Hol das Stöckchen!

Sonntag, 27. Juli 2008

Das Feedreader-Stöckchen

Filed under: Stöckchen — 124c41 @ 20:04

Mitgenommen bei „Metropolis — Leben in einer Großstadt“ und einfach hier vergraben…

1. Welchen Feedreader benutzt Du und seit wann?

Seit über einem Jahr verwende ich eine vedeckte und passwortgeschützte Installation von Gregarius. Da ich wegen meines Lebensstiles von ständig wechselnden Plätzen aus das Internet nutze, brauche ich einen Reader im Internet. Die Preisgabe meiner Lesegewohnheiten gegenüber einem kommerziellen Anbieter oder gar einer Datenkrake wie Google kommt für mich nicht in Frage.

2. Wieviele Feeds hast Du abonniert, wieviele davon sind Blogs (in %)?

Es sind insgesamt 132 Feeds. Einige davon dienen aber meiner Bequemlichkeit, da ich auch die Kommentarfeeds meiner eigenen Projekte aggregiere, um beim normalen Lesen meiner Standardquellen auf gewisse Entwicklungen in meinen Blogs und Websites aufmerksam zu werden und gegebenenfalls schnell reagieren zu können. Das gleiche gilt für einige Foren, bei denen ich administrativ tätig bin. (Ich liebe übrigens Foren mit RSS-Feeds, leider gehört dies bei den „großen“ Boardlösungen nicht zur Standardfunktionalität. Und ich liebe bbPress, wo man einen Feed für alles mögliche hat, sogar für Suchergebnisse.) Mit solchen Hilfsmitteln kann auch ein Obdachloser im Internet so einiges „wuppen“, ohne täglich stundenlang online sein zu müssen.

Wenn ich diesen, meiner Bequemlichkeit geschuldeten Missbrauch des Feedreaders nicht zu „den Blogs“ zähle, denn sind etwa 70 Prozent meiner Quellen Blogs.

3. Wieviele Feeds liest Du täglich (wöchentlicher Schnitt)?

Ich habe das noch nie gezählt. Angesichts des gegenwärtigen Content-Klauens liefern die meisten Blogger ja nur noch eine kurze Zusammenfassung als Feed aus, und ich muss deshalb oft die Quelle lesen. Ob ich das tue, hängt nicht von der Quelle ab (uninteressante Quellen habe ich nicht), sondern vom thematischen Schwerpunkt, der in der Zusammenfassung sichtbar wird.

Ich hasse übrigens heise online dafür, dass der Text im Feed genau so nichtssagend wie die Überschrift ist. Ein bisschen mehr würde doch schon gehen, zum Beispiel die ersten zehn Wörter des Artikels oder so etwas.

4. Dein meistgelesenster Feed/deutscher Blog-Feed?

Fefe

5. Welche Nachrichtenseiten hast Du abonniert (nenne max. 3)?

BooCompany, Fefes Blog und Photoshop Disasters… 😉

Ich meide den normalen Auswurf der Journaille und ziehe es vor, mir die Produkte dieses Bullshit-Fließbandes von anderen Bloggern vorverdauen zu lassen. Denn ich habe einen empfindlichen Magen…

6. Dein erstes und Dein letztes Blog im Reader?

Das erste ist BooCompany, das letzte ist Wunsch und Wille…

Auch, wenn es so aussieht, ich sortiere nicht alphabetisch.

7. Lesegewohnheit: alphabetisch, chronologisch, durcheinander?

Strikt chronologisch absteigend über alle aggregierten Inhalte, aber immer wieder auch einmal ein Blick in jene Quellen, die es nicht verdienen, im Brausen der Aktualität zu versinken.

8. Hast Du Blogs/Feeds, von denen Du nicht zugeben würdest, dass Du sie liest, im Reader?

Aber jede Menge. Vor allem auch ein bisschen wirres Zeug vom Randbereich der allgemeinen Paranoia und Geschreibsel mit eher esoterischem Hintergrund. Tatsächlich werde ich auf einige Entwicklungen vor allem über diesen Kanal aufmerksam. Und denn gibt es da noch diese paar Stolpersteine im Netz, diese Blogs mit rein persönlichen Hintergrund, die ich vor allem deshalb lese, weil ich mich persönlich angesprochen fühle oder die Interessen dieses Menschen interessant finde. Aber in meinen oft vor Ernst strotzenden Texten würde ich niemals offen zugeben, dass ich mir so etwas gebe…

Geht das nicht jedem echten Blogger so, dass er nicht auch ein paar Quellen läse, die gar nicht nach Hochglanz und Konzept aussehen? 😉

Mittwoch, 16. Juli 2008

Buch-Stöckchen

Filed under: Stöckchen — 124c41 @ 02:25

Einfach mitgenommen bei Masca’s Weblog und hier eingegraben…

  1. Schnapp dir das Buch, welches unmittelbar in deiner Nähe liegt.
  2. Schlage es auf Seite 123 auf.
  3. Suche den fünften Satz.
  4. Poste die nächsten drei Sätze.
  5. Gib das Stöckchen an fünf andere Leute weiter.

Au weia! Das erste richtige Buch in meiner Griffnähe (neben dem aktuellen Versandhauskatalog von Quelle, den ich nicht als Buch durchgehen lasse), ist ein recht trockener „Klassiker“. Es handelt sich um „Algorithms in C++“ von Robert Sedgewick aus dem Jahr 1992. Und auf Seite 123 befinde ich mich mitten im Kapitel über Quicksort. Die grafische Veranschaulichung der Teildateien in einer nichtrekursiven Implementation von Quicksort nimmt dort zwei Drittel der Seite ein, und der sechste Satz des verbliebenen Textes wird bereits auf der nächsten Seite fortgesetzt.

Aber gut, denn wird eben umgeblättert.

It is straightforward to change the program so that it puts no such files on the stack. This change is even more effective when the next improvement described below is included–this involves ignoring small subfiles in the same way, so the chances that both subfiles need to be ignored are much higher.

Of course the nonrecursive method processes the same subfiles as the recursive method for any file; it just does them in a different order.

Aber weitergeben tue ich das jetzt nicht. Vielmehr schlage ich vor, dass hier jetzt jeder eine andere Seitenzahl und einen anderen Ausschnitt von der Seite angibt und dass sich ganz viele Blogger ganz viele Mutationen dieses Stöckchens zuwerfen. Auf diese Weise entsteht ein fast ungenießbares Abbild der Weltliteratur in den Blogs; zumindest desjenigen Teiles der Weltliteratur, der sich in Griffnähe von Computern befindet…

Freitag, 4. Juli 2008

99 Dinge

Filed under: Stöckchen — 124c41 @ 22:20

Hier mitgenommen

01 | Name: Elias, (hebr.: Elijahu)
02 | Spitzname: Penner / Arschloch / Schnorrer
03 | Geschlecht: männlich
04 | Geburtsdatum: 11. März 1966
05 | Wohnort: meistens Hannover
06 | Größe: 192 cm, Tendenz sinkend
07 | Gewicht: je nach langfristiger Lage 95 bis 135 Kilo
08 | Haarfarbe: Eine nichts sagende Schattierung von Braun
09 | Augenfarbe: graublau
10 | Schule: viele Zerbruchsanstalten, die erfolglos blieben
11 | Gebratener Speck oder Crouton: Bäh!
12 | Parfüm: Schweiß und Smegma
13 | Shampoo: alles billige gegen Schuppen
14 | Lieblingsfarbe: schwarz, antrazit, asfaltgrau, leichenfahl
15 | Beste Freunde: Frank, Margret
16 | Ein oder mehrere Kopfkissen: meistens die Hand
17 | Tiere: mal Bettwanzen, mal Mücken, mal Läuse
18 | Lieblingsfilme: Solaris, Stalker, 2001
19 | Lieblingsmusikrichtung: gute Musik
20 | Hobbys: keine
21 | Traumauto: ein Raumfahrzeug für intergalaktische Strecken
22 | Automarke, die du fährst: ein Paar Schuhe und ein Fahrrad
23 | Wort oder Phrase, die du oft benutzt: Scheiße
24 | Zahnpasta: die billigste
25 | Lieblingsessen: Currywurst
26 | Wohnst du mit deinen Eltern zusammen: welche?
27 | Lieblingseissorte: Walnuss
28 | Lieblingsgetränk: Wasser
29 | Wann gehst du normalerweise ins Bett?: bei Müdigkeit
30 | Lieblingsschuhe: gut ausgelatschte Sandalen
31 | Lieblingssongs: Covenant: Phoen IX
32 | Lieblingswebseite: http://elias.weltretter.de/
33 | Lieblingsfach: Mathematik
34 | Hassfach: Sport
35 | Liebster Sport, den du dir ansiehst: Snooker
36 | Schrecklichste oder nervigste Person, die du kennst: Ingeborg
37 | Lieblingsferienland: Niederlande
38 | Arbeit: viel Mühe mit brotloser Kunst
39 | Haus- oder Naturmensch: weder / noch
40 | Hast du Kinder: mir fehlt die Gebärmutter
41 | Wenn nein, willst Du welche?: nur ohne Weibesbeteiligung
42 | Piercing oder Tattoo: kein Tattoo und kein Stempel
43 | Ernst oder lustig sein: böser, subtiler Humor, der nichts ernst nimmt
44 | Single oder „vergriffen“: Frauen nehmen lieber Geld
45 | Einfach oder kompliziert: So einfach, dass es kompliziert ist
46 | Gesetz oder Anarchie: Freiheit, Brötchen, Lebensrecht!
47 | Teufel oder Engel: Schwein
48 | Schreiben oder lesen: das Lesen raubt die Zeit zum Schreiben
49 | Farb- oder Schwarz-Weiß-Fotos: grausame Farbfotos
50 | Sonnenauf- oder -untergang: Nacht
51 | Rap oder Rock: Krach
52 | früh oder spät aufstehen: so spät wie möglich
53 | Baden oder duschen: meistens duschen
54 | Leder oder gestrickte Geldbörse: keine Schatulle für die Leere
55 | Apfel oder Orange: an den Bäumen wachsen Äpfel
56 | Größere oder kleinere Frauen: tendenziell groß und etwas dick
57 | Smaragd oder Rubin: Sand und Kieselstein
58 | Restaurant mit Kerzenlicht oder Picknick im Mondschein: Nein
59 | Links oder rechts: über der parlamentarischen Sitzordnung
60 | Vanille oder Schokolade: Walnuss
61 | Jennifer Lopez oder Verona Feldbusch: wer?
62 | Grüne Bohnen oder Möhren: Bananen
63 | Wenig Fett oder fettfrei: triefend
64 | Silberne oder goldene Juwelen: wozu?
65 | Aussehen oder Charakter: Echtheit.
66 | Hund oder Katze: eher Katze
67 | Halbleer oder halbvoll: ganz leer
68 | Senf oder Ketchup: Senf
69 | Hardcover- oder Softcover-Bücher: Inhalt
70 | Tageszeitung oder Magazin: Feed-Aggregator
71 | Rotes oder weißes Auto: geteert und gefedert
72 | Sandalen oder Turnschuhe: Sandalen
73 | Warst du jemals Opfer eines Verbrechens: jeden Tag in der BRD
74 | Worauf achtest du beim anderen Geschlecht: Sprache
75 | Das Romantischste, was dir je passiert ist: Entdeckung der Onanie
76 | Umarmen oder Küssen: bloß nicht aneinander rumrüsseln!
77 | Cordhose oder Plaid: robuste Bundeswehrkleidung
78 | Glücklich oder unglücklich: schmerzvoll glücklich
79 | Leben oder Tod: ein Leben voller Sehnsucht nach dem Suizid
80 | Disco oder Party: Bäh!
81 | Computer oder Fernsehen: Computer
82 | Krieg oder Frieden: Frieden, der keine Zwischenkriegszeit ist
83 | Internet oder Videotext: Internet
84 | Star Wars oder Star Trek: wie bitte?
85 | Verbotene Liebe oder Marienhof: Testbild
86 | Chips oder Kekse: Chips
87 | Kannst du kochen: was ist können?
88 | Meer oder Pool: Watt
89 | Alkohol oder Wasser: Wasser
90 | Rauchen oder Kaugummi kauen: rauchen
91 | Sex oder nicht: Sex, aber nur an und für mich
92 | Schönstes Erlebnis: Todesnäheerfahrung
93 | Alleine sein oder immer Trubel: bloß keinen Trouble!
94 | Das Liebste am Sex: Reduktion der Verstandestätigkeit
95 | Laut oder leise: leise brüllend
96 | Badeanzug oder Bikini: häh?
97 | Cola oder Cola Light: bloß kein Leid!
98 | Anrufbeantworter – draufsprechen oder auflegen: befluchen!
99 | Oben ohne – ja oder nein: ohne Hirn? Ach nö…

Du, Dein Haus, drinnen und drumherum

Filed under: Stöckchen — 124c41 @ 04:24

Gefunden bei einem Internetjunkie, flugs an mich gerissen und hier verbuddelt…

  1. Ein Getränk, dass Du gerne bestellst?
    Ein Glas Leitungswasser bitte!
  2. Unabhängig von der Größe oder den Umständen hättest Du gerne dieses Haustier?
    Ein Esel, vielleicht aber auch eine Ziege.
  3. Eine Blume, die Du gerne in Deinem Garten züchten würdest?
    Schlafmohn mit seinen schönen lila Blüten und den gehaltvollen Samenkapseln.
  4. Ein Kleidungsstück, das Du sehr gerne trägst?
    Schwarzgefärbte Bundeswehr-Hose, inzwischen dreckiggrau.
  5. Was du sonntags am liebsten tust?
    Bimmelnde Kirchen bombadieren. Ist aber leider verboten, deshalb halte ich mich meistens zurück.
  6. Etwas Wichtiges auf Deinem Nachttisch?
    Irgendein Buch, um mich in den Schlaf zu lesen. Gern auch ein Handbuch oder eine technische Dokumentation, denn so etwas ist nicht so fesselnd, dass ich wach bleibe.
  7. Beim Schlafen trägst Du?
    Haut, Augenlider und oft das, was ich auch beim Wachen trage.
  8. Was Du in einem Tresor aufbewahren würdest?
    Ein Blatt Papier mit der Aufschrift „Holme dierzt Kalpen fred — 19.03941, 3.62504 — Gredet germern knospernd Fray“. Diese Aufschrift ist vollkommen sinnlos, aber wenn ich die in einen Tresor legen würde, denn würde gewiss jemand denken, dass ich in meinem verarmten Leben ein großes Geheimnis getragen habe. Und niemals daraus schlau werden.
  9. Dinge, die du gerne kaufst?
    Ich hasse kaufen. Wenn ich wirklich mal ein paar Eurogroschen habe, kaufe ich meist Genussmittel wie Tabak. Ansonsten lebe ich als Nachbar der Mülltonne von dem, was mir kampflos gegeben wird.
  10. Du hast zu wenig(e)?
    Menschen in meiner Umgebung, die jede Hoffnung aufgegeben haben und deshalb bereit sind, in völliger Selbstverantwortung für ein anderes Leben zu leben.
  11. Dein merkwürdigster Besitz?
    Eine Fahne in schwarz-rot-gelb, die ich am Tag nach dem EM-Finale in einer Mülltonne fand und einfach an mich nahm, ohne darüber nachzudenken. Und jetzt weiß ich nicht, was ich mit diesem Mordtuch anfangen soll. Ich werde gewiss nicht damit rumwinken, aber ich will es auch nicht gleich verbrennen. Mal schauen, ob ich es irgendwann auf der Bühne gebrauchen kann, wenn ich eine Lesung halte.
  12. Wenn es brennen würde und Du nur drei Gegenstände retten könntest, wären das?
    Mein Rucksack (da ist mein ganzer Besitz drin), mein Notizbuch (da sind meine ganzen unreifen Gedanken drin) und irgendeine Jacke für die nächste unbehauste Nacht im Regen.

Dienstag, 1. Juli 2008

Sechs Zwänge, Ängste, Lebensnöte

Filed under: Stöckchen — 124c41 @ 13:13

Huch, da fand sich zwischen der Wirklichkeit und dem Anderen im Lenormand-Café ein Stöckchen. Feines Stöckchen, das nehme ich gleich mit und vergrabe es hier.

Bei diesem öffentlichen Seelenstriptease geht es um sechs Zwänge, Ängste und Lebensnöte, die man so täglich mit sich herumträgt — als wenn so eine kleine Zahl für einen Menschen ausreichen würde.

Aber fange ich mal an mit der Entblößung

1. Ich bin wahnsinnig schüchtern — Natürlich habe ich meine „Workarounds“ gegen dieses Problem, und wer jemals mein prolles und recht auffälliges Auftreten erlebt hat, wird das kaum glauben können. Aber ich bedarf dafür fast immer eines anderen, der zumindest ein bisschen auf mich zukommt. Und ohne einen solchen äußeren Anlass fühle ich mich immer sehr unsicher, was auch öfter als mir lieb ist dazu führt, dass ich dieser Unsicherheit nachgebe.

2. Stark von der Konvention abweichender Schlafrhythmus — Seit ich den immer tosenderen Lärm meiner Umwelt gar nicht mehr ertragen kann, haben sich meine gesamten Lebensrhythmen verschoben. Vor 21:00 Uhr, wenn das röhrende Brummen langsam nachlässt, kann ich kaum einen vernünftigen Gedanken fassen, dafür verlege ich mein gesamtes Schaffen immer weiter in die Nacht. Wenn ich endlich müde werde, wachen gerade die ersten Vögel auf und begrüßen den Lichtstreif am Horizont mit ihrem Gezwitscher.

3. Neigung zur Selbstvernachlässigung — Bei allem, womit ich mich beschäftige, gehe ich so auf, dass ich mich selbst vergesse. Das ist gleichzeitig eine Stärke und eine Schwäche. Es kann so weit gehen, dass ich tagelang nichts esse, wenn mich ein bestimmtes Problem, ein Gedanke oder die Lage eines Mitmenschen in den Bann reißt. Zum Glück habe ich eh eine ordentliche Wampe, so dass das kein Problem ist. Aber ich vernachlässige auch jede Körperpflege, und das gereicht mir nicht zum Vorteil…

4. Unüberwindlicher Ekel vor vielen Nahrungsmitteln — Es gibt mehrere, sehr große Gruppen von Nahrungsmitteln, bei denen mir schon schlecht davon wird, wenn ich mir nur vorstelle, sie zu essen. Dazu gehört übrigens auch jede Form von Käse, neben praktisch allen Züchtungen der Kohlpflanze (auch Kohlrabi) und Fischen. Etwas davon versehentlich gegessen, und ich kotze mir für Stunden die Seele aus dem Leib und werde vor lauter Ekel krank.

5. Alkoholismus — Als trockener Alkoholiker hat man ein Problem, das von keinem Menschen richtig verstanden wird. Die einen sagen, dass ich gar kein Alkoholiker sei, weil sie mich noch nie beim Saufen gesehen haben, und die meinen dann, ich könnte ruhig ein Gläschen trinken. Was für ein Fehlschluss! Ich kann eben nicht ein Gläschen trinken, daraus werden viele, ganz viele, lebensbedrohlich viele. Die anderen nehmen es ebenfalls auf die leichte Schulter und sagen allzu leichtfertig „Ich bin doch auch Alkoholiker“, während sie ihr Getränk trinken. Was es wirklich an täglichem Kampf bedeutet, in einer Gesellschaft trocken zu bleiben, die die Droge Alkohol in viele kleine und große Rituale des Alltags integriert hat, kann wohl nur jemand ermessen, der wie ich keine andere Chance auf ein Leben hat.

6. Seltsames erotisches Empfinden — Was ich an Frauen erotisch finde, weicht extrem vom allgemein Üblichen ab. Zum einen ist das verhungert aussehende Schönheitsideal der Jetztzeit bei mir ein sehr wirksames Mittel zur Verhinderung einer Erektion; ich bevorzuge doch eher etwas kräftiger und stämmiger gebaute Frauen, die mir dann aber den ganzen Tag in die Ohren heulen, dass sie zu fett seien. Wer schon einmal versucht hat, einer Frau bei dieser Sinfonie des Selbstmitleids zu widersprechen, der weiß, dass das nicht geht. Widerspricht man, kriegt man zu hören, dass man die Unwahrheit sagt, oft mit dem zusätzlichen Pfeffer, dass man wohl lüge, um billig zu trösten. Stimmt man zu, wird es vorbehaltlos geglaubt und ist ein guter Einsteiger für einen ernsthaften Krach. Noch weniger mag ich dieses „klinsch reine“ im heutigen, durch Photoshop weichgespülten Schönheitsideal der Massengesellschaft, ganz im Gegenteil, ich finde, dass Frauen durch ein bisschen Unordnung und deftigen Schmutz sehr viel gewinnen, selbst, wenn das „bisschen“ ein bisschen mehr ist. Aber erzähle das mal einer Frau! Dann weißst du, warum ich einsam bin… 😉

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