das ist aber auch schon wieder etwas älter gewesen, doch ich habe es erst 2008 ergattern können.)

Schönster Moment 2008:
Der Abend mit C. und Hagen Rether. (Nein, ich gehe sonst nicht zum Kabarett.)

Schlimmster Moment 2008:
Fast jeder.

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