Hol das Stöckchen!

Samstag, 20. September 2008

Buch-Stöckchen

Filed under: Stöckchen — 124c41 @ 04:21

Oh, was liegt denn da beim Lesekreis auf dem Weg? Ein Buch-Stöckchen als Aufforderung, zehn Bücher anzugeben, die „man“ unbedingt gelesen haben sollte. Natürlich als ganz persönliche Empfehlung.

Nun, mein Geschmack ist da weniger literarisch, und das wird sich auch in meinen Empfehlungen widerspiegeln. Aber wie soll man sich denn bitte auf nur zehn Bücher beschränken…

  1. Die Bibel
    Auch, wenn man (wie ich) kein Anhänger der christlichen Religion oder des mosaischen Glaubens ist, hilft eine Kenntnis der Ursprünge des religiösen Irrsinnes sehr dabei, einen kühlen Kopf zu behalten, wenn mal wieder ein Pfäfflein oder Pope seine Frömmelei, Heuchelei und kalte Unmenschlichkeit zu einem ungenießbaren Brei zusammenrührt.
  2. Carl Sagan, Contact
    Vielleicht einer der beeindruckendsten Romane, die ich je von einem Wissenschaftler gelesen habe. (Ich weiß allerdings nicht, wie die deutsche Übersetzung ist.) Natürlich gleitet die Erzählung immer wieder einmal in plumpe Klischees ab, da hier ein Wissenschaftler sein Tun, seine Träume und seine Methodik einer breiten Masse darzulegen sucht und deshalb die Menschen in ihren zum Teil recht plumpen Vorstellungen abholt. Aber es wird an kaum einer Stelle unerträglich, und die Geschichte ist gut erzählt — einschließlich der deutlichen Anmerkungen zu den Schwächen des gegenwärtigen wisschenschaftlichen (Verschreiber Absicht) Betriebes.
  3. Hans-Magnus Enzensberger, Politik und Verbrechen
    Dieses Buch ist nicht nur immer noch aktuell, es ist sogar noch aktueller geworden. Erstaunlicherweise kennt es kaum jemand.
  4. Sigmund Freud, Vorlesung zur Einführung in die Psychoanalyse
    Dies ist die vielleicht lesbarste Schrift von Freud zu seinem Werk, ein Buch, das man auch gut nebenbei und ohne besondere Mühe lesen kann. Aber Vorsicht: Man liest es ganz von allein mehr als einmal, weil mit dem zunehmenden Einblick in die Psychoanalyse Freuds auch eine große Faszination aufkommt. Leider vergisst man über diese Faszination leicht die Probleme eines Deutungsschemas, das wegen seines stark suggestiven Anteiles in einer psychoanalytischen Sitzung durchaus fragwürdig ist.
  5. Jean Liedloff, Auf der Suche nach dem verlorenen Glück
    Kaum ein anderes Buch hat mir so sehr geholfen, den Prozess zu verstehen, der über die Gesellschaften abläuft. Es ist so klar und klärend, und es öffnet die Augen für den alltäglich gewordenen Horror der Zerstörung jeder Lebensfähigkeit schon in der Kindheit — durch eine Gewaltmethode, die sich Erziehung nennt.
  6. M. A. Verick, Das Medienmonopol
    Das Sachbuch für das neue Jahrhundert! Es hat sicherlich einige Schwächen in seiner verwendeten Sprache und im Stil, aber die beschriebenen Tatsachen sollten jedem Menschen bekannt sein, bevor es sich etwas auf seine „Meinung“ einbildet.
  7. Da Free John, Scientific Proof Of The Existence Of God Will Soon Be Announced By The White House
    Obwohl es ein spirituelles Buch von einem Guru ist, es ist so voller Heiterkeit und Licht, das man es einfach lesen muss. Das Englisch ist zwar sehr eigenartig, was natürlich auch an der Ausdrucksweise eines Gurus liegt, aber es ist doch leichter lesbar, als man im ersten Moment denken möchte. Und schon nach ein paar Seiten wird völlig klar, dass niemals ein wissenschaftlicher Beweis der Existenz Gottes verkündet werden wird… Humor hat er!
  8. William Poundstone, Im Labyrinth des Denkens
    Die Beschränktheit unseres intellektuellen Apparates wird an vielen Beispielen deutlich gemacht, aber trotz dieses scheinbar trockenen Stoffes ist es ein sehr fesselndes Buch. Die dargelegten Paradoxien sind wirklich erschütternd.
  9. Paul Watzlawick, Anleitung zum Unglücklichsein
    Wer angesichts seines Lebens zur Trübsal neigt, wer einen übertrieben melancholischen Menschen in seinem Umfeld ertragen muss, wer einfach mal wieder über das stinkende Leben lachen will, der braucht dieses Buch.
  10. Elias Schwerdtfeger, 2c4 – Das Wörterbuch der Richtig-Dichtung
    Etwas Werbung in eigener Sache. In diesem Buch nehme ich die Sprache der Werbung, Politik und Manipulation auseinander. Es handelt sich um eine Art Wörterbuch, das aber nicht nach Sachlichkeit strebt, sondern nach deutlichem Deutsch gegen den nebulösen Blah. Ich hätte es eigentlich die ganzen Jahre hindurch weiterpflegen sollen, aber dazu bin ich einfach nicht gekommen.
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