Hol das Stöckchen!

Freitag, 27. Juni 2008

Rückwärts-Stöckchen

Filed under: Stöckchen — 124c41 @ 00:39

Der Bollymaus im Vorübergehen abgenommen und heimlich hier vergraben.

12 Dinge, die dich ärgern

Hupende Fußballfans; Brüllende Fußballfans; Randalierende Fußballfans; Saufende Fußballfans; Vandalismus durch Fußballfans; Rassismus von Fußballfans; Nazigesänge der Fußballfans; Voll ausgerüstete Knüppelbullen um die Public Viewing Area voller Fußballfans; Gesichtsbemalung der Fußballsfans; Wehende Mordtücher an den Autos, Balkonen und Fenstern der Fußballfans; Dummheit der Fußballsfans; Endlose Fußballübertragungen in allen Medien, die den Fußballfans immer Nachschub für ihre freiwillige Devolution geben

(Gut, ich vergesse den gestrigen Tag einmal)

11 Dinge, ohne die du nicht leben könntest

Echte Freunde; Taschenmesser; Schlafsack; Rucksack; Internet; Robuste Stiefel aus Armeebeständen; Fahrrad; Sonne; Hoffungslosigkeit; Verzweiflung; Sprache

10 Dinge, auf die du dich freust

Das Ende der Fußball-Europameisterschaft; Das Ende des Kapitalismus; Der bevorstehende Zusammenbruch der Finanzmärkte; Die vollkommene Entwertung des auf Schuldverschreibung bestehenden Geldes; Die kommende Revolution; Der Kaffee, den ich morgen trinken werde; Der nächste Rechner, der mir geschenkt wird; Das nächste von mir gefundene Schlammloch; Der Abriss des Ihme-Zentrums in Hannover-Linden; Der Zustand des Totseins

9 Dinge, die du täglich trägst

Rucksack; Stiefel; Notizbuch; Kamera; Kopf; Elend; Schwarze Armeehose; Schwarzes T-Shirt; Mein Kreuz

8 Serien/Filme, die du immer wieder sehen könntest

Testbild ARD; Testbild ZDF; Testbild NDR 3; Testbild RTL; Testbild SAT.1; Testbild 3sat; Testbild Tabliza 249; Sendeschluss

7 Objekte, die du täglich anfasst

Tastatur; Maus; Notizbuch; Kugelschreiber; Rucksack; Handtuch; Meinen Penis

6 Dinge, die du jeden Tag tust

Betteln; Schlafen; Atmen; Gehen; Radfahren; Mich über die Fröhlichkeit meines belanglosen Daseins angesichts des tierhaften und bewusstlosen Ernstes und herzzereißenden Leidens meiner Mitmenschen freuen

5 Lebensmittel, ohne die du nicht leben könntest

Brot; Nudeln; Kaffee; Kartoffeln; Schweine

4 Menschen, mit denen du gern mehr Zeit verbringen würdest

Claudia, Kinga, Stefan, Christian Klar

3 Deiner momentanen Lieblingslieder

Covenant: Phoen IX; All My Faith Lost: Ocean Sea; Wolfsheim: Elias

2 Menschen, die dich sehr beeinflusst haben

Thomas, Andreas

1 Mensch, mit dem du den Rest deines Lebens verbringen möchtest

Ich selbst, unverbogen und so wie ich bin

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Montag, 23. Juni 2008

Zehn schöne Dinge

Filed under: Stöckchen — 124c41 @ 17:59

Schnell im Vorübergehen bei den Nordworten weggeschnappt… und jetzt steht hier meine Liste von zehn schönen Dingen:

  1. Nichts ist schöner als warmes Wetter, bei dem man nicht friert. Ich friere schnell, und ich spreche bereits von Kälte, wenn ich mich in schichtweis Kleidung packen muss. Ein warmer Wind, der die Haut streichelt, lässt das ganze Elend des Daseins für einen Moment in die Ferne rücken.
  2. Wenn unter Blitz und Donner die Wolken bersten und das Wasser wie im Sturz zu Boden fällt und den ganzen Dreck aus der sonst so stinkenden Luft mit sich reißt, denn gibt es nichts schöneres als das Geräusch, das man hört, wenn der Regen auf irgendein Dach prasselt, unter dem man steht.
  3. Kaffee ist ein wunderbares Getränk, die Droge der Müden und Ermatteten. Vor allem, wenn man diese Droge nicht wie so viele Mitmenschen in sich hineinkippen muss, um mit den maschinellen, betrieblichen Anforderungen Schritt zu halten. Ich wollte, ich könnte häufiger Kaffee trinken!
  4. Wenn man in unbehauster Nacht bei schönem Wetter von den Vögeln geweckt wird, wenn man im Grase liegt und über einem ruht die scheinbare Kuppel des Himmels, denn sieht man einen gigantischen Regenbogen. Der Farbverlauf, der morgens am Himmel sichtbar wird und als große lichte Schale über dem Liegenden liegt, ist einfach wunderbar. Die anderen Menschen nennen dieses Schauspiel „Morgengrauen„.
  5. Ach, was habe ich schon alles von den unverbogenen Kindern der Armen und Entwurzelten gelernt! Wie schön ein Mensch ist, der sein Rückgrat noch trägt!
  6. Nur wenige Dinge sind so schön wie die langweilige Ruhe. Viel zu selten kam ich in den letzten Jahren dazu, die brumme Stadt im Immerdröhn zu verlassen, viel zu selten. In Ruhe höre ich erst, wie kaputt ich bin, wie das allgegenwärtige Brummen schon zum inneren, permanenten Ton in meinen Ohren geworden ist, der erst nach Tagen und Tagen auswandern will. Und wenn der innere Ton gegangen ist, hört sich die Welt wieder an, wie sie wirklich kingt: das Rascheln der Gräser und Blätter, der Summsang des kleinen, unbeachteten Lebens, die unorganisierte Symphonie des Seins. Schon eine Viertelstunde in der Stadt zerschmettert diesen Einblick in die Wirklichkeit wieder.
  7. Eine Currywurst mit Pommes! Lecker!
  8. Menschen, die Zeit haben, sind etwas wundervolles. Meistens sind dies übrigens Menschen, die auch nicht fernsehen. Die meisten Menschen haben keine Zeit, haben niemals Zeit, flitzen, hasten wie auf der Hetz nach einem Leben, das doch in ihnen sein sollte. Wenn man diese Menschen trifft, müssen sie unentwegt auf die Uhr und auf ihr Telefon schauen, sie sind niemals bei irgendeiner Sache, immerschon bei der nächsten, und deshalb sind sie auch für keine Sache zu gebrauchen. Jemand mit Zeit ist da ganz anders. Er braucht seine Uhr, wenn er überhaupt eine trägt, gar nicht. Er weiß, dass jedes Ding eine gewisse Zeit benötigt, und er lebt so ruhig, wie das möglich ist. Er stopft den Tag nicht voll mit Terminen und sozialen Verpflichtungen, bis das Gerippe der 24 Stunden auseinanderplatzt. Mit einem solchen Menschen kann man alles machen, sogar eine Revolution. Und ein solcher Mensch sagt mir auch niemals, dass ich ein Problem habe oder gar, dass ich krank bin und am bestens zwangsweise medizinisch behandelt werden muss, bevor er zum nächsten verplanten Lebensabschnitt rennt.
  9. Schlamm.
  10. Für den Kraftlosen sind automatische Waffen ein schönes Ding, da sie seiner Kraftlosigkeit abhelfen. Einen Finger krumm machen kann noch der Schlappste und Marginalisierteste, und diese kleine Geste, einfach wie das Zugreifen, gelangt durch die Verstärkung dieses unentbehrlichen Werkzeuges in die Möglichkeit einer großen Wirkung, so dass man sich auch gegen den Terror der Überlegenen und bandenmäßig Organisierten wirksam zur Wehr setzen kann. Jeder Denkende und im persönlichen Schiffbruch Gestrandete, der genau weiß, dass es für ihn keine Aussicht mehr auf Leben innerhalb des gesellschaftlichen Prozesses gibt, sollte sich eine automatische Waffe und ausreichend Munition zulegen und den Umgang mit diesem Werkzeug gut üben. Es gibt dem weggeworfenen Leben wieder Würde.

Musik zum Erinnern

Filed under: Stöckchen — 124c41 @ 17:58

Rasch die Schlaufen des Netzes bei Netzgeschädigt aufgebissen, damit der Name auch stimmt, ein Stöckchen geschnappt und hier vergraben.

Bei diesem Stöckchen soll das folgende gelistet werden: 5 Musikstücke die einen an etwas Besonderes erinnern zu nennen, wobei die dazugehörige Erinnerungen nicht unbedingt genannt werden muss. Ich werde es natürlich nicht schaffen, nichts dazu zu schreiben, das ist doch klar… 😉

Shakira: Suerte (nur die spanische Version)
Das überrascht bestimmt ein bisschen. Aber es war dieses Stück in seiner spanischen Version (ich kann kein Spanisch), das mich dazu animierte, einmal das Musikvideo eines erfolgreichen Popstückes Einzelbild für Einzelbild auseinander zu nehmen und daran zu analysieren, von welchen Mängeln die Menschen der Jetztzeit erwürgt werden. Diese drei Wochen Arbeit, bei denen ich selbst fast wahnsinnig wurde, werde ich nie vergessen — und die meisten Ergebnisse schlummern immer noch kaum lesbar in meinen Notizbüchern und sind noch gar nicht in mein Schreiben eingeflossen. Übrigens hat Shakira nach diesem Stück musikalisch stark nachgelassen, und sie kann Englisch nicht halb so ausdrucksstark singen wie Spanisch…

David Bowie: Width Of A Circle
Endlose Stunden in einer Wohngemeinschaft entgleisender Menschen, starker Tee, der das Herz zur Raserei brachte, Nachte voller Worte und Trübsal, Verzweiflung. Die erste Einweisung hinter die Mauern, an denen die Grundrechte enden — er kam nicht mehr klar und schaffte es nicht einmal, sich zu erhängen. Die zweite Einweisung hinter die Mauern, an denen die Grundrechte enden — vorher klebte er sich noch das ganze Zimmer mit den Worten „Klar Denken!“ zu, was auch nichts mehr nützte. Der dritte der WG schoss sich mit Heroin in den Tod, was vielleicht besser als das vorgezeichnete Leben war. So waren wir nur noch zu zweit, allein zu zweit in Verzweiflung. Und wussten. Wie das Leben schmeckt, wenn man arm ist. Ohne die Musik würde ich heute nicht mehr leben.

Bottom 12: Running Of The Bullshitters
Ein Ausflug in den Hardcore, ich weiß. Aber dieses Stück in seiner Grobheit hat so trefflich zusammengefasst, was wir 2000 empfanden, ohne es besser verbalisieren zu können. Und es passt immer noch. Deshalb kennt es wohl auch keiner. Und glaubt es mir: Die Jungs von Bottom 12 sind göttlich, wenn man sie am Rande eines kaum besuchten Konzertes persönlich kennenlernt — und sie können saufen wie die Löcher. Vor allem der kleine, schwarze Schlagzeuger macht eine Whiskeyflasche schneller leer als ich ein Glas Wasser, und der ist dann noch lange nicht am Ende.

Iron Maiden: Revelations
Eher eine persönliche und einsame und sehr traurige Sache, aber dieses Stück von Iron Maiden bleibt wohl für alle Zeiten eines der besten Heavy-Metal-Stücke der Welt. Auch vom Text her.

Pink Floyd: Echoes
Was saßen wir zusammen. Bei einer Musik, die ein unverstandenes Dasein kurz aus seiner Isolation herausholte und bei flaschweis Sprit. Was waren das Zeiten, als wir unsere Gedichte vorm Atombunker der Stadt Hannover schrieben und verlasen, unbeachtet von der Geschäftigkeit der Vorbeischreitenden. Wir sahen damals noch aus, wie jeder andere Mensch auch, wir hatten sogar den Glauben, dass wir eines Lebens teilhaftig werden könnten, wenn auch eines arg beschädigten. Er verlor den Glauben schneller als ich, aber er schrieb bis zuletzt, was seine Eltern dann verbrannten, um die Spuren zu tilgen. „Echoes“ lief, als er sich erschoss. Es lief auch oft, wenn bei beisammen saßen. Und teilten. Und uns mitteilten. Er lebte noch bei seinen Eltern, und die verboten ihm den Kontakt zu mir. Auch. So manchen anderen Kontakt. Aber sie gaben ihm alles, was man mit kaltem Geld kaufen kann. Und forderten Dankbarkeit für das goldene Gefängnis seiner Zukunft. „Echoes“ lief irgendwann durch. Den ganzen Tag. Auf den Pritschen des wohlbehüteten Elternhauses. Er war 14, als er anfing, Gedichte zu schreiben. Er war 15, als wir uns über das Schreiben kennenlernten. Er war 16, als seine Eltern ihm den Umgang mit mir verboten und wir uns nur noch heimlich treffen konnten. Er war 17, als er sich erschoss.

Samstag, 7. Juni 2008

Blogstöckchen zum Bloggen

Filed under: Stöckchen — 124c41 @ 04:15

Und heute einmal mehr etwas zum Thema der Selbstbezüglichkeit der Bloggosphäre. Ein Stöckchen zum Thema Bloggen, das ja jedem Bloggenden vertraut sein dürfte. Aufgeschnappt beim MedienPeter

1. Was war damals der entscheidende Grund, mit dem Blogging anzufangen?

Als ich noch gar nicht das Wort „Blog“ gehört hatte, bekam ich die Idee, meine bis dahin über das halbe Internet verstreuten Absonderungen zentral auf einer Site zur Verfügung zu stellen — vor allem, weil mir ein Freund den Webspace dafür zur Verfügung stellte. Es war sofort für mich klar, dass ich relativ regelmäßig neue Inhalte darin haben würde und von daher brauchte ich ein kleines CMS. Das gab es aber in der von mir gewünschten Form gar nicht, und deshalb hackte ich mir selbst eines. Niemals hätte ich das als ein „Blog“ empfunden. Aber andere taten es. Und irgendwann gelangte ich dann daran, dass ich mich mit dem Thema Blog beschäftigen wollte, schaute mir verschiedene Lösungen an und entschied mich damals für das heute unsäglich gewordene WordPress. Meine ersten Erfahrungen sammelte ich, indem ich ein selten aktualisiertes Blog über ein recht abseitiges Thema aufsetzte.

Da meine Homepage von vielen schlicht als Blog wahrgenommen wurde, aber nicht die von einem Blog gewohnten Funktionalitäten bot, hatte ich irgendwann auch ein reguläres Blog, das ebenfalls mit Hilfe von WordPress realisiert wurde. Diese beiden sollten nicht meine letzten bleiben, da ich eine starke Tendenz entwickelt habe, meine Schreibe thematisch über verschiedene Blogs zu verteilen, um den geringen internen Möglichkeiten zur Strukturierung der Bloginhalte entgegenzutreten.

Nur die Homepage, mit der damals alles angefangen hat, ist aus Protest gegen die Erhebung von Rundfunkgebühren auf Computerbesitz in der BRD vom Netz gegangen.

2. Hast du ein Lieblings-Weblog?

Das sind eigentlich viele, und zwar aus völlig verschiedenen Gründen. Im Moment lese ich aber Photoshop Disasters mit dem größten Genuss.

3. Welches Weblog hältst du für maßlos überschätzt?

Spreeblick.

4. Welches Weblog hältst du für total unterschätzt oder für zu unbekannt?

Spigelkritik. Und natürlich einige meiner eigenen Machwerke…

5. Wenn du jetzt noch mal neu starten würdest, was würdest du ändern?

Ich würde irgendetwas verbauen, was neue Leser nachhaltig abschreckt. Meine zuweilen kryptische Schreibe scheint das nicht immer zu tun. 😉

6. Würdest du überhaupt noch mal anfangen?

Wohl eher nicht. Aber da ich weiter mache, würde ich wohl doch wieder anfangen. Wie soll ich eigentlich wissen, was wäre, wenn es anders wäre.

7. Was ist der Lieblings-Beitrag im deinem Blog?

Im Land der Dummen. Aber meine Leser sehen das ganz anders.

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