Hol das Stöckchen!

Mittwoch, 30. April 2008

Das Dosen- und Tüten-Stäckchen

Filed under: Stöckchen — 124c41 @ 04:03

Dieses Stöckchen habe ich bei Pagala Kala im Vorbeigehen mitgenommen und trage es jetzt schwanzwedelnd in dieses Blog, in dieses große große Stöckchengrab.

Was ist dein Lieblingsgericht aus der Dose oder Tüte?

Endlich einmal eine ganz einfache Sache, bei der ich mir sofort über eine vernünftige Antwort klar werde. Es handelt sich um die…

Die Buchstaben-Suppe von Aldi...

…Buchstabensuppe von Aldi. Das Bild von der Verpackung ist jetzt ein bisschen unansehnlich, weil ich die Packung schon vor ein paar Stunden aufgerissen habe. Aber das macht nichts, weil der darauf abgebildete Serviervorschlag sowieso nichts mit der Wirklichkeit dieses Produktes zu tun hat. (Wie kriegen es diese Lebensmittelfotografen nur immer hin, die Fertiggerichte so glänzend und appetitanregend aussehen zu lassen? Wahrscheinlich nicht mit Kochen, sondern mit Photoshop.) Die Wirklichkeit des Produktes kann man einfach mit heißem Wasser aufgießen, zehn Minuten vor sich hinköcheln lassen, und dann soll diese Wirklichkeit einer leckeren Suppe entsprechen. Allerdings besteht die Wirklichkeit dieser Wirklichkeit aus Möhrchenschnippseln, die das geschmackliche Erlebnis von Styropor vermitteln, aus jodiertem Salz und aus vielen nudeligen Buchstaben, die nicht viel Literalität von der Zunge fordern. Und natürlich aus Glutamat und Glutamat. Aber das muss ich Aldi lassen, bei der Buchstabensuppe dieser volkstümelnd niederdeutsch als „Pottkieker“ benannten Marke haben sie eine runde Mischung hingekriegt, die besser als so manches richtige Markenprodukt ist und die ich immer wieder gern auslöffele. Vor allem, weil sie so billig ist, dass ich sie mir als Bettler fast jeden Tag leisten kann. Und weil die Zubereitung so einfach ist, dass man sie auch gut auf einem Campingkocher hinkriegt. Wenn ich richtig Hunger habe, ist die Suppe sogar richtig lecker.

Aber jetzt grabe ich das Stöckchen hier ein, wedele noch ein bisschen mit meinem Schwanz und trolle mich von dannen. Vielleicht gräbt es ja jemand anders wieder aus.

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Stadt-Stöckchen

Filed under: Stöckchen — 124c41 @ 04:02

Auch, wenn der Klang einen falschen Eindruck erweckt, geht es hier nicht um etwas anstatt eines Stöckchens, sondern um ein Stöckchen über Städte. Und das habe ich gerade unter heftigem Schwanzwedeln bei Jans Technik-Blog entrissen.

In welchen Städten bist du schon gewesen?

pffft! Was für eine Frage. Die kriege ich niemals alle zusammen, aber ich versuche mal im Aussatz meines Hirnes eine Auswahl derjenigen krebsigen Ortschaften auszugraben, an denen ich längere Zeit vegetierte…

Hannover, Linden (bei Hannover), Gehrden (bei Hannover), Amsterdam, München, Hamburg, Paris, København, Göteborg, Bremen, Hameln, Würzburg, Cuxhaven, Springe, Peine, Laatzen, Hildesheim, Genf, Zürich, Kassel, Dortmund, Essen, Wuppertal, Nördlingen, Leer, Celle, Alfeld, Göttingen, Garmisch-Patenkirchen, Rostock, Schwerin, Madgeburg, Berlin, Potsdam, Frankfurt, Köln [… abgebrochen, weil ich sonst zu keinem Ende mehr komme]

Welche Stadt (nicht die, in der du wohnst!) gefällt dir am besten?

Keine.

Alle diese Städte sind nur groß und laut und sie stinken nach Abgas und Scheiße. Nichts, was diese Städte an so genannten „kulturellem Leben“ anzubieten haben, kann den permanenten Schaden wieder aufwiegen, den diese Städte am menschlichen Leben anrichten. Ich habe lange genug in Städten gewest, um zu wissen, wofür es Kopfschmerztabletten, Psychopharmaka, Heroin und Schnaps gibt. Ich habe dort überall mein Gehör, meinen Geruchsinn, meinen Geschmack und meinen Verstand verloren; wobei mich das Gehör am traurigsten stimmt, da es mich der letzten Freude beraubt hat, der Musik. Da, wo selbst die Stimmen der Vögel verzerrt und kreischend klingen, weil sie gegen die Motoren anröhren müssen, da liegt wabernd und wollüstig die Ödnis einer Stadt herum. Genau die richtige Brutstatt für Scooter, Staubsauger und blecherne Klingeltöne. Ein Ort, der mit Polizeiknüppeln und neonbeleuchteten Kneipen das Empfinden der Lebendigkeit zerschlagen muss, ein Ort für Menschen. Die. Das Menschsein in seiner tieferen Möglichkeit hassen. Kein. Ort. Für. Fühlende und Denkende.

Ob es doch eine klitze kleine Ausnahme gibt?

Nein. Keine. Und die kleinen Städte sind die schlimmsten Städte. Ein Tag in Garmisch-Patenkirchen, und man weiß, was einen Amokläufer beseelt. Ein Tag in Hildesheim, und Selbstmord scheint zu leuchten. Ein Tag in Celle, und die Uzi ist dein Freund. Ein Tag in Gehrden, und du träumst von sechstausend durchschnittenen Kehlen. Ein Tag in Hannover, und du bist selbst für den Selbstmord zu traurig. Ein Tag in München, und du freust dich auf den Weltuntergang. Ein Tag in Hameln, und du findest diesen Kindermassenmörder mit der Flöte einen Wohltäter. Ein Tag in Potsdam, und du meinst, dass im Zweite Weltkrieg leider nicht genug Atomwaffen eingesetzt wurden. Die großen sind aber auch schlimm. Hamburg ist ein Beispiel dafür, wie unfreundliche Menschen sich im infernalischen Lärm und ständigen Gestank nach Fäkalien wohlig fühlen können und alles verachten, was nicht so stumpf wie sie sein will. Wer in Köln war, ist sich sicher, dass der Dom ein Versuch war, ein Raumfahrzeug zu bauen, damit man dort wieder wegkommt. Und Berlin. Berlin. Berlin hätte niemals wieder aufgebaut werden dürfen. Diese Ansammlung großmäuliger unfreundlicher kranker Menschreste in den nagelneuen Ruinen hätte sich komplett nach Sibirien deportieren lassen sollen, die wollten doch damals alle unbedingt Lebensraum im Osten. Häßlich wie die Hölle, laut wie eine Bombe, freundlich wie ein Strafzettel, krank wie der Schwarze Tod und dabei stolz wie Luzifer persönlich, aber ohne zu wissen, worauf und warum: das ist Berlin. Nur, dass es brüllender als der Teufel spricht. Man bräuchte tausend Münder, um unentwegt kotzen zu können angesichts dieses Zustandes.

Aber Paris… Paris… Leck mich am Arsch mit diesem Paris. So einen Haufen Dreck habe ich nie wieder erlebt. Von wegen, Paris träumt von der Liebe. Es ist scheißegal, wo du dich in Paris hinstellst, du verstehst dein eigenes Wort nicht. Da kann man ja nur vom Fick in allen Löchern träumen, wenn man das Nein des Fickdings da nicht versteht. Und so sind sie denn, die Pariser, die wissen das genau. Als wenn ihr nasaliertes Vulgärlatein noch nicht unverständlich genug wäre, setzen sie sich zum Treffen auch noch nach draußen an die bohrenden Motoren, um einander nicht zu verstehen. Was die da an Beziehungen haben, hat denn auch den Verlauf eines Verkehrsunfalls. Und der Rest zeht von einer Vergangenheit, die seit mindestens fünfzig Jahren vergangen ist.

Das beste an allen Städten ist der Bahnhof.

Er hat etwas von einem Ausgang.

Und wer sich die Fahrkarte nicht leisten kann, der kann etwas außerhalb des Bahnhofes bleiben und sich vorm Zug werfen.

Welche Stadt hat dir gar nicht gefallen?

Wuppertal.

Jede Stadt ist Scheiße. Aber angesichts Wuppertals findet man einen exkrementellen Vergleich unangemessen, ist die Scheiße doch etwas weiches, nachgiebiges, organisches, ja, in Resten noch schönes. Wuppertal ist nicht einmal mehr Scheiße. Wer da durch diese eine Straße geht, die vom verrosteten Stelzenmonster dieser Sehenswürdigkeit Scheußlichkeit Schwebebahn entwertet wird, der kriegt schon den rechten Eindruck, der auch bei allen weiteren Eindrücken nicht mehr hinwegschweben mag. Eine Stadt, die depressiv wie Hannover, hässlich wie Berlin, stinkend wie Hamburg, erstickend wie der ganze Ruhrpott und unfreundlich wie ein Bescheid der ARGE ist; ein idealer Ort für Menschen, die schon längst mit dem Leben abgeschlossen haben. Und genau so sieht es dort auch aus. Wie ein Ort für Zombies. Die sind da sowas von untot, dass sie gar nicht mehr merken, wie tot sie sind. Da kannst du einen freundlich nach dem Weg fragen, und der geht einfach weiter, ohne dich zu registrieren. Und nachdem du das drei Mal erlebt hast, freust du dich, dass sie nicht dein Gehirn essen wollen. Und denn suchst du den Bahnhof, um da ganz schnell wieder wegzukommen.

Wer glaubt, dass diese reizlose Autobahnabfahrt zwischen Hildesheim und Peine, die in Ermangelung besserer Alternativen zur niedersächsichen Landeshauptstadt geworden ist, an Kleingeistigkeit, Belanglosigkeit und Stumpfheit der Einwohner nicht mehr zu unterbieten wäre, der muss sich unbedingt einmal Wuppertal antun.

Welche Stadt willst du unbedingt noch sehen?

Ich möchte alle diese Städte unbedingt noch einmal nach dem Zusammenbruch des gegenwärtigen Gesellschaftssystemes sehen, als entvölkerte, zerfallende Steinwüsten, wenn sie endlich das wahr machen, was sie heute schon versprechen.

Wer bekommt den Stock?

Was, ich soll das Stöckchen wieder hergeben? So ein feines Stöckchen!? Das grabe ich jetzt hier ein. (Und wer es haben will, der soll es sich wieder ausgraben!)

Wuff!

Wer noch kein Stöckchen hat…

Filed under: Sonstiges — 124c41 @ 02:12

Kauf dir ein Stöckchen!

…der muss sich wohl mal eines kaufen. Hier gibt es allerdings alle Stöckchen umsonst und sie werden unmittelbar geliefert. 😀

Freitag, 18. April 2008

Erinnerst du dich eigentlich…

Filed under: Stöckchen — 124c41 @ 03:26

Heute ein ganz besonders kurzes Stöckchen, das in seiner Beschränkung auf eine einzige Frage gar nicht so recht als Stöckchen gedacht gewesen zu sein scheint und sich doch so hervorragend zum Werfen in den Raum eignet, auf das andere ihm nachsprinten…

Erinnerst Du dich eigentlich an das erste Mal onanieren?

Und wie ich mich daran erinnere! Vor allem, weil ich eigentlich gar nicht onanieren wollte. Es war, wie vieles in meinem Leben, eher ein Unfall. Ein Unfall, der mir beim Spielen geschah, als ich zwölf oder dreizehn Jahre alt war. Und ich spielte gar nicht bewusst mit meinem Pimmel herum , sondern ich rieb mein bislang sexuell ruhendes Gemächte im Spiele gegen eine Matratze, bis es erwachte und den warmen Schleim in unwillkürlichen Stößen in die Unterhose entlud, wo er in den folgenden Minuten kalt und klebrig wurde. Es war befremdlich, denn es war mir noch fremd, aber es war keineswegs unangenehm. Peinlich war es mir, ich wollte nicht, dass es jemand bemerkt, und ich hatte auch ein Umfeld, in dem man nicht darüber reden konnte, aber es war nicht unangenehm. Es war so wenig unangenehm, dass ich es in den folgenden Tagen mit mehr Bewusstsein und Genuss wiederholte. Und dies. Bis heute zu tun pflege. Und manchmal reibe ich mich immer noch gern an etwas…

Donnerstag, 17. April 2008

Nur, um das klar zu machen!

Filed under: Sonstiges — 124c41 @ 07:18

keine polizei

Nichts für ungut, aber hier haben Hacker aller Art nichts zu suchen. Auch nicht solche Hacker, deren Werk demnächst durch ein Gesetz legal gemacht wird. Computersabotage ist Computersabotage, da helfen auch keine Gesetzestexte.

Samstag, 5. April 2008

Ein Wort

Filed under: Stöckchen — 124c41 @ 22:15

Du kannst nur mit einem Wort antworten.
Das ist nicht so einfach, wie du vielleicht glaubst…

Wo ist dein Handy?
Nichtexistent.

Freund/Freundin?
Nichtexistent.

Schuhe?
Bundeswehrstiefel.

Kinder?
Spermaflecken.

Deine liebstes Ding?
Wichsen.

Dein Traum aus der letzten Nacht?
Menschsein.

Dein Lieblingsgetränk?
Kaffee.

Dein Lieblingsauto?
Fahrrad.

Der Raum, in dem du dich aufhältst?
Vermüllt.

Wie clever bist du?
Abertotal.

Deine Angst?
Gesellschaftsentwicklungsfortsetzung.

Wo warst du in der letzten Nacht?
Frank.

Was tust du jetzt gerade nicht?
Wichsen.

Muffins?
Amiwinzkuchen.

Ein Punkt auf deinem Wunschzettel?
Kernwaffen.

Wo bist du aufgewachsen?
Linden.

Was hast du vor allem getan?
Geschlafen.

Welche Kleidung trägst du gerade?
Dreckige.

Dein Fernseher?
Nichtexistent.

Fluchtwünsche? Fluchtziele?
Sonnenland.

Dein Leben?
Scheiße.

Deine Stimmung?
Beschissen.

Vermisst du jemanden?
Nein.

Dein Auto?
Fahrrad.

Deine Arbeit?
Kunstschaffender.

Magst du jemanden gern?
Claudia.

Wann hast du das letzte Mal gelacht?
Gestern.

Dieses Stöckchen wurde mir in englischer Sprache in einem MySpace-Bulletin zugeworfen. Ich habe es flugs ins Deutsche übelsetzt und hier vergraben, im kleinen Stöckchengrab bei wordpress.com, auf das es dort verrotte.

My All-Time-Top-10-Musikvideos

Filed under: Stöckchen — 124c41 @ 03:04

Ein Stöckchen vom Bloghaus.

10. Mira deJaanorr: Die Ewigkeit des Nichts

Es ist schwierig, die Musik von Mira zutreffend zu beschreiben. Wenn man einfach „Elektro“ sagt, denn denken zu viele Menschen nur an einen linearen Techno. Aber was sie macht, sind monotone, schranzige Landschaften aus der Ödnis des modernen Alltages. Das zur „Ewigkeit des Nichts“ gehörende Video (von Frank Eckert) ist in jeder Hinsicht dazu passend.

9. Primus: My Name is Mud

Hektisch, sonderbar und lustig. Und. Irgendwie krank. Na ja, ist eben Primus.

8. Kylie Minogue: Confide in Me

Nein, ich bin nicht zum Anhänger seichter Popmusik geworden, aber es geht ja auch mehr um den Seheindruck. Ein Video im Stil diverser Hotlines, die das Blaue vom Himmel versprechen, und dazu schmachtet eine schnuckelige Kylie in die Kamera, dass es an angemessenem Zynismus kaum zu überbieten ist.

7. Coldplay: God Put a Smile Upon Your Face

Wo ich schon bei Zynismus bin. Ein schönes Video aus der manifesten Kälte des Lebens, sogar mal ein bisschen zum Stück passend. Ob das der Grund ist, dass kaum jemand dieses Video kennt? Obwohl Coldplay nun wirklich nicht mehr zu den Unbekannten gehört? Egal. Ein sich langsam auflösender Geschäftsmann in einer völlig verständnislosen Welt, der am Ende in völliger Einsamkeit verschwindet, das ist ein treffliches Bild für die gegenwärtige Grausamkeit.

6. Nirvana: Heart Shaped Box

Allein schon der Weihnachtsmann am Kreuz ist es wert, diesen Kürzstfilm unter die größten Zehn zu verorten. Aber auch die anderen Anklänge an den kalten Betrieb der Religion sind hervorragend getroffen. Sehr gelungen auch die typische Ironie eines Kurt Cobain, der viel zu früh ermordet wurde. (Nein, ich glaube nicht an den Selbstmord.) Er schreit im Stück sein „Height, Hate…“, und im Video öffnet der passende Singvogel seinen Schnabel, ein Rabe. Wunderbar! Und wirklich gut getroffen.

5. Soundgarden: Black Hole Sun

Auch so ein Video, dass sich in seiner Wirkung kaum beschreiben lässt. Völlig überzogen gezeichnete Mitmenschen aus dem spießigsten amerikanischen Alltag in Wohnungen voller Tinnef, hinter jeder Ecke lauert der Horror in teils niedlichen Manifestationen, richtige Konsumtrottel eben. Da wird selbst das Ende der Welt zum „Event“.

4. System Of A Down: Aerials

Die Leute von System Of A Down haben es nicht nur geschafft, die unverständlichsten Texte aller Zeiten zu schreiben und sie geradezu symphonisch herauszubrüllen, nein, die Frischepackung am Rande des Hardcore-Regals hat damals auch richtig unverständliche Videos gemacht. Offenbar war das ein Erfolgsrezept, denn selbst hüpffreudige „Normalos“ kannten das Stück und das Video. Die Stimmung ist aber auch zu großartig gelungen. Und beim zehnten Anschauen findet man nicht einmal mehr den Text sinnlos…

3. Prodigy: Poison

Wow! Als das damals neu war und als die Musiksender im Fernsehen noch Musik gebracht haben, da habe ich mich immer gefreut, wenn ich diese Unterbrechung knackiger, klinisch reiner Wackelärsche bei einem Freund gesehen habe. Die klanglich sehr experimentierfreudige Musik hört sich ja schon an, als würde man auf dem Hosenboden durch ein Matschloch rutschen, und dieses Video ist hinreichend dreckig, um diesen Eindruck zu unterstützen.

2. Megadeth: Symphony Of Destruction

Es gibt leider zwei Videos zu diesem Stück, eine relativ harmlose und eine zweite, die sich gewaschen hat. Ich meine natürlich die zweite. Die mit dem Politiker. Der unter allen Szenen des gesellschaftlichen Zerfalls seine Kampagne durchzieht. Gekonnt lächelnd und Kinder streichelnd. Die, wo man Lust kriegt, zur Kalaschnikov zu greifen, falls einem unterwegs so ein Mensch begegnet. Das ist aber nicht zu befürchten, denn die wirklichen Vorbilder dieser Figur sitzen gut abgeschirmt und von Polizisten bewacht in den Regierungsvierteln dieser Welt.

1. Aphex Twin: Come To Daddy

Wie aus der Tristess anonymer Architektur, aus dem Mangel an wirklichem Lebensraum, aus der Kälte des Miteinanders, schwärzlichster Hoffnungslosigkeit und dem Geflacker der Glotze Monster erwachsen, die Kindern und jungen Menschen zum Idol werden, das ist hier so treffend in völlig deprimierenden und erschreckenden Bildern eingefangen, dass ich mich bis heute frage, warum so viele Leute das Stück und das Video kennen. Hat sich wirklich ein Fern-Säh-Sender getraut, das zu bringen? Bestimmt. Denn es ist ja ganz normaler Content, wie jeder andere auch. Schade nur, dass so wenige Zuschauer irgendeinen Einschlag gemerkt haben werden. Es ist ja ganz normaler Content, wie jeder andere auch, gut konsumierbare Wahnwelt. Und jede Ähnlichkeit zur manifesten Wahnwelt des Alltags ist rein zufällig. Und danach wieder der schlechte Rapper mit den prallen Wackelärschen im Bild, das passt. I want you soul. Come to daddy!

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