Hol das Stöckchen!

Dienstag, 27. Mai 2008

Sag mir sechs Macken!

Filed under: Stöckchen — 124c41 @ 02:02

Im Vorbeigehen bei WIE?EH?NA? weggeschnappt, dies feine feine Stöckchen: Die Top Sechs meiner persönlichen Schwächen.

6. Ich habe eine Aversion gegen Telefone
Nein, das ist nicht die normale Aversion, die wohl jeder einmal spürt, wenn ihm das Klingeln aus Wichtigerem reißt. Das ist etwas geradezu pathologisches. Wenn so ein Ding in meiner Umgebung klingelt, denn ist es wie ein lähmender, schmerzhafter Impuls, der mich durchfährt. Seit alle Menschen ein Telefon in der Tasche tragen, wird aus diesem körperlich gewordenen Abscheu ein immer größeres Problem.

5. Ich blogge
Diese Bloggerei ist wohl eine der zeitraubendsten und geistig kränkesten Dinge, mit denen sich ein Mensch beschäftigen kann. Irgendwann sieht man in allem und jedem ein mögliches Thema zum Schreiben, und wenn man nicht aufpasst, schreibt man irgendwann so viel, dass man gar nichts mehr sieht. Das ist denn wohl die Endphase der Blogkrankheit: Ein Blogger, der nur noch über ein Blog bloggt.

4. Ich bin unhöflich und unerzogen
Von Höflichkeit habe ich noch nie viel gehalten, und für andere Menschen ist das oft schockierend. Leider mache ich mir zu oft keine Gedanken darüber, wenn ich in der Öffentlichkeit einen knallenden Furz von mir gebe.

3. Ich mag die falschen Frauen
Es gibt so viele Frauen auf der Welt, aber mein durchgeknallter Hormonapparat fährt immer nur auf diejenigen ab, die für mich entweder hochproblematisch oder gleich völlig unerreichbar sind. Meine paar Affären waren dann auch immer unfallhaft. Ob es mehrere Wochen Beziehung mit einer Lesbe (!!!) war, oder ob ich voll auf eine Frau abfuhr, deren Lebensinhalte von den meinigen so verschieden waren, dass wir nicht einmal miteinander reden konnten.

2. Ich interessiere mich für die Geschichte von Geldspielgeräten
Das klingt harmlos, aber dieses Interesse verfolge ich mit der für mich üblichen Pedanterie und deshalb fällt ihm eine immense geistige Arbeit zu. Tatsächlich habe ich von vielen Geräten sogar Details ihrer technischen Umsetzung im Kopf, und das über einen Zeitraum von vier Jahrzehnten hinweg. Diese oft kaum wahrgenommenen Geräte sind ein so interessanter Spiegel der gesellschaftlichen Entwicklung und des jeweiligen Zeitgeschmacks, dass ich kaum davon lassen kann. Wenn ich kein Penner wäre, denn hätte ich wohl auch eine anständige Sammlung mit Schwerpunkt in den Siebziger Jahren.

1. Ich verweigere die Kommunikation
Wenn jemand über etwas spricht, das ich für nichtsig halte, also über Fußball, Fernsehen, Kino und ähnlichen Dummfug, denn übe ich mich in einer ganz besonderen Unhöflichkeit: Ich spreche nur noch zerstörerisch, in einer Weise, die nicht nur das Thema, sondern gleich noch das Gegenüber herabsetzen soll, aber voll subtiler Bosheit. Vielleicht wäre ich weniger einsam, wenn ich hier — wie alle anderen — noch am größten Hirnfurz Interesse heucheln würde. Aber ich kann einfach kein Interesse heucheln. Wenn jemand mit großer emotionaler Beteiligung über das verkackte Fernsehprogramm spricht, dann könnte er mich genausogut auf Sanskrit anbrüllen. Es ist völlig irrelevant, langweilig und in seiner Intensität schmerzhaft. Und meine Gegenwehr ist unangemessen, aber ich kann keine andere.

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