Hol das Stöckchen!

Dienstag, 30. September 2008

Das Pr0n-Stöckchen

Filed under: Stöckchen — 124c41 @ 06:03

Oh, was liegt denn da beim Seelenlicht? Ein Stöckchen. Und was für eins! Dieses Pr0n meint ein Wort, das beim LÄser erst entsteht, wenn man die Null mit dem R vertauscht und es dann auch noch übers Herz bringt, diese Null als ein Oh zu lesen — aber wenn man das so entstehende wÖrtlein schreibt, denn denkt gleich jeder rObOtter, dass man ganz triefefeuchte Inhalte habe, die keines Kindes Auge benetzen dürfen und verbirgt die kleine Kulinarität der unteren Leibespforten vor dem Antlitz der Welt. Natürlich fällt keines Suchmaschinchens Filter auf derart dürftige und weitbekannte Maskierungen möser Wörter herein, aber das Stöckchen heißt nun einmal, wie es heißt, und so soll es auch heißen — heissa!

Das Pr0n-Stöckchen

(Irgendwie denke ich bei einem Stöckchen jetzt an eine recht gerade, steife Stange. Wie passend mir solch Wort erscheint, steht es nur im rechten Winkel Kontext!)

1. Kuckst du Pr0n?

Aber nein doch. Niemand kuckt Pr0n. Und ich schon gar nicht. Wie könnte ich nur. Ich habe doch ein Kopfkino bei der reibenden Liebe an und für mich, ein feines einsames Kopfkino nur für mich alleine.

2. Warum (nicht)?

Ich habe so etwas mal gesehen und fand es ungefähr so erregend wie den Anblick einer Batterie im Mondlicht. Das ist jetzt lange her. Natürlich sah ich zwischendurch auch andernmals so manches Mal im Irgendwo auf Bildschirmen anderer Menschen Pr0n. Aber auch das war nicht erregender als eine geschälte Apfelsine zu einem Tässlein kalten Kaffees. Ich bin einfach nicht der Pr0n-Typ, vielleicht nicht einmal der Typ führ Sekks. Dem zu Folge ist mein Liebesleben ein ewiger Herbst. Deshalb gehe ich ja auch so oft und gern zur Selbstreibung in mein Kopfkino, das erfreulich gut ohne die Mithilfe anderer Körper auskommt. Das ist vielleicht auch besser für die anderen Körper, denn meine recht schmutzigen Fantasien… sind ein Thema für ein anderes Stöckchen.

3. Welches Medium (Web, DVD etc.)?

Schlamm.

Natürlich werf dies Stöckchen niemanden zu, aber jeder darf gern danach greifen, wenn ihm danach zumute ist…

Advertisements

Samstag, 20. September 2008

Buch-Stöckchen

Filed under: Stöckchen — 124c41 @ 04:21

Oh, was liegt denn da beim Lesekreis auf dem Weg? Ein Buch-Stöckchen als Aufforderung, zehn Bücher anzugeben, die „man“ unbedingt gelesen haben sollte. Natürlich als ganz persönliche Empfehlung.

Nun, mein Geschmack ist da weniger literarisch, und das wird sich auch in meinen Empfehlungen widerspiegeln. Aber wie soll man sich denn bitte auf nur zehn Bücher beschränken…

  1. Die Bibel
    Auch, wenn man (wie ich) kein Anhänger der christlichen Religion oder des mosaischen Glaubens ist, hilft eine Kenntnis der Ursprünge des religiösen Irrsinnes sehr dabei, einen kühlen Kopf zu behalten, wenn mal wieder ein Pfäfflein oder Pope seine Frömmelei, Heuchelei und kalte Unmenschlichkeit zu einem ungenießbaren Brei zusammenrührt.
  2. Carl Sagan, Contact
    Vielleicht einer der beeindruckendsten Romane, die ich je von einem Wissenschaftler gelesen habe. (Ich weiß allerdings nicht, wie die deutsche Übersetzung ist.) Natürlich gleitet die Erzählung immer wieder einmal in plumpe Klischees ab, da hier ein Wissenschaftler sein Tun, seine Träume und seine Methodik einer breiten Masse darzulegen sucht und deshalb die Menschen in ihren zum Teil recht plumpen Vorstellungen abholt. Aber es wird an kaum einer Stelle unerträglich, und die Geschichte ist gut erzählt — einschließlich der deutlichen Anmerkungen zu den Schwächen des gegenwärtigen wisschenschaftlichen (Verschreiber Absicht) Betriebes.
  3. Hans-Magnus Enzensberger, Politik und Verbrechen
    Dieses Buch ist nicht nur immer noch aktuell, es ist sogar noch aktueller geworden. Erstaunlicherweise kennt es kaum jemand.
  4. Sigmund Freud, Vorlesung zur Einführung in die Psychoanalyse
    Dies ist die vielleicht lesbarste Schrift von Freud zu seinem Werk, ein Buch, das man auch gut nebenbei und ohne besondere Mühe lesen kann. Aber Vorsicht: Man liest es ganz von allein mehr als einmal, weil mit dem zunehmenden Einblick in die Psychoanalyse Freuds auch eine große Faszination aufkommt. Leider vergisst man über diese Faszination leicht die Probleme eines Deutungsschemas, das wegen seines stark suggestiven Anteiles in einer psychoanalytischen Sitzung durchaus fragwürdig ist.
  5. Jean Liedloff, Auf der Suche nach dem verlorenen Glück
    Kaum ein anderes Buch hat mir so sehr geholfen, den Prozess zu verstehen, der über die Gesellschaften abläuft. Es ist so klar und klärend, und es öffnet die Augen für den alltäglich gewordenen Horror der Zerstörung jeder Lebensfähigkeit schon in der Kindheit — durch eine Gewaltmethode, die sich Erziehung nennt.
  6. M. A. Verick, Das Medienmonopol
    Das Sachbuch für das neue Jahrhundert! Es hat sicherlich einige Schwächen in seiner verwendeten Sprache und im Stil, aber die beschriebenen Tatsachen sollten jedem Menschen bekannt sein, bevor es sich etwas auf seine „Meinung“ einbildet.
  7. Da Free John, Scientific Proof Of The Existence Of God Will Soon Be Announced By The White House
    Obwohl es ein spirituelles Buch von einem Guru ist, es ist so voller Heiterkeit und Licht, das man es einfach lesen muss. Das Englisch ist zwar sehr eigenartig, was natürlich auch an der Ausdrucksweise eines Gurus liegt, aber es ist doch leichter lesbar, als man im ersten Moment denken möchte. Und schon nach ein paar Seiten wird völlig klar, dass niemals ein wissenschaftlicher Beweis der Existenz Gottes verkündet werden wird… Humor hat er!
  8. William Poundstone, Im Labyrinth des Denkens
    Die Beschränktheit unseres intellektuellen Apparates wird an vielen Beispielen deutlich gemacht, aber trotz dieses scheinbar trockenen Stoffes ist es ein sehr fesselndes Buch. Die dargelegten Paradoxien sind wirklich erschütternd.
  9. Paul Watzlawick, Anleitung zum Unglücklichsein
    Wer angesichts seines Lebens zur Trübsal neigt, wer einen übertrieben melancholischen Menschen in seinem Umfeld ertragen muss, wer einfach mal wieder über das stinkende Leben lachen will, der braucht dieses Buch.
  10. Elias Schwerdtfeger, 2c4 – Das Wörterbuch der Richtig-Dichtung
    Etwas Werbung in eigener Sache. In diesem Buch nehme ich die Sprache der Werbung, Politik und Manipulation auseinander. Es handelt sich um eine Art Wörterbuch, das aber nicht nach Sachlichkeit strebt, sondern nach deutlichem Deutsch gegen den nebulösen Blah. Ich hätte es eigentlich die ganzen Jahre hindurch weiterpflegen sollen, aber dazu bin ich einfach nicht gekommen.

Donnerstag, 4. September 2008

Zehn-Dinge-Stöckchen

Filed under: Stöckchen — 124c41 @ 03:02

Da denke ich doch, dass mir ein Blog mit dem Namen „Noite de Lua Cheia“ wohl eher etwas spanisch vorkommen wird, und worüber stolpere ich da? Über ein gerades, deutsches Stöckchen. Das musste ich einfach mal wieder verstohlen an mich reißen, um es hier zu vergraben…

Zur Aufgabe: In diesem Stöckchen soll man die 10 Dinge aufführen, die man am liebsten mag oder hat. Ursprünglich war es mal ein längeres Stöckchen mit 20 Dingen, aber für die allgemeine Schreibunlust wurde es ein wenig heruntergebrochen. In halber Länge geht es auch doppelt schnell. Die Reihenfolge drückt keine Gewichtung aus.

  1. Wenn es das GNU-Projekt und Linux nicht gäbe, könnte ich wohl nicht mehr leben. Jedes Mal, wenn mich der allgemeine Wahnsinn der heutigen Zeit völlig entmutigt, kann ich mich daran aufrichten, dass es zumindest in einem kleinen Bereich eine gut funktionierende Anarchie gibt, von der viele Menschen etwas haben.
  2. Unendlich wichtig ist für mich die Sonne, und ist für mich die Wärme. Frieren ist Scheiße, und ich weiß nicht, ob ich den kommenden Winter zum Anlass für meinen Freitod nehmen werde.
  3. Kaffee ist ein wunderbares Getränk, schmackhaft und erquickend.
  4. Wenn M. nicht lebte, es gäbe mich schon längst nicht mehr. Eine solide Hassliebe ist stabiler als aller emotionaler Rausch.
  5. Es gibt kaum etwas schöneres als Ruhe, vor allem, wenn man seine Ohren im täglichen Lärm verödet.
  6. Oh, wie ich die deutsche Sprache liebe! Mit allen ihren Unregelmäßigkeiten, ihren teils archaischen Formen, ihren vielen Anklängen voll uralter Weisheit und mit ihren Konsonantenhäufungen. Fast überall auf der Welt würde man jemanden, der ein Wort wie „Broccolistrunkstück“ von sich gibt, für halskrank halten. In Deutschland spricht er die Hochsprache. Und hat kein Problem, in Kneipen namens „Zwetschgenkroiger“ zu gehen, deren Name zwei Dritteln der Welt einen schmerzhaften Krampf im Sprechapparat abverlangte. Ohne meine Sprache wäre ich nackt, denn ich könnte mein eigentliches Sein, die Gedanken, nicht mehr bekleiden.
  7. Manchmal, wie ich durch triefe Sümpfe gehe, sehe ich metallisch, einem organischen Hubschrauber gleich, Hoffnung für das Leben an sich. Eine Libelle, groß und mir chauvinistischem Wirbeltier eigentümlich fremd, zeigt mir, dass das Leben älter ist als die Menschen, und dass es auch Schöneres hervorgebracht hat als die Menschen. In der Ferne pickt ein ungleich vertrauterer Graureiher ungleich vertrautere Kröten auf, ein Mahl, das keinen Kampf erfordert, und das Grün ist allgegenwärtig auf den trüben, matschigen Lachen. Wo die Erde noch wie ein unbewohnter Ort riecht, bekommt ihr tödlicher Ruf auch etwas Tröstliches.
  8. Vor einigen Wochen habe ich etwa 10 Jahre alten Jornada 820e von Hewlett Packard geschenkt bekommen, und dieses Ding ist mir schon ans Leben gewachsen. Eine Schreibmaschine für unterwegs, deren Akkus immer noch zehn Stunden halten können, ist genau das, was mir immer gefehlt hat.
  9. Wie lieblich sind Wohnungen ohne Fernseher! Wie menschlich sind die darin wohnenden Menschen!
  10. Jedes Kind zeigt in lichten Momenten, in denen es sich völlig unbeobachtet wähnt, auch von den Eltern völlig unbeobachtet, dass das Leben eine reine Lust ist. Wenn so ein Pimpf mit Freude in eine Pfütze springt, dass es nur so spritzt und kleckert und wenn er gar nicht genug davon kriegen kann, denn fängt dieser Anblick mehr von der möglichen Freude des Seins ein als alle werbenden Versprechungen von Sicherheit, Genuss und Konsum.

Montag, 1. September 2008

Tee-Treibgut

Filed under: Stöckchen — 124c41 @ 23:32

Dieses Stöckchen wurde in seiner Quelle mit dem sehr passenden Nomen „Treibgut“ bezeichnet, und ich habe gar nicht erst darauf gewartet, dass es zu mir hintreibt, sondern gleich danach geangelt, als sei rottig-nasses Holz ein Schatz. Was soll man auch aus dem Wasser ziehen, wenn die Fische nicht beißen…

Trinkt Ihr gerne Tee?
Es gibt im Deutschen ja eine Redensart. Diese lautet „Abwarten und Tee trinken“, und sie unterstreicht das langweilig-genussvolle in Verkosten der Aufgussgetränke, die einsilbig im Sammelbegriffe „Tee“ zusammengefasst werden. Nun, ich bin nicht jemand, der „abwarten“ mag. Und ich bin auch nicht jemand, der oft Tee trinken mag. Manchmal trinke ich schon etwas Tee, aber ich bevorzuge es, Kaffee zu trinken, das Abwarten zu beenden und loszugehen.

Was ist Euer Lieblingstee?
Wenn ich Tee trinke: Assam.

Wie muss er zubereitet sein?
Genau so, wie Tee eben zubereitet wird. In angewärmter Kanne heißes Wasser auf die in einem Siebe oder einem Teefilter befindlichen Blattbrösel, damit die Droge gut und schmackhaft extrahiert wird. Nicht zu lange ziehen lassen, und ungezuckert herunter damit. Wenn einem nach Tee ist, denn ist das sehr lecker.

Trinkt Ihr das ganze Jahr über Tee oder nur zu bestimmten Jahreszeiten?
Ich trinke das ganze Jahr über Kaffee und Tee nur selten, aber das Seltene konzentriert sich nicht auf bestimmte Regionen des Kalenders. Im Gegensatz zum Kaffee, den ich ja ständig trinke. Ein Kaffee-Stöckchen wäre für mich viel geeigneter. Aber was sollte man zum Kaffeetrinken sagen. Es ist eben die Droge der Müden und Ermatteten, ohne die längst schon das Wirtschaftssystem unter einer bleischweren Müdigkeit alljener, die ihr Leben den Anforderungen der unermüdlichen Maschinen anpassen müssen zusammengebrochen wäre. Und die deutsche Sprache neigt dazu, Verben am Ende eines Satzes, wo sie zuweilen lange Schlangen, die lustig anzusehen sind bilden zu akkumulieren. Aber ich schweife ab. Weil ich zu einem Thema schreibe, dass gar nicht recht meines ist. Ich hätte vielleicht ein wenig abwarten und Tee trinken sollen, bis vielleicht ein anderes Stöckchen vorbei treibt. Ach, seis drum…

…ab damit!

Bloggen auf WordPress.com.