Hol das Stöckchen!

Dienstag, 9. Februar 2010

Komische Fragen

Abgelegt unter: Stöckchen — Nachtwaechter @ 04:07

Wie könnte das Wesen des Stöckchens besser zusammengefasst sein als in der Überschrift “Komische Fragen”… allein das ist ein Grund, mich an der -eMKa- Lounge nach diesem Stöckchen zu Grunde zu bücken.

Wie alt wirst du in drei Monaten sein?
Wenn sich zwischendurch das Kalendersystem nicht ändert, werde ich 92 Tage älter als jetzt sein. Ach nein, der Februar macht mir einen Stich durch die Rechnung und es werden nur 89 Tage. Das ist aber auch ein Dilemma mit diesen ganzen krummen Zahlen und Unregelmäßigkeiten im Kalender, diesen 7, 12, 31, 30, 28, 29. So etwas kann sich einfach nur ein Papst ausdenken, jeder Nichtpfaffe hätte auf unnütze Komplexität geschissen, 12 Monate zu 30 Tagen gemacht und die paar überzähligen Tage anderwertig verwendet. Zum Beispiel für ein rauschendes Fest.

Denkst Du, Du wirst bis dahin verheiratet sein?
Nee, ich trage nicht so gern Handschellen oder Eheringe.

Was ist zurzeit dein Klingelton?
Mangels Taschentelefon klingelt es nicht aus meiner Tasche, und diese Stille wird noch lange lange so bleiben.

In wie vielen Städten hast du bisher gelebt?
Das kommt auf die Definition des Begriffes “Stadt” an, aber es waren wohl fünf. Also fünfe zuviel.

Bevorzugst Du in Schuhen herumzulaufen, auf Socken oder barfuß?
Wenn nicht die Kälte in die Füße beißt, wenn nicht die von Fußballfans und anderen Barbaren zerschepperten Brüllwahnwasserflaschen schneidend meinen Weg überglitzern, wenn nicht der Boden distelpieks die Füße zu perforieren droht, denn immer noch am liebsten auf bloßem Fuß.

Was ist deine Lieblingseiscreme?
Im Moment habe ich von allem Kalten genug, wirklich genug. Mein Lieblingseis ist ein heißer Kaffee.

Hast du eine bestimmte Art und Weise, wie du im Bett schläfst?
Wenn ich in einem Bett schlafe, was eher selten der Fall ist, denn lege ich mich auf die Seite und rolle mich in embryonaler Haltung ein, die Decke leicht über das Gesicht gezogen, damit es noch dunkler und reizärmer wird. Ich glaube, die Menschen schlafen nur deshalb, weil sie die Anforderungen des Lebens außerhalb des Mutterleibes unerträglich finden.

Bist du eine laute Person?
Ja, mein Flüstern braucht keinen Verstärker. Aber ich hasse es, schreien zu müssen, anzuschreien gegen solche, die nicht hören wollen.

Wie alt bist du?
Für Standesbeamte 43 Jahre, für die Wirklichkeit so alt wie die Wirklichkeit selbst, wenn “ich” auch nicht immer mit dieser körperlichen Verdichtung identifiziert war…

Kannst du Poker?
Und wie! Aber warum auf einmal alle Poker zocken, das verstehe ich nicht. Muss wohl an der Glotze liegen, wie auch so mancher Wahn an der Glotze liegt.

Schon mal jemanden geküsst, deren oder dessen Name mit “D” anfängt?
Wenn ich an jemanden herumrüssele, dann gleiche ich dabei den Namen doch nicht mit dem Alphabet ab. Das wäre ja fast so, als würde ich beim Handeschütteln den Puls messen.

Würdest du deine Nase piercen lassen?
Wozu denn? Die hat doch schon zwei Löcher.

Bist du neugierig?
Au ja, und wie! Und weit gebracht habe ich es mit der Neugier.

Kennst du eine, die schwanger ist?
Nein.

Würdest du ohne deine Eltern zurecht kommen?
Ich komme seit meiner Geburt ohne meine Produzenten zurecht.

Letzter Film, den du gesehen hast?
Der ist so lang her, dass ich nicht mehr weiß, welcher es war.

Ist es in der Regel einfach für andere, dich zum Lachen zu bringen?
Es ist sehr leicht, mich zu lachen zum bringen. Dafür bedarf es nicht einmal des Krampfes eines Witzes, es reicht das lächerliche Leben, das sich vor mein Gesichtsfeld stellt. Der Herrgott hat einen großen Zoo.

Was hast du zuletzt in deinen Mund geschoben?
Einen weichen, schwarzen Ring, der vor allem aus Zucker, Lakritz und Salmiaksalz zu bestehen schien. Nach so einem Zeug könnte ich süchtig werden.

Wer hat zuletzt für dich gekocht?
Die letzte für mich mitaufgekochte Tütensuppe gab es bei C., und sie war köstlich warm in der Kälte, so köstlich warm, dass ich mich an ihren Geschmack gar nicht mehr erinnern kann.

Wer hat dich zuletzt angerufen?
Mich ruft niemand an, weil es nicht geht. Und das ist auch besser so.

Liest du den Sportteil der Zeitung?
Ich lese keine Zeitung, und so auch keinen Sportteil.

Hast du eine gute Beziehung zu deinem Bruder/Schwester?
Meine vielen Brüder und Schwestern, die mein eifrig durch die Lande kopulierender Produzent auf seinem Weg hinterlassen und zusammen mit den vollgefickten Löchern allein gelassen hat, habe ich zum größten Teil niemals gesehen.

Was für Bilder hängen in deinem Zimmer?
Kein Zimmer und keine Bilder, aber hätte ich ein Zimmer, so hingen dort auch keine Bilder. Ich mag keine Bilder. Stattdessen würde ich die Wand selbst gestalten, indem ich allerlei Farbe und Dinge an die Wand würfe.

Wie siehst du aus: wie Mama oder Papa?
Da ich nicht weiß, wie meine Produzenten aussehen, kann ich diese Frage nicht entscheiden.

Wenn du für den Rest deines Lebens nur noch ein einziges Getränk zu dir nehmen dürftest, welches wäre das?
Klares Wasser, das den wunderbaren Geschmack hat, den Durst zu löschen.

Was liegt rechts neben dir?
Nichts.

Schon mal irgendwo ins Wasser gefallen?
Schon öfter, vor allem in früheren Zeiten, in denen ich noch gewaltig soff. Wie widerspenstig doch die Gravitation sein kann, wenn der Körper den Taumelgang eingeschlagen hat, wie dumm doch der Weg neben dem methandurchperlten, markant duftenden Graben im sumpfigen Wald ist. Von der Lernfähigkeit des unfreiwillig Badenden ganz zu schweigen, die war nicht vorhanden. Aber nach dem Absetzen des Brüll- und Taumelwassers hörte auch das Fallen auf.

Montag, 8. Februar 2010

Stöckchen

Abgelegt unter: Stöckchen — Nachtwaechter @ 04:19

Nicht nur, dass Engel es nicht immer leicht haben, manchmal stolpert man auf dem Weg zu ihnen über ein Stöckchen wie etwa bei Engelchenfiona. Das muss doch gleich aufgenommen werden…

Wann warst Du zuletzt beim Friseur?
Vor über zehn Jahren.

Schminkst Du Dich?
Wenn ich gerade keinen Schlamm zur Hand habe: nein.

Trägst Du Röcke?
Noch nicht, aber vielleicht kommt das noch. Ich hätte zu gern einen langen, dunkelgrauen Samtrock in meiner Größe, aber leider müsste ich den selbst nähen, weil meine Größe eben nicht dort verfügbar ist, wo es Frauenbekleidung gibt. Ach, ich glaube, das kommt noch in diesem Jahr.

Was trägst Du nachts?
Bei Wärme nichts, bei Kälte vieles.

Welche Schuhgröße hast Du?
An sich 49, aber wenn es groß ausfällt, passt oft auch 47 oder 48. In den letzten Jahren fallen die Schuhe immer größer aus, und früher musste ich sogar 50 tragen.

Wie viele Paar Schuhe besitzt Du (ungefähr)?
Genau ein paar total ausgelatschter und langsam zerfallener Bundeswehr-Stiefel, die ich in diesem Jahr wohl austauschen muss. Schade, denn sie haben einen weiten Weg mit mir zurückgelegt.

Hast Du eine Tätowierung oder ein Piercing?
Nein, nur Narben auf der Seele.

Wann warst Du zuletzt beim Zahnarzt?
Vor über fünfundzwanzig Jahren.

Mit wem hast Du zuletzt telefoniert und wie lange dauerte das?
Mit C., um ihr zu sagen, wie saudumm es von mir war, einen Zeitrahmen unter Angabe so genannter Uhrzeiten für das Treffen anzugeben und um mich für die dann absehbare Verspätung zu entschuldigen. Nie wieder werde ich Uhrzeiten nennen, ich trage gar keine Uhr. Und zumindest in diesem Monat werde ich auch nicht mehr telefonieren. Von den Münzen, die mir dieses gebührenpflichtige Sprechen über einen Draht aus der Tasche zieht, kaufe ich lieber Brötchen und Zigaretten.

Gibt es eine Serie, die Du regelmäßig schaust?
Kein Fernsehen in meinem Leben.

Warst Du schonmal im Fernsehen?
Wenn ja, würde ich es nicht mitbekommen, weil ich es ja nicht sehe. Aber wenn mir einer dieser Idioten mit seiner Kamera und seinem mikrofontragenden Kollegen auf die Pelle rückt, um ein bisschen “Stimme des Volkes” einzufangen und nur die peinlichsten und falschesten Fragmente für die Sendung zusammenzuschneiden, denn biete ich ihm regelmäßig eine ordentliche polierte Fresse an, wenn er auf ein einfaches “Nein” nicht reagiert. In der Regel reicht das einfache “Nein” bei diesen psychischen Aasgeiern nicht aus.

Welchen Sport schaust Du Dir im TV an?
Kein Fernsehen, und erst recht kein Sport in meinem Leben.

Hast Du eine Phobie?
Ja, Ansammlungen besoffener brüllender Fußballfans und sonstige braune Mobs.

Hast Du Dir schonmal gewünscht, eine Frau zu sein?
(Ich habe hier mal das Geschlecht geändert…) Oh ja, schon oft. Oh, wie ich diese Kerle ausbeuten und ausbluten würde, ganz so, wie es Frauen auch schon mit mir gemacht haben, als ich noch nicht verstand, dass eine Frau gar keinen Mann sucht, sondern nur eine Kreditkarte, die den Müll herunterbringt.

Welche Zeitschriften liest Du meistens?
Keine, denn ich mag mir nicht die Lebenszeit von Leuten rauben lassen, die mich belügen.

Wo verbringst Du mehr Zeit, vorm PC oder TV?
Mangels Glotze ists eindeutig der Computer. Allerdings würde ich niemals sagen, dass ich Zeit “vorm” Rechner verbringe, eher sagte ich, dass ich sie “hinterm” Rechner verbringe. Denn das, was dieses Ding mit entgegenstreckt, das kann nur ein Arsch sein.

Wann warst Du zuletzt in der Disco?
Irgendwann im Oktober letzten Jahres, und ich habe mich gleichermaßen zuhause wie fremd gefühlt — es war aber beim besten Willen keine richtige Disko, sondern es war Silke Arp bricht. Aber es war dort schon sehr diskolicht und diskoschall und mancherlei wohlgewürzter techno; die zuckfläche gut bemenscht deswegen, schwermut lag ich lachend neben. Ach, ich sags ja, die Silke ist keine Disko, sondern ein materieller Abrieb der Erleuchtung; da gibt es dann auch keine normale Sprache mehr. Schade, dass ich nie Geld dafür übrig habe, sonst wäre ich wohl öfter dort.

Welche Tiere magst Du gar nicht?
Lehrer, Sozialarbeiter und Bundeskanzlerinnen.

Wenn Du jetzt auswandern müsstest, wohin würdest Du gehen?
Eigentlich überall hin, wo man nicht frieren muss und wo einem als Mensch das Recht eingeräumt wird, so leben zu dürfen, wie man ist. Leider habe ich gerade kein Raumfahrzeug zur Verfügung.

Bist Du in der Schule mal sitzengeblieben?
Ja, mehrfach. Aber die Wiederholung hat die Schulbildung bei mir nicht vertieft.

In welchem Fach warst Du besonders schlecht?
Das waren zwei: Sport und technisches Werken.

In welchem besonders gut?
Mathematik.

Wie viele Sprachen sprichst Du?
Ach, wie froh ich bin, dass ich wenigstens Deutsch kann. Wenn es unbedingt sein muss, kann ich mich auch unter Verzicht auf jede Lyrik und auf jeden Humor in Englisch ausdrücken, und dies leider trotz meiner eben beschriebenen Behinderung so gut, dass native speaker es nicht für nötig halten, langsam zu sprechen. Damit wären die Sprachen, die ich kann, erschöpft, es wären zweie. Wenn es um die reine Verständlichkeit geht, kann ich nach relativ kurzem Reinhören auch Schwedisch und Niederländisch in Alltagssituationen verstehen, und zu meiner eigenen Überraschung hatte ich nicht einmal große Probleme mit Italienisch, aber Französisch geht gar nicht.

Welche Sprache würdest Du gerne lernen?
Am liebsten würde ich jede Sprache lernen, die ich gerade brauche, um die Menschen vor Ort zu verstehen. In letzter Zeit hätte ich am häufigsten die Fähigkeit benötigt, ein bisschen Arabisch zu können (vor allem auch lesen zu können), und früher hatte ich so viele Fans in Frankreich, dass ich allein deshalb angefangen habe, mir ein bisschen Französisch anzueignen, um wenigstens ihre Mails oberflächlich beantworten zu können. Immerhin lernt sich Französisch leichter als Arabisch, ich bin nicht schon vor der ersten Hürde entmutigt. Auch würde ich zu gern Russisch lernen, aber eine allererste Einführung in diese Grammatik hat mich zu der Überzeugung gebracht, dass es besser ist, auf eine Reinkarnation im russischen Sprach- und Kulturraum zu hoffen…

Liest Du in Zeitschriften Dein Horoskop?
Nein, denn ich lese keine Zeitschriften.

Beherrschst Du ein Musikinstrument?
Ja, Computer, denn ich mache Musik.

Kannst Du tanzen?
Jeder Mensch kann tanzen. Alles weitere ist ein kulturell bedingtes Bewertungssystem, welches es hochschätzt, wenn einer die unmittelbare, lustvolle Erfahrung aufgibt und gegen eine erlernbare Kulturtechnik eintauscht.

Was machst Du nachts, wenn Du nicht einschlafen kannst?
Ich lese zu randlagigen Themen und manchmal entwickle ich riesige, undurchführbare Pläne — die zuweilen (mit einer Wahrscheinlichkeit von deutlich unter einem Prozent) doch einmal durchgeführt werden.

Hast Du ein Lieblings-Gesellschaftsspiel? Welches?
Nein.

Wohin ging Dein bisher weitentferntester Urlaub?
Ich mache keinen Urlaub und ich mache nur Urlaub. Ist fünfzig Kilometer vor Rom wohl näher als die Gegend um Le Havre oder ein mir namentlich nicht mehr bekanntes By in der Gegend üm Göteborg? Ich habe einfach nicht nachgemessen…

Wann warst Du zuletzt auf einem Konzert?
Im Frühling letzten Jahres ein Konzert diverser, recht experimenteller Musiker — wobei ich die klangvolle Installation von Bohrmaschinen unvergesslich finde.

Welche CD hast Du Dir zuletzt gekauft?
Das ist so lange her, dass ich es nicht mehr weiß. Es könnte gut die Equilibrium von den Girls Under Glass gewesen sein, aber ich bin mir nicht sicher. Niemals wieder würde ich für einen physikalischen Tonträger Geld ausgeben — zu dreist sind mir die Versuche der Musikindustrie in der Vergangenheit gewesen, mir ab Werk kaputte CDs als einen so genannten “Kopierschutz” andrehen zu wollen.

Hast Du Dich schon auf der Arbeit krankgemeldet, weil Du einfach keine Lust hattest?
Nein, ich bin einfach ohne Krankmeldung weggeblieben.

Hast Du schon FKK gemacht?
Nichts lieber als das, wenn es Sommer ist und der warme Wind über die bloße Haut streicheln will — aber bloß nicht dort, wo man es machen soll, wo die Menschen zum FKK kaserniert werden.

Hast Du schon Bungee-Jumping oder Fallschirmspringen gemacht?
Nein, ich kenne nur den freien Fall meiner Psyche durch die Zeit. Was kommt mir da nur entgegen, so schnell und immer schneller und so groß und rund und brauneschwarz? Einen Namen braucht es, ein weites großes Wort mit langgezogenem Vokale. Etwas mit “Oh”, tief und dröhnvoll wie das Nahen dieses Seins auf meinem Fall. “Tod”, das ist ein passend Wort, näher kommts und näher. Ob es wohl freundlich zu mir ist?

Welches Zweirad fährst Du?
Ein ganz normales Fahrrad, dessen Rahmen tapfer gegen den fressenden Rost kämpft.

Wann hast Du zuletzt die Fenster geputzt?
Zu den erfreulicheren Dingen des heimatlosen Daseins gehört es, dass man keine Putzarbeiten zu tun hat, und so habe ich seit Jahren kein Fenster mehr geputzt. Vielleicht sollte ich es mal wieder irgendwo tun, um nicht zu vergessen, wie es ist…

Wann zuletzt Wäsche gebügelt?
Ich pflege es nicht, Wäsche zu bügeln.

Öffnest Du die Post, die an Deinen Partner adressiert ist?
Kein Partner, keine Post, kein Problem.

Wirst Du laut, wenn Du streitest?
Ich bin schon lange vorm Streiten laut, und wenn ich einmal ganz wütend bin, denn bin ich sehr sehr leise.

Hattest Du schon mal ein Blind Date?
Nein, das noch nicht — aber dafür schon ein total verblendetes Miteinander.

Was war Dein erstes eigenes Auto?
Ein Fahrrad.

Bist Du bei der Führerschein-Prüfung mal durchgerasselt?
Keine Lizenz zum Vergasen erworben.

Wo muss die Tanknadel Deines Autos stehen, damit Du tanken gehst?
Mein Fahrrad hat keine Nadel, und ich tanke klares Leitungswasser, wenn die Zunge im Munde klebt.

Hast Du schon mal ein Auto zu Schrott gefahren?
Nur einmal hat mich einer dieser Raseblechfahrer so angefahren, dass mein kleines kosmisches Fahrrad einen Kratzer in seinen Lack gemacht hat — aber Schrott ist etwas anderes. Übrigens hat der Raseblechfahrer darauf mit einer Unfallflucht reagiert, scheißegal, was da am Boden liegt. Eben so ein richtiger Autofahrer, wie ich sie beinahe jeden Tag kennenlerne — eigentlich ist die Straße nicht dafür gemacht, dass sie von Rad- und Autofahrern geteilt werde… ;-)

Sonntag, 31. Januar 2010

Wenn ich nicht ich wäre, sondern…

Abgelegt unter: Stöckchen — Nachtwaechter @ 03:30

Das Stöckchen, über das ich da beim Lordy gestolpert bin, kommt mir ja recht vertraut vor, ganz so, als sei ich schon einmal darüber gestolpert. Aber wer so eine passende Grafik über seine Stöckchen setzt, der appeliert an den schwanzwedelnden Stöckchensammler und -vergraber in mir, also auf!

Wenn ich nicht ich wäre, sondern…

… ein Monat: Oktember
… ein Wochentag: Shabbat
… eine Tageszeit: Sommersonnengreller Mittag
… ein Planet: Saturn
… ein Meerestier: Qualle
… eine Richtung: Vorwärts im Rückwärtsgang
… eine Zahl: 355 geteilt durch 113
… ein Kleidungsstück: Baströckchen
… ein Schmuckstück: Silberner Siegelring
… eine Kosmetik: Tätowiernadel
… eine Blume oder eine Pflanze: Gänseblümchen
… eine Flüssigkeit: Schlamm
… ein Baum: Weide
… ein Vogel: Dohle
… ein Möbelstück: Bett
… ein Wetter: Stahlblauer Sommerhimmel und kein Frieren
… ein mythisches Wesen: Judas Iskariot
… ein Tier: Eichhörnchen (die kennen keinen Winter)
… eine Farbe: Lindgrün mit hellrosa Klecksen
… ein Element: Helium
… ein Auto: Fahrrad
… ein Lied: Covenant – Phoen IX
… ein Film: Contact
… eine Filmfigur: Saw
… eine Stimmung: Glucksende Heiterkeit
… ein Körperteil: Die leichte Verdichtung über meinem Anus
… ein Gesichtsausdruck: Lächeln
… ein Schulfach: Unterrichtsausfall
… ein Gegenstand: Schlüsselring
… ein Wort: Einsheit
… ein Körpergefühl: Ekstase
… ein Knabbergebäck: Zwieback
… eine Sportart: Hochleistungsdaumendrehen
… ein Getränk: Wasser
… eine Eissorte: Walnuss
… ein Märchen: De Buer un sien Fru
… ein Spielzeug: Rubiks Cube
… ein Land: Tonga

Freitag, 15. Januar 2010

Stöckchen

Abgelegt unter: Stöckchen — Nachtwaechter @ 22:41

QntalWas für ein schlichter Titel für das Stolperholz im Internet. Und ich weiß genau, wo ich das gefunden habe und mache auch gleich weiter — ein Mensch, der gerade Qntal im Player liegen hat, ist mir auf der Stelle so unfassbar sympathisch, dass ich gar nicht mehr widerstehen kann. Obwohl mir eigentlich nichts über die Qntal II geht. Aber was fasele ich über Musik, hier will wieder ein Stöckchen mitgenommen werden…

Wo ist dein Handy?
Welch Glück, dass es aus meiner Hosentasche niemals klingelt und das meine Quasselfunke nur in meinem Albträumen vorkommen kann. Wie selig ist doch die Unerreichbarkeit. Wie süß ists doch, miteinander zu sprechen, ohne dass ein Gebührenticker im Kopfe tickt. Und dieser SMS-Irrsinn und dieser ganze kalttechnische Tineff, der sich am Handy festmacht, reizt mich nur dazu, niemals eines zu besitzen.

Dein Partner?
Wer immer auch mein Partner sein soll, ich werde sie wohl nicht mehr kennenlernen. In meinem Liebesleben ist ewiger November.

Deine Haare?
Größtenteils abrasiert, nur ein kleines dünnes Zöpfchen wuchert vor sich hin und hilft vielleicht mal jemanden dabei, mich aus dem Sumpf meines Daseins herauszuziehen.

Deine Mama?
Die hat mich weggeschmissen, als ich noch klein und wehrlos war, und jetzt stirbt sie seit Jahren vor sich hin, was mich sehr freut.

Dein Papa?
Der hat mich gezeugt und sich dann anderen Dingen zugewandt, und jetzt legt er sein Gehirn in Alkohol ein und kann es damit doch nicht konservieren.

Lieblingsgegenstand?
Oh, da schwanke ich zwischen dem halbkaputten Fahrrad, dass die Massen meines Fleisches leicht und mühelos über die Kilometer bringt und dem unendlich praktischen Jornada 820e, der eine perfekte Schreibmaschine für mein unentwegt unterwegstes Leben ist.

Dein Traum von letzter Nacht?
Eine riesen bunte Schüssel voll von ungesundem lecker Essen.

Dein Lieblingsgetränk?
Befindet sich in der Leitung und fließt aus der Wand, wenn ich die Kurbel drehe.

Dein Traumauto?
Fahrrad.

Der Raum in dem du dich befindest?
Das Zimmer einer alten Frau, die jetzt von den Ärzten in einem Krankenhaus ausgeweidet wird, es müffelt nach Spießigkeit und Kitsch.

Deine Ex?
Ein schwerer Rausch, Hormonvergiftung, so blind, dass man nicht bemerkte, dass da gar nichts passt. Entsetzlich, dieses Körperzeug.

Deine Angst?
Dass es so weiter geht.

Was möchtest Du in zehn Jahren sein?
Erfolgreicher Revolutionär in einer besseren Welt oder tot.

Mit wem verbrachtest Du den gestrigen Abend?
Mit einem kalten Telefon und der Stimme eines einsamen Menschen in den Händen von Ärzten und mit meinem Herz, das ich am liebsten selbst aus der Brust gerissen hätte. Am Telefon darf man nicht fühlen, und die meisten tun es nicht. Ein schrecklich Gerät!

Was bist Du nicht?
Traurig, Hoffnungsvoll und Unfähig.

Das Letzte, was Du getan hast?
Noch einmal im Krankenhaus angerufen, mir ist seitdem so schrecklich kalt, dass keine Heizung mehr hilft. Ich will mich in den Schnee legen und in das Blau wegdämmern.

Was trägst Du?
Die ganze Last meiner Erfahrungen.

Dein Lieblingsbuch?
Das Voynich-Manuskript, aber es ist eine Hassliebe.

Das letzte, was Du gegessen hast?
Eine trockene Scheibe Brot.

Dein Leben?
Es ist kurz, fröhlich und sinnlos.

Deine Stimmung?
Eine traurige und unbezwingbare Heiterkeit, die heraus möchte.

Deine Freunde?
Ein kleiner Haufen, der lange schon wegstirbt.

Woran denkst Du gerade?
Ich frage mich, was einen Menschen wohl dazu bewegt, solche Stöckchen zu basteln, dazu Fragen aneinanderzuhängen und diese zu beantworten. Ist es die Sehnsucht nach Googles Äquivalent zur Liebe, die vielen Backlinks derer, die das Stöckchen aufsammeln und damit spielen und Antworten unter die Fragen stellen, immer hübsch mit einem Link zurück? Oder ist es die Freude an der kontrollierten Entblößung im anonymen Raum des Internet, der offenen Form der geschlossenen Anstalt? Und ich komme zu keinem Schluss. Vielleicht ist es ja einfach nur Gedankenlosigkeit, einfach nicht weiter. Doch die scheinbare Gedankenlosigkeit ist meist eine Illusion, und sie ist niemals eine Motivlosigkeit, so dass die Frage lohnt, die niemals wohl ehrlich beantwortet werden wird. Ich nehme solche Stöckchen jedenfalls auf, weil ich einen hämischen Spaß daran, diese Stöckchen für das “normale Leben” mit dem Abrieb meines Daseins zu verarbeiten und dabei die Strukturen des “normalen Lebens” bloß zu stellen, und ich bin dabei heilfroh über die Anonymität des Netzes, in der ich diesen virtuellen Exhibitionismus vollbringe. Außerdem sind Stöckchen in meinen Augen eine Kunstform, die viel zu wenig gepflegt wird — an ihnen lässt sich die ganze sprachliche Ausdrucksform zu Holz machen. Das ist ein kleiner Teil dessen, was ich gerade denke und was es schafft, über die Mauer der Bewusstseinsfähigkeit zu hüpfen, darunter liegt ein schlüpfer Morast aus ganz anderen Gedankenembryonen, die solches selten nur schaffen und sich meist in nebelweißen Andeutungen zwischen den Zeilen und Worten zu äußern verstehen. Eine Frage aus vier dürften Wörtern enthält genug, um das Schreiben eines ganzen Buches zu veranlassen, wenn sie ernsthaft beantwortet wird, und dieses Buch, es wäre niemals niemals fertig.

Was machst Du gerade?
Na, was wohl. Vor mir liegt eine Tastatur, die inzwischen über 15 Jahre alt ist, aber meinen Anschlag besser überlebt als jedes neue Modell, und hier, wo ich öfter mal am Rechner arbeiten kann, habe ich sie mir bereit gelegt. Auf dieser Tastatur bearbeite ich einen Text, den ich in einem kleinen Fenster sehe, er besteht aus den Fragen des Stöckchens und meinen Antworten. Alles das schreibe ich in einem sehr altmodischen, aber mir völlig vertrauten Texteditor, und ich werde es mit Hilfe eines kleinen, selbstgeschriebenen Programmes zu meinem Stöckchengrab senden, wenn ich damit fertig bin. Das alles lässt nicht viel Raum für Nebentätigkeiten.

Dein Sommer?
Zu wenig Schlamm.

Was läuft in Deinem TV?
Ich benutze dieses Medium seit mehreren Jahren nicht mehr, weil ich nicht irre und auch nicht stumpf werden will.

Wann hast du das letzte Mal gelacht?
Erst vor knapp drei Stunden, als ich das Sterben von Jamendo verfolgte.

Das letzte Mal geweint?
Vor einigen Tagen, als ich die unmenschliche Kälte kennenlernte, die man hier Gesundheitswesen nennt.

Schule?
Ein Ort der gewaltsamen Entkernung und Enthirnung der Persönlichkeit.

Was hörst Du gerade?
Das Rauschen eines Lüfters im Computers und den dröhnen Krach einer breiten Straße in der grauen grauen Stadt.

Liebste Wochenendbeschäftigung?
Was ist ein Wochenende? Für mich sind alle Tage gleich, und meine liebste Beschäftigung ist es immer noch, in großer Heiterkeit durch mein sinnloses Leben zu gehen.

Traumjob?
Das Wort “Job” führt bestenfalls zu Albträumen. Schon in der Verwendung dieses technokratisch klingenden, denglischen Wortes, dass an Stelle des fühlsameren Wortes vom “Berufe” getreten ist, zeigt sich der gesamte Niedergang der Kultur.

Dein Computer?
Ein kosmischer, komischer, kleiner geschenkter, der mir jeden Tag treu dient. Außer manchmal.

Außerhalb Deines Fensters?
Wohnquader, in die Fenster geschnitten sind, aus jedem dritten dringt das bläuliche Flackern der Volksempfänger. Zwischen den Quadern Straßen, auf denen es keine Menschen gibt, aber Autos Autos. Der kalte Dunst. Hat selbst den alten, fetten Mond verschlungen.

Bier?
Kein Gröhlwahnwasser.

Mexikanisches Essen?
Dem Hungrigen ist es egal, welchen Reisepass seine Speise mit sich trägt.

Winter?
Hoffentlich der letzte, den ich erlebe.

Religion?
Der Versuch, ein Problem zu lösen, das ohne die Religion gar nicht existierte.

Urlaub?
Was soll ich damit?

Auf Deinem Bett?
Kein Bett.

Liebe?
Alles und jeden, aber ohne jede Kette.

Montag, 11. Januar 2010

Kinder, wie die Zeit vergeht

Abgelegt unter: Stöckchen — Nachtwaechter @ 22:48

Da geht man in die Höhle der haarigen Biester, und worüber stopert man in der Dunkelheit dieses Hohlraumes? Über ein Stöckchen

1. Was wolltest du werden, wenn du groß bist?
Ich wollte nicht groß werden.

2. Wen wolltest du heiraten?
Ich wollte erst recht niemanden heiraten. Ich hab doch schon als hilfloser, kleiner Zwerg mitbekommen, wie so eine Ehe aussieht. Sie besteht aus Suff, Geldsorgen und Gewalt. Nee, das wollte ich wirklich nicht haben. Wie froh ich bin, dass ich irgendwann recht früh entdeckt habe, dass man auch selbst an seinem Pillermann rumspielen kann und wie schön das ist.

3. Was war deine Lieblings-Eissorte?
Schocko

4. Dein Lieblings-Spielzeug?
Dreck und tote Ratten

5. Wovor hattest Du Angst?
Vor den Menschen, die Gewalt über mich ausüben konnten, wenn sie mal wieder völlig besoffen nach Hause kamen und völlig unberechenbar waren. Oh, wenn ich als Kind doch wenigstens hätte hassen können!

6. Wer war dein/e beste/r Freund/in?
Ich war als Einzelgänger radikal. Warum hätte ich jemanden zum Freund haben sollen, der mich doch nur verprügelt und missachtet.

7. Was war dein Lieblings-Schulfach?
Was für eine Frage! Schule! Dieser Ort der Verdummung, Enthirnung, totalen Ödnis im Flackerschein des Neonlichts. Mein Lieblings-Schulfach waren die Ferien, die immer viel zu kurze waren.

8. Was war dein schlimmstes Schulfach?
Sport.

9. Was war dein Lieblings-Buch?
Ach, das waren so viele, wie die öffentliche Leihbücherei herumliegen hatte — so lange ich nicht in der eigens für knickbare Zwerge eingerichteten Kinderabteilung war. Am liebsten mochte ich die Kriminalromane von Agatha Christie, und die finde ich sogar jetzt noch großartig!

10. Was wolltest du nie sein, wenn du erwachsen bist?
Das Elend, das mich umgab. Und das ich jetzt bin.

Donnerstag, 31. Dezember 2009

Wie jedes Jahr

Abgelegt unter: Stöckchen — Nachtwaechter @ 10:44

Huch, da liegt doch bei der Eileen so zwischen allen Pinseln, Pixeln und Popcorn ein Stöckchen herum. Das muss doch einfach eingesammelt werden…

Zugenommen oder abgenommen?
Au weia, schon die erste Frage so meßbar, und keine Waage wiegt meiner Füße Last. Der wabbernden Wampe wuchtiges Volumen — Spur des gewaltigen Müllfraßes, den ich mir täglich gebe — wirkt weiterhin vage gesundheitsschädlich…

Haare länger oder kürzer?
Sie sind gewachsen. Und dünner.

Kurzsichtiger oder weitsichtiger?
Der Augen Sicht gekürzt, des Geistes Sicht in unveränderter Weite.

Mehr ausgegeben oder weniger?
Aber sehr viel weniger. Beim Betteln kommt nicht mehr viel beisammen.

Der hirnrissigste Plan?
Eine nicht durchgeführte Fahrradtour an die Nordsee.

Die gefährlichste Unternehmung?
Völlig übermüdet einen Fußweg von dreizehn Kilometern durch eine Nacht mit minus vierzehn Grad zurücklegen; erst, als die Welt zu leuchten begann, ich meinen Körper nicht mehr fühlte und der blaue Schnee wie ein einladender Ruheplatz aussah, wusste ich, dass ich diesen Tag vielleicht nicht überlebe.

Der beste Sex?
Ach, meine Hand ist recht konstant.

Die teuerste Anschaffung?
Keine Anschaffungen.

Das leckerste Essen?
Die über November und Dezember verteilten Walnüsse eines gut versteckten Baumes, die so lange in meinem Rucksack bei mir führte.

Das beeindruckendste Buch?
Die Seele des Raben.

Der berührendste Film?
Keine Filme.

Das beste Lied?
Covenant — Slowmotion. (Ja, ich weiß wie alt das ist.)

Das schönste Konzert?
Keine Konzerte.

Die schönste Zeit verbracht mit…
Mit der Sonne im warmen Frühling und Sommer.

Vorherrschendes Gefühl 2009?
Todessehnsucht.

2009 zum ersten Mal getan?
Beschlossen, niemals wieder eine Veranstaltung mitzumachen, die sich irgendwie an so genannte “Gothics” richtet.

2009 nach langer Zeit wieder getan?
Weihnachtslieder gehört. Und das war das letzte Mal in meinem Leben.

Drei Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen?
Mediale Panikmache wegen Terror, Schweinegrippe und anderer kranker Hirnwelten; das Gruselkabinett in Berlin, Kälte.

Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?
Das Großhirn.

2009 mit einem Wort?
Gnirrtsch!

Samstag, 5. Dezember 2009

Musik-Stöckchen

Abgelegt unter: Stöckchen — 124c41 @ 00:57

Holla, was hat den die Rennende Ente da auf ihrem Weg durch das Internet fallen gelassen? Ein Stöckchen. Da muss ich mich doch gleich mal nach bücken…

Welches Lied…

…hörst du gerade?
Elias Schwerdtfeger, God’s Dream (Vorabmix)
Ja, ich höre wirklich meine eigenen Sachen selbst, um das Mixing noch ein bisschen verbessern zu können, auch wenn man das so gar nicht am Endprodukt merkt.

…war das erste, was du heute gehört hast?
Saxon – Strangers in the Night

…taucht auf, wenn du deinen Media-Player auf shuffle stellst?
Bottom 12 – Jingle Bells (Fuck Christmas)

…nervt dich zurzeit total?
Eigentlich keines — das ist das gute am Verzicht auf Glotze und Radio. ;-)

…würdest du endlich mal gerne im Radio hören?
In welchem Radio?

…ist total überschätzt?
So ziemlich jedes, das von der industriellen Funktionsmusikproduktion mit aller Geldmacht in die Charts geprügelt wird.

…war zu deiner Geburt auf Platz 1 in den Charts?
Als ich geboren wurde, haben mich die Charts einen Scheißdreck interessiert, und hinterher kam das große Interesse daran auch nicht auf.

…ist dein absolutes Autofahr-Lied
Ich bin aber Radfahrer und Fußgänger. Okay, beim Radfahren ist “Alles Schwarz” von Umbra et Imago sehr beschwingend, vor allem, wenn man durch Hannover fährt und die dortigen Menschen sieht.

…gibt dir eine Art “Aufbruchsstimmung”?
Bottom 12 – Running of the Bullshitters

…möchtest du auf deiner Hochzeit gespielt haben?
Ich soll heiraten? Ich glaube, es hackt!

…möchtest du auf deiner Beerdigung gespielt haben?
Das ist mir sowas von egal, Tote haben einen beachtlichen Mangel an auditiven Sinnesleistungen. Wenn es nach meinem Willen geht, denn will ich auch keine Beerdigung, sondern von dieser Heuchelei ungestört in den großen Kreislauf fallen können. Aber ich gehöre zu jenen Verdammten, deren letztweilige Verfügungen für völlig unbeachtlich gehalten werden werden.

…beschreibt deine Jugend?
Iron Maiden – Children of the Damned

…macht dich immer wieder traurig?
Helium Vola – Les habitants du soleil

…macht dich immer wieder glücklich?
Deine Lakaien – Dark Star

Sonntag, 15. November 2009

SEO-Stöckchen

Abgelegt unter: Stöckchen — Nachtwaechter @ 13:41

Wenn ich schon auf einer SEO-Site ein Stöckchen sehe, denn kann ich einfach nicht mehr widerstehen… darauf einmal etwas andere Antworten zu geben.

1. Hat Bing eine Chance, Google vom Markt zu verdrängen?
Ja, Bing hat eine derartige Chance, wenn sie auch nicht groß ist. Es muss nur so angegangen werden, wie man das im Hause Mircosloth immer angeht, durch systematische Verunsicherung der Menschen — während gleichzeitig die volle Energie des MS-Imperiums in diese Sache geworfen wird, genau so, wie man es bei jedem anderen Produkt auch gemacht hat. Der Ruf von Guhgell hat durchaus schon seine Kratzer weg, weil Guhgell in recht intransparenter Weise jede Menge Daten sammelt, und angesichts der jüngeren Skandale rund um den Datenschutz sollte es leicht fallen, Menschen ein Unbehagen gegen die Möglichkeit detaillierter Profilerstellungen bei Guhgell einzuimpfen. Wenn dies einher geht mit einem qualitativ hochwertigen Alternativprodukt (im Moment ist das noch nicht da), und wenn ein bisschen Massel dazu kommt, denn könnte Guhgell das erste Mal in seiner Geschichte einen ernsthaften Konkurrenten haben. Allerdings wird es ungleich schwieriger, Guhgell wegzuboxen, als dies damals bei anderen Mitbewerbern der Fall war, denn Guhgell macht vieles immer noch sehr richtig und ist in allen seinen Tätigkeiten bewundernswert agil. Ich will auch nur hoffen, dass Bing Guhgell nicht verdrängt, denn die bisherige Erfahrung mit MS-Produkten lehrt mich, dass sie nach dem Totmachen eines starken Mitbewerbers nicht mehr weiterentwickelt werden, während Guhgell sich in ständiger Entwicklung befindet, zum Nutzen aller Menschen, die damit leben müssen. Ich glaube, dass mittelfristig sowohl Guhgell als auch anderen Suchmaschinen von einer sehr anderen Technik abgelöst werden, die dezentraler organisiert ist, eine stärkere menschliche Komponente hat (das Gehirn ist immer noch der beste Computer), unempfindlicher gegen Manipulationen der Relevanzkriterien ist und den “Geist” des Internet deshalb besser widerspiegelt… aber ich traue nur Guhgell zu, einen derartigen Trend zu erkennen und diese Chance zu ergreifen. Man wird einfach im Laufe der Zeit erkennen, dass nichts so viel geballte Rechenleistung aufbringen kann wie das Netz selbst.

2. Siehst du in SEO ein zukunftsträchtiges und beständiges Handwerk für dich?
Nein. Ich sehe SEO — dort, wo sie sich nicht darauf beschränkt, Websites durch klare Strukturierung und vernünftige Meta-Auszeichnung sowohl für die Suchmaschinen als auch für Menschen aufzuschließen — vor allem als eine Variante der Seuche der Spam an. Die Ergebnisse, die von Suchmaschinen ausgegeben werden, sollen manipuliert werden, um auf diese Weise mittelbar Aufmerksamkeit für Internetangebote zu generieren, die ohne solche Manipulation eher am Interesse der Menschen vorbeigelaufen wären. Das beste SEO ist immer noch, wenn jemand für Menschen schreibt und HTML einzusetzen weiß. Das, was als SEO angeboten wird, ist neben einer Handvoll einfacher Tipps zur Gestaltung von Websites und zu angemessenen Meta-Auszeichung ihrer Inhalte vielfach reine Quacksalberei, die unwissenden Kunden angedreht wird, und wo es keine Quacksalberei ist, da ist es Spam. Was ich von Spam halte, sage ich andernorts oft genug. Niemals würde ich diese Art von SEO machen. Und die Leute, die so eine Art von SEO machen, sollten meiner Meinung nach ganz schnell für eine bemannte Mondmission ausgewählt werden, und zwar nach Möglichkeit ohne Rückkehreinheit.

3. Wenn du die freie Wahl hättest, von welcher Seite würdest du deinen Blog verlinken wollen?
Von der Internet-Präsenz der Neuen Zürcher Zeitung. (Natürlich nicht dieses Stöckchen-Grab hier, das soll niemals von irgendwo verlinkt werden…)

Und jetzt schnell das Stöckchen eingraben…

Nächste Seite »

Bloggen Sie auf WordPress.com.