Hol das Stöckchen!

Montag, 16. Dezember 2013

Das geht gar nicht

Filed under: Stöckchen — 124c41 @ 18:48

Mitgenommen beim Roten Blog.

“Das geht gar nicht” in Bezug auf Essen.
Kohl. Alles an dieser Pflanze bringt mich nachhaltig zum Erbrechen, und zwar schon in sehr geringer Dosis. Vermutlich ist nach den anderthalb Jahrzehnten unter einem gleichnamigen Kofferkanzler mein Abscheu sogar aufs harmlose Blattgemüse übergesprungen. Die kriminellen Machenschaften sind ja auch auf eine ganze Partei übergesprungen. Schlechtigkeit ist infektiös.

“Das geht gar nicht” in Bezug auf Klamotten.
Mode. Egal welche. Und ansonsten jede Kleidung mit aufdringlich aufgedruckten Logos, die nicht nur mein Leben in das Dasein einer Litfaßsäule verwandeln will, sondern zudem auch noch viel Geld kostet, statt dass mir Geld für die kostenlose Reklame gegeben wird.

“Das geht gar nicht” in Bezug auf Musik.
Stupide Rockmusik im zwölftaktigen Bluesschema; abgeschaut vom Sang der Sklaven, für die Batterien in industriellen Prozessen beschleunigt und von jeder echten Melancholie befreit, vorgetragen als unbändiger Ausdruck des Freiheitswillens in der Geste eines Abziehbildes, vermarktet von einer freiheitsverachtenden Contentindustrie. Einfallslos seit sechzig Jahren, und endlich und doch viel zu langsam sterbend. Ach ja, Sven Regener (Element Of Crime) geht auch gar nicht

“Das geht gar nicht” in Bezug auf Duft.
Die Schwaden, die einige Frauen hinter sich her ziehen, um darin ihr Elend zu verbergen; diese Luft aus einem unterklassigen Bordell, mit der sie sich zu schmücken gedenken.

“Das geht gar nicht” in Bezug auf Jahreszeit.
Herbst. Winter. Frühling. Arschloch.

“Das geht gar nicht” in Bezug auf Süßigkeiten.
Teilgetrocknete Bestandteile einer “bunten Tüte”, die im Mund zu einer Mischung aus dem Kaugefühl einer Lederschuhsohle und dem Geschmack einer Chemiefabrik werden.

“Das geht gar nicht” in Bezug auf YouTube.
YouTube ist im Kern kaputt, und es geht jeden Monat ein bisschen kaputter. Irgendwelche Betrugsklitschen verwandeln mit der technokrakischen Hilfe Googles Fantasie-Ansprüche in Geld, und seit man nicht mehr kommentieren kann, ohne einen Account bei Google Plus aufzumachen (mit Realnamenspflicht und Gutsherrenzensur), ist auch die Kommentarfunktion beschädigt. Ach ja, Gutsherrenzensur, die gabs auch so schon lange. YouTube muss sterben! Und. Das so genannte “Geistige Eigentum” muss sterben! Und natürlich auch alle, die mit diesem gesetzlich geschützten Betrug Geld erpressen.

“Das geht gar nicht” in Bezug auf McDonald’s.
Dort etwas zu essen oder zu trinken, das geht gar nicht. Klo und Waschbecken sind meist in Ordnung…

“Das geht gar nicht” in Bezug auf Personen.
Politiker, ihre Schergen (Lehrer, Beamte, Vergewaltigungsangestellte) und herzkalte Seelenkrepel, die in jedem Miteinander jederzeit nur ihren Vorteil suchen, so geldwert wie nur irgend möglich.

“Das geht gar nicht” in Bezug auf öffentliche Personen.
Alle Mitglieder der CDUSPDCSUFDPGRÜNETC. Auch die kleinen Stimmviecher mit Parteibuch und verblühenden Illusionen von einer besseren Welt. Schlechter Umgang verdirbt jeden Charakter.

“Das geht gar nicht” in Bezug auf Haare.
Haare auf den Zähnen… :mrgreen:

“Das geht gar nicht” in Bezug auf Party.
Ich kann diese verkackten “Parties” nicht mehr ertragen, deren Veranstalter versuchen, ein politisches Anliegen zu transportieren, aber in Wirklichkeit nur für massenhaft Bier, Schnaps, Kiffecken und hirnlose Funktionsmusik sorgen. Wenn sie wenigstens im Verlaufe einer solchen Nacht nur für zehn Minuten die Frage in den Raum würfen, was es denn eigentlich zu feiern gibt!

“Das geht gar nicht” in Bezug auf Auto.
Jedes Auto geht gar nicht. Es fährt. Stinkend und lärmend lässt es in der Zeit eine Schneise der Verwüstung hinter sich. Unter allen technischen Errungenschaften der letzten zweihundert Jahre dürfte das Auto die sinnloseste und destruktivste Sache sein — es hat nicht nur die üblichen ökologischen Technikfolgen gehabt, sondern es hat den Zusammenhalt der Menschen zerrissen.

“Das geht gar nicht” in Bezug auf Eltern.
Da ich keine Eltern habe (nur Produzenten), kann ich dazu nicht viel sagen. Aber aus der Beobachtung anderer Eltern glaube ich sagen zu können, dass generell Mütter gar nicht gehen…

“Das geht gar nicht” in Bezug auf Instagram.
Was ist das? Ach so, dieses Flickr für Leute, die keine richtige Bildbearbeitung bedienen können. Habe ich nie gebraucht.

Und was sonst so nicht geht?
Sozialpädagogen, Esoteriker, Grüne-Wähler, Stalinfans, Hitlerfans, Merkelfans, Fußballfans, Fans, Werber und sonstige professionelle Lügner und Hirnficker, Lehrer, SPD-Wähler, mein friedliches Umschauen mit Schwafelschwall unterbrechende Verkäufer, Gleichheit durch Ungleichheit erzwingen wollende Feminist_innen, Bankmitarbeiter, Versicherer, Versicherungsmitarbeiter, Spammer, Stechmücken, Hundescheiße an den Schuhen und die Sozialdemokratische Partei Deutschlands.

Und zum Schluss noch etwas, was immer geht:

Sonntag, 8. Dezember 2013

Zehn Dinge, die du im nächsten Jahr erwartest

Filed under: Stöckchen — 124c41 @ 17:42
  1. Ich erwarte, dass die Sonne wieder lang und der Tag wieder warm wird, und dass ich schon im Februar damit beginne, in den Gärten anderer Menschen einfache Arbeiten zu machen, um im späten Sommer einen Bauch voll Pflaumen, Äpfel und Gemüse zu haben. Ja, ich erwarte, dass die blöde Erdachse so geneigt bleibt, wie sie ist.
  2. Und ich erwarte, dass auf die sich verlängernde Sonne eine sich verkürzende Sonne folgt, neue Kälte und Dunkelheit, neue nasse Schwärze, die nach der Seele greift. Freund Hein hat immer zu tun.
  3. Und ich erwarte, dass A. Nahles Bundesministerin in einer großen Koalition wird. Sie hat schließlich gesagt: “Hartz IV war im Kern richtig”. Ihre Kollegen und Kolleginnen werden U. von der Leyen, H.-P. Friedrich, S. Gabriel und W. Schäuble heißen. Wohl dem, der nichts mehr fühlt; ein Segen ist der Tod geworden.
  4. Und ich erwarte, dass die Geheimdienste der Staaten weiterhin alles tun, um alle Menschen in den Staaten permanent und anlasslos unter Kontrolle zu haben. Wegen der Sicherheit. Der Staatssicherheit. Also: Der Sicherheit des Staates (und aller Profiteure dieses Systems). Vielleicht gibt es sogar Neuwahlen im heißen, irrationalen Fußballrausch.
  5. Und ich erwarte, dass sich alle Politik daran ausrichtet, Geldbesitz zu mehren, Armut zu zementieren, Freiheit zu ersticken, und. Angst zur Hauptsache der Gesellschaft zu machen, damit der Kopf in Lähmung liegt und die Hand schlaff wird.
  6. Und ich erwarte, dass geistig gesunde, erwachsene Menschen im Sommer damit anfangen, im Bierdunst Leinwände und Fernseher anzuschreien, in denen sie Menschen nach Bällen treten sehen. Dazu wird die Flagge im Wind geschwenkt, dem Land geht es gut, und die meisten Menschen haben (zunehmend weniger) Brot und (immer mehr und aufwändiger präsentierte) Spiele.
  7. Und ich erwarte, dass die Verarmung eines immer größer werdenden Anteils der Menschen in Europa mit voller Gewalt auf Frankreich übergreift, dass es dort zu Aufständen kommt, die mit Waffengewalt niedergeschlagen werden.
  8. Und ich erwarte, dass Menschen weiterhin die Diktatur des Geldes eine Demokratie nennen werden, und dass sie weiterhin die Gewalt einer kleinen Clique mit Politik verwechseln. Kurz: Dass sie weiterhin die Propaganda für Wahrheit halten, und. Die Wahrheit für Propaganda, weil ihnen die Propaganda diese Lüge jeden Tag in die Hirne und Psychen beizt.
  9. Und ich erwarte, dass es Kriege gibt, die vorgeblich aus den besten Absichten geführt werden, die aber in Wirklichkeit staatlich betriebener Raubmassenmord sind. Aber das. Ist nichts Neues.
  10. Und ich erwarte schließlich, dass weiterhin die Wände der Schulen verschimmeln, während die barocke Pracht der Kirchen mit Steuergeldern — nein: Nicht die Kirchensteuer — erhalten wird; dass klugen, langsam und methodisch vorgehenden Geistern kein Platz in der medialen Öffentlichkeit gegeben wird, während jeder irrationale Brüllhansel durch die Talkshows gezogen wird; dass Wissen, Erfahrung und Können als Nichts gewertet werden, während die gut dargebrachte Lüge mit Geld und Anerkennung belohnt wird; dass Schreibtischtäter sich “Leistungsträger” nennen und mit dieser Selbstbenamsung Geld und Privilegien einfordern und bekommen, während Putzfrauen und Pflegekräfte kaum noch wohnen können; dass es mindestens sechs “Brennpunkte” mit höchstaktuellem Panikton im Staatsfernsehen zu alles in allem gewöhnlichen Wetterereignissen gibt, während die Gesellschaft in Flammen steht; dass die Menschen Farmville spielen und ihren Industriefraß aus dem Supermarkt kaufen und dass ausgerechnet jene (oft deutlich) Über-Sechzigjährigen in den Medien von der Zukunft des Landes sprechen, die ihre Zukuft längstschon hintersich haben. Gruß auch an Helmut Schmidt!

Und zu guter Letzt erwarte ich, dass die Leute zu Silvester feiern, dass sie einen neuen Kalender brauchen, dass sie saufen und knallen und ganz kindisch hoffen, dass sich durch den Wechsel einer Jahreszahl irgendetwas verändern würde — bis sie schließlich mit ihrem Neujahrskopf aufwachen, ihre Füße durch den Knallmüll der Straßen bewegen, “um etwas Luft zu schnappen” und sich schließlich wieder hinlegen. Hoffend. Und. Wartend. Auf irgendwas.

Dienstag, 26. November 2013

Der da|\/|ax-Kettenbrief

Filed under: Stöckchen — 124c41 @ 17:05

Huch, so lange gab es kaum tieffliegende Stöckchen unter den Bloggenden, so dass ich mich instinktiv zu ducken beginne, wenn eines seine Bahn durch den virtuellen Raum zieht. Aber ich habe mich ja noch schnell emporgehüpft, zu fangen, was das Holz an Fragen stellt. Gleich hier vergraben, das Stöckchen…

1. Warum bloggst du?
Ich blogge aus einem ähnlichen Grund, aus dem ich scheiße, pisse und manchmal kotze: Weil etwas raus muss. Im Gegensatz zu den Produkten, die bei der Verdauung oder ihrer gelegentlichen Vermeidung entstehen, gibt es jedoch beim Bloggen Menschen, die aus für mich unerfindlichen Gründen lesen, was da aus mir herausquoll. Meine Hypothese: Während die Verdauung in Magen und Darm Stinkendes hervorbringt, bringt die Verdauung des Gehirnes wenigstens zuweilen Wohlgerüche hervor.

2. Warum würdest du damit aufhören? Hast du schon einmal übers Aufhören nachgedacht?
Ich habe übers Aufhören nachgedacht, seit ich blogge und Leser habe. Ich habe darüber nachgedacht in einer Zeit, als fast zehn Prozent meiner menschlichen Leser von Google kamen und den Suchbegriff “ficken im schlamm” mitbrachten. Ich habe darüber nachgedacht, als ich jeden Tag mehrere tausend Spamkommentare löschte. Ich habe darüber nachgedacht, als irgendwelche Scheißfirmen meine RSS-Feeds abgriffen und tonnenweis die Google-Ads drumherumsprenkelten, um mit meinem Schreiben Geld zu verdienen und als Google das Geschäftsmodell dieser Scheißfirmen scheißegal war. Ich habe darüber nachgedacht, als das Baseblog zugemacht hat. Ich habe darüber nachgedacht, als Menschen wegen Fotos von Brötchen existenzbedrohende Rechtsangelegenheiten am Halse hatten. Ich habe darüber nachgedacht, als Arschlöcher aus der Contentindustrie davon zu blahfaseln begannen, dass Bloggen der neue Journalismus sei. Ich habe darüber nachgedacht, als ein krebskranker Freund, der mir Webspace zur Verfügung stellte, mit scharfen Anwaltsbriefen belästigt wurde und deshalb existenzielle Angst bekam. Ich habe darüber nachgedacht, als Bloggen gehypet wurde, und ich habe darüber nachgedacht, als die Leute lieber zu blauzwitscher Twitter und däumchenhoch Facebook rübergingen, als die Produktionsmittel für ihren Netzauftritt unter eigener Kontrolle zu haben. Ich habe darüber nachgedacht, als Freunde von mir von der Polizei besucht wurden. Ich habe darüber nachgedacht, als unter der knallenden Jurapeitsche der Bimbesrepublik Abmahnistan eine tolle Website nach der anderen verschwand, während die Ödnis und Dummheit unberührt weiterging. Ich habe darüber nachgedacht, als ich jeden Tag gefühlte dreißig Kommentare von Leuten las, die ihr darbendes Selbstwertgefühl damit zu sättigen versuchten, dass sie mich im gröberen oder feineren Ton beleidigten und runtermachten. Ich habe darüber nachgedacht, als das Leistungsschutzrecht für Presseverleger eingeführt wurde, das mein “Nachtwächter-Blah” zerstörte. Ich habe als Ergebnis dieses Denkens immer wieder einzelne Blogs eingestellt, und auf anderen Blogs weitergemacht, ganz so, wie man die nächste Toilette nimmt, auch wenn sie nicht die Gemütlichste ist. Ich sehe vor mir, dass ich schon in Kürze überhaupt keine Seite mehr im Rechtsraum der BRD betreiben werde. Ich werde weiter defäkieren, bis sich unter einsamer Agonie und einer höllischen Mischung aus Angst und Schmerz der letzte Schiss aus mir rausdrückt. Und. Ich werde eine lauten Fluch über alle Bedrücker, Enteigner, Überwacher, Verknaster, Entrechter, Politiker, Anwälte und Scheißjournalisten hinterherschleudern, mit gebrochener Stimme in die Flammen, in das Nichts.

3. Was hat sich in Deinem Leben durch die Bloggerei verändert?
Es ist etwa so, als ob man eine Kamera bei sich trägt. Ganz ähnlich, wie das Auge mit dem Werkzeug des Objektivs und einer lichtempfindlichen Fläche die Möglichkeit erhält, einen Blick festzuhalten und sich zu merken oder mitzuteilen, und wie der Sucherblick dann Motive für Fotos sucht, sucht der Geist Motive zum Bloggen. Und. Er. Findet. (Nicht immer, aber immer oft genug.) Auch habe ich Menschen kennengelernt, richtige Menschen aus Fleisch und Blut, die mir gezeigt haben, dass ich in meinem Elend nicht allein bin. Und. In. Alledem. Hat sich nichts, nichts, nichts verändert.

4. Was war das Tollste, das dir mit Deinem Blog widerfahren ist?
Einmal war es schwierig, den Webspace für “Schwerdtfegers weblog – tagebuch eines marginalisierten der globalisierung” zu finanzieren, ich bloggte darüber, und bislang wildfremde Menschen, die mich nur kannten, weil sie mich lasen, finanzierten mir das Weiterbloggen. Wenn man sich jeden Tag mühsam sein Essen zusammenbettelt (und im Moment möglichst viel Aufenthalt in möglichst warmen Räumen), ist so eine Entwicklung wirklich unerwartet und erfreulich.

5. Welches Erlebnis im Zusammenhang mit Deinem Blog möchtest Du nie wiederholen?
Ich möchte mich nie wieder, nicht einmal auf die abstrakte Ferne einer Datenleitung, mit irgendwelchen Elendsschreiberlingen der Presse auf der Suche nach vermarktbaren Content auseinandersetzen. Dieses herz- und hirnlose, menschenverachtende Pack ist schlimmer als jeder Nazi, mit dem ich es bislang zu tun hatte.

6. Was ist das Geilste diesem Internet?
Dass es nichts gibt, was es nicht gibt.

7. Was nervt dich am meisten an diesem Internet?
Dass es zu viel gibt, was es nur gibt, weil Menschen damit Geld machen wollen, diese bedruckten Zettel, die die Menschen irre machen.

8. Mal angenommen, du wärst König/in der Welt. Welche Gesetze führst du zuerst ein und welche existierenden schaffst du ab (je maximal 3)?
Ich schaffte als erstes jedes Recht auf so genanntes “geistiges Eigentum” ab, denn wer seine “Geistesgüter” behalten will, der behalte sie in seiner Hirndunkelkammer — wenn dabei Monsanto, Apple, Microsoft, Springer, Sony Music und Amazon pleitegingen, wäre mir das nur recht. Als zweites schaffte ich jedes Gesetz ab, das die Anwendung irgendeiner Droge kriminalisiert (wobei ich Reglementierungen durchaus einsehe), um der organisierten Kriminalität diesen Geldquell zu nehmen. Als drittes schaffte ich jedes Gesetz ab, das “Staatsgeheimnisse” definiert, also Dinge, die so ein Gewaltstaat vor seinen eigenen Bürgern mit Gewalt verheimlichen kann. Dafür führte ich drei neue Gesetze ein: Erstens erklärte ich Infrastruktur für unprivatisierbar und eine Sache, für die der Staat zu sorgen hat und die den Menschen so gut wie möglich verfügbar sein muss. Ich würde also Infrastruktur verstaatlichen und aus der Willkür des betrügerischen Marktes herausnehmen, und dazu zähle ich Informationszugang, Verkehrswege, Bankwesen, Wohnungen, Wasser, Strom, Bildung und noch eine Menge, die mir erst einfallen wird, wenn ich Weltkönig bin. Als zweites führte ich ein Gesetz ein, dass Menschen, die aus irgendeinem Grund der Gemeinschaft, also anderen Menschen, dienen (als Arschabwischer in der Pflege, als Programmierer freier Software, als nicht-kommerzielle Künstler und noch mehr) dafür eine bedingungslose Grundsicherung ihrer elementaren Lebensbedürfnisse bekommen. Und als drittes führe ich ein Gesetz ein, dass jeder Politiktreibende in voller Höhe persönlich haftbar für die gesellschaftlichen Folgen seines Tuns und Lassens ist — und dass er, nachdem er zum zweiten Male in seiner Laufbahn einem Gesetz zugestimmt hat, dass sich als verfassungswidrig erweist, alle bürgerlichen Ehrenrechte, darunter auch das aktive und passive Wahlrecht, auf Lebenszeit verliert.

9. Welchem Blog wird aus deiner Sicht zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt?
Pflasterritzenflora von Hans Ulrich Gresch. Wer zum ersten Mal hingeht: Es lohnt sich, auch die älteren Texte gründlich zu lesen.

10. Hund oder Katze? Warum?
Schwein. Wegen der Intelligenz, Genussfreude und gesunden Einstellung zur Sauberkeit…

Freitag, 25. Oktober 2013

Was glaubt die Netzgemeinde?

Filed under: Stöckchen — 124c41 @ 18:04

Huch, ich bin jetzt so lange nicht mehr über Stöckchen gestolpert, und da vomiert ein Einhorn eines. Das muss ich ja gleich mitnehmen und hier vergraben, vielleicht wächst ja ein Regenbogen daraus… ;)

Was glaubt die Netzgemeinde

Woran glaubt die Netzgemeinde?

Die so genannte “Netzgemeinde” besteht aus so genannten “Journalisten”, die Twitter mit dem Internet verwechseln und an Twitter glauben (und die stets die Eingeweide blauer Vögel befragen, um herauszubekommen, was das Netz denkt, damit sie etwas für ihre Zuschauer und Zuleser zu berichten haben, bevor die Zuschauer und Zuleser selbst in dieses Netz gehen); aus so genannten “Experten”, die Social Media mit dem Internet verwechseln und an Facebook glauben und ferner aus ganz vielen Spätgeborenen, die als religiöse Laien das Web mit dem Internet verwechseln und ganz fest daran glauben, dass sich ihre Erlösung im Browser offenbare. Unterdessen hat sich eine religiöse Reformbewegung wieder in die Katakomben zurückgezogen, deren Pforten sich nicht auf Port 80, Port 25, Port 110 oder bei Verwendung kompliziert gebauter Schlüssel auf Port 443 öffnen; sie führen ein Leben unter dem Obsoleten und dem kaum beachteten neu Geschaffenen und sie warten dort nicht auf ein messianisches Zeitalter, sondern erfreuen sich eines heiligen Miteinanders jenseits der alles besudelnden Ströme von Tracking und Reklame. Insbesondere unter den Katakombenkindern gilt es als Ehrensache, dass sich jeder seinen Glauben selbst zurechtzimmert. Der Vater von Jesus, der gar nicht der Vater von Jesus war, aber dessen Stammbaum als Stammbaum von Jesus herhalten musste, soll ja auch ein Zimmermann gewesen sein.

Was sind Werte im Netz?

Ganz ähnlich wie bei jeder etablierten Religion heißen die wirklichen Werte “Euro”, “Dollar” und “andere Verrechnungseinheit des gesellschaftlichen Irrsinnes hier einsetzen”. Damit der Netzgott dieses Papier, das die Menschen irre macht, als Segen auf seine treuen Diener ergießt, gibts allerlei seltsame, von vernünftigen Menschen nur mit Kopfschütteln erträgliche spirituelle Konstruktionen. Denn wie Gott ist auch Netz nicht mit einer Druckmaschine für Banknoten ausgestattet und wirkt deshalb nur indirekt, im Moment vor allem durch seinen Allgescheiten Allsammelnden Alldurchwaltung Anstrebenden Diener Google, der mit seiner mechanischen Magie Werbeeinblendungen in Reibach und Suchen in Besucher verwandelt, letzteres vor allem, wenn er mit seltsamen Frömmigkeitstechniken, die unter dem Kürzel SEO zusammengefasst werden, gefügig gemacht wird. Andere wollen so genanntes “geistiges Eigentum” vermarkten und aus diesem Grund nur beschränkt zur Verfügung stellen, was insofern obskur ist, als dass sie ihr “Eigentum” doch einfach für sich behalten könnten, wenn sie es für sich behalten wollen. Die Katakombenkinder — die meisten sind übrigens über vierzig Jahre alt, und viele von ihnen sehr deutlich — hingegen, sie setzen nach wie vor auf ein fundamentalistisches Wertesystem, das neben den Wertschöpfungsideen herläuft und sich nur selten mit ihnen überschneidet, sie praktizieren ein Miteinander des freien Gebens und Nehmens, dessen tägliche Erfahrung ihnen von Außenstehenden meist spöttisch als eine “Spinnerei” erklärt wird.

Gibt es Rituale im Netz?

Jede Menge, mehr und häufiger als in jeder anderen Religion. Vor allem, wo die Werte (also alles, was sich in Geldbeträgen ausdrücken lässt) besonders hoch geachtet werden, ist das tägliche — und in Härtefällen sogar stündliche — Ritual des Blicks in die Zugriffsstatistiken eine zwar sinnlose, aber für tief Gläubige gleichsam unverzichtbare Begleitung der anderen Frömmigkeitspraktiken. Wichtig ist auch der regelmäßige Blick in die Eingeweide blauer Vögel, um herauszukriegen, welche Themen gerade “vom Netz” für relevant erachtet werden, damit man sich in die Pose des Sascha Lobo¹ schmeißen kann und dann etwas zum Thema für diejenigen beitragen kann, die lieber etwas anderes tun, zum Beispiel an ihrem Gemächte herumspielen, und deshalb nicht regelmäßig in die Eingeweide blauer Vögel schauen und es deshalb für wahnsinnig aktuell, belesen und informiert halten — denn das bringt Besucher, und die Besucher bringen Werbepfennige. Wenn die Eingeweide des blauen Vogels besonders unruhig werden — etwa nach einem überdurchschnittlich dummen Wort eines Prominenten aus Politik, Glotze und Presse oder nach einem überdurchschnittlich dreisten Versuch eines BRD-Abmahnanwaltes im Aufrage eines Verwursters so genannten “geistigen Eigentums”, dann entlädt sich ein regelrechter Sturm aus Scheiße aus dem blauen Vogel, und jeder muss zusehen, dass er etwas davon auffängt und schnell mit seiner Stimme wiedergibt. Priester nennen diese vogelgeleitete Kommunikation “Schwarmintelligenz”.

Gibt es einen Netzgott, die größte Sünde im Netz? Wenn ja, welche?

Das Netz ist Gott. Niemand versteht es, es durchwirkt alles. Wie ein sich formender Feenstaub aus einer märchenhaften Parallelwelt schafft es Wunder. Die größte Sünde im Netz — die übrigens dank der weisen Allmacht des Gottes Netz zu einem sofortigen Verlust von Segen, Besuchern und Werbeeinnahmen führt — ist die Kombination aus Ruhe, Nachdenklichkeit, Langsamkeit, Schönheit und Stil. Die zweitgrößte Sünde in der Macht des Netzes ist der Versuch, Konzepte der Dampfmaschinen und Autobahnen auf das Netz zu übertragen, etwa, indem man Menschen ähnlich an eine Zeitungswebsite binden will wie Abbonenten an eine gedruckte Zeitung, um ihnen, nachdem man ihnen den vergifteten Keks dieser Selbstbeschränkung in den Rachen gehauen hat, Geld für diesen Verlust der Vielfalt abzuknöpfen. Leider führt diese zweite Sünde nicht zum sofortigen Verlust der Geschäftsgrundlage, sonst wäre das Presse- und Fernsehzeitalter längst beendet worden. Aber der Netzgott lauert auf sein Armageddon, und es wird blutig für die Ungläubigen, während die Kinderwachsenen aus der Generation Facebook ihre Stiefel im Schnee proben und im strammen Rhythmus erhobener Daumen blind in die Mühlen künftiger Geschäftsmodelle marschieren werden, hinein in das Soziale 2.0, eine Maschine, die die Massen zu lauter gleichen Zielgruppen-Würstchen verarbeitet. Das kleine Heer der Erlösten, die nicht den breiten Weg gegangen sind, wird von den Schergen der NSA in Konzentrationslager (oder in die zum Verwechseln ähnlichen psychiatrischen Kliniken) verfrachtet oder ermordet werden — und es ist sich dabei gewiss, Zeugnis abgelegt zu haben, Zeugnis für die Möglichkeit eines anderen Lebens, ein kraftloses, leises Wort, ohne Wirkung verhallt in der medialen Echokammer der Herrschenden und Besitzenden, doch ein Zeuge für die nach uns kommenden Kakerlaken.

Woran glaubst du?

Ich glaube an die Dreieinigkeit. Das heißt: Ich glaube an die Dummheit des Individuums, die Dummheit der Massen und die Vermeidung jeder Strebsamkeit, die mit geistiger Anstrengung verbunden ist. Ich glaube, diese Drei sind Eins, und dieses Eins sind Drei, und alles für Menschen Seiende erscheint in diesem Dreieins, denn in diesem Einsdrei erscheint alles für Menschen Seiende. Ich glaube an den bewusstlosen Taumel durch die beschränkte Lebenszeit. Ich glaube an die Macht der Illusion des so genannten “freien Willens”, die den Kettensklaven seine Kette lieben macht. Ich glaube an die Kraftlosigkeit der Einsicht, die den Verstehenden irgendwann trotz großen Widerwillens lehrt, dass das Verstehen in sich selbst genug haben muss. Ich glaube an das Geld, das den verrottenden Leibern seinen Stempel aufdrückt und ihnen die Fähigkeit zum Lieben und zum Hassen raubt. Ich glaube an die Psyche, die den gesamten gesellschaftlichen Prozess mit ihrer eisigen, mechanischen Kälte durchwirkt. Ich glaube, dass dem Bewusstlosen ein bisschen leicht durch mechanische Stimulation auszulösendes Wohlbefinden ein vollwertiger Ersatz für Wahrheit ist. Ich glaube an die Evolution, die diesen vorübergehenden Irrsinn ohne irgendwelche Gefühle hinwegkehren wird, so oder so, scheiß drauf, wie wir das finden. Ich befürchte, dass das Großhirn unterliegen wird. Schon lange vorher, ja, schon jetzt hat es verloren. Ferner glaube ich an THC, MDMA, LSD, Heroin, Haloperidol, Alkohol und die tägliche Kanne Kaffee, die Droge der Müden und Ermatteten, die sich auf ihrer Weltflucht in die Eingeweide der Maschinen begeben mussten, weil ihnen kein anderer Platz mehr zum Atmen blieb. Ich glaube an die völlige Sinnlosigkeit allen Seins, und ich höre täglich ihr Lachen, so laut, dass ich nicht anders kann, als darin einzustimmen, wirre Bilder singend einzustimmen, mit mechanischen Anordnungen von immer wieder unabgeändert wiederholten Klängen begleitet einzustimmen mit der ganzen Macht der Maschine, die das Leben langeschon aufgegessen hat:

Amen.

¹Sorry, Herr Lobo, aber ihr Name fiel mir gerade so ein. Nehmen sie es nicht so eng…

Freitag, 31. Mai 2013

Das Blog-Twitter-Stöckchen #BTStöckchen

Filed under: Stöckchen — 124c41 @ 15:31

Einfach weggschnappt bei medial digital, ums hier in der Stöckchengrube zu vergraben…

Wer bist Du auf Twitter? Seit wann bist Du auf Twitter? Nutzt Du Twitter vorwiegend privat oder beruflich?

Ich bin auf Twitter der gleiche wie in auf der Toilette. Nur, dass ich — wenn mir nicht gerade so etwas bewegungsverhinderndes wie das Ableben dazwischen kommt — nicht so lange auf dem Klo sitze, wie ich schon beim Zwitscherchen bin. Die Unterscheidung zwischen privaten und beruflichen Kacken existiert für mich nicht, weil die beiden Kategorien für mich an meinem Platz neben der Mülltonne im Lande Überfluss nicht mehr existieren.

Ach so, eigentlich war gefragt, dass ich @goebelmasse “bin”. Vermutlich von jemanden, der seine Mitmenschen “Wo stehst du?” fragt, wenn er wissen will, wo sie ihr Auto geparkt haben…

Zu welchen Themen veröffentlichst Du Deine Tweets?

Wetter, nicht verbloggenswürdige Webfundstücke, spontane Einfälle, allgemeine IT-Unmutsäußerungen, juckende Wortstellen und unreife Gedanken. Ein Thema, das in 140 Zeichen darlegbar ist, ist außerhalb des Bierdunstes der Stammtische kein Thema.

Wie viel Zeit pro Woche nimmst Du Dir für Twitter?

Gefühlt nehme ich mir dafür gar keine Zeit. Genau so, wie ich mir gefühlt keine Zeit für meinen Toilettengang nehme. Es drückt, es muss raus, es flutscht. Das ist Twitter. Und das ist das Gute an Twitter. Das einzig Gute.

Auf welchen Social Media-Kanälen bist Du aktiv?

Was ist ein Social-Media-Kanal? Riecht der ein bisschen faulig, wenn er an einem vorbeifließt? Unterscheidet er sich vom Mittelandkanal oder irgendeinem anderen Kanal?

Wenn ich das Wort “Social Media” höre, kriege ich Pickel. Ich blogge, ich kommuniziere, ich lese Klowände und die Zinken an den Wänden und an den Straßen. Manchmal lese ich “Social Media” einfach nur noch als “Soziale Mittelmäßigkeit” — als den Zustand, den sich Werber wünschen, damit sie den Menschen Produkte als Ersatz für ihr entgangenes Leben verhökern können.

Welche Position nimmt Twitter für Deine Kommunikation in all Deinen Social Media-Kanälen ein?

Kaum eine. Natürlich lasse ich Blogposts automatisch in Fiepser umwandeln, weil es inzwischen zu viele Leute gibt, die zu doof sind, einen RSS-Reader zu benutzen. Aber das ist nicht der Sinn der Sache.

Ansonsten filtere ich mit Twitter den stinkenden Strom der News durch die Hirne anderer Menschen. Meine Timeline enthält einen guten Querschnitt gesellschaftlicher Standpunkte, und dabei habe ich auch einige nicht vergessen, die mir sofort mein Daseinsrecht absprechen und mich ermorden würden, bekämen sie jemals eine gesellschaftliche Bedeutung, damit ich nicht so werde wie einige Vertreter der hl. kath. Kirche der reinen Linken, die mir in ihrem humorlosen Sein ebenso auf Twitter begegnen. Ich musste immer wieder erfahren, dass Dinge nicht dadurch verschwinden, dass ich nicht mehr hinschaue, und ich habe gelernt, mit dieser ständigen narzisstischen Kränkung zu leben. Ich bin aber einfach zu faul, um selbst Rosinen zu picken im täglichen gammligen Kuchen der Contentindustrie, und ich bin froh, darin gern und frei gegebene Unterstützung zu bekommen. Gern unterstütze ich diesen Prozess mit kleinen Anmerkungen meines Missfallens, die ich nur notdürftig als Witze verlarve, damit sie nicht so deprimierend klingen, wie sie eigentlich sind.

Organisierst Du Tweetups bzw. nimmst Du daran teil?

Ich bin jetzt seit Jahren auf Twitter und immer noch darüber überrascht, dass sich irgendwelche PR-Hirnis und sonstigen Dumpfmeister scheinbar jeden Tag ein neues Wort für das Twitter-Umfeld ausdenken, dass ich dort noch nie gehört und schon gar nicht vermisst habe.

Wofür verwendest Du Twitter vorwiegend?

Verbaldonnerbalken zur cerebralen Druckabfuhr. Mit schützender Holzhütte drumherum, die keinen allzutiefen Einblick gewährt.

Welche Gesamtnote von 1 – 6 würdest Du Twitter geben und wieso?

Eine 4, ein “ausreichend”. Und zwar für jeden nichternsten Zweck. Mit traurigem Gesicht dahinter, denn es wird durch die ganzen Reklame-, Journalismus- und Politikversuche immer schlechter, und es wird durch technokratische Willkür der Betreiber immer unerfreulicher. Und unfreundlicher.

Welche Tools nutzt Du mit welcher Hardware für Deine Aktivitäten auf Twitter?

Ich nutze Hotot auf meinen überall verstreuten Rechnern, nachdem Gwibber unter meiner eher geringen Nutzung immer wieder einmal abkackte. Hotot kommt nicht von Canonical, und das merkt man daran, dass es funktioniert.

Wer mag, grabe das Stöckchen aus und stehle, klaue und raubkindermordfickkopiere es!

Freitag, 1. März 2013

Dieser Beitrag ist absichtlich leer

Filed under: Allgemeines — 124c41 @ 19:01
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Das so genannte “Leistungsschutzrecht” ist eine Enteignung der Menschen, die das Internet gestalten. Das einzige, was unter der gewollten Rechtsunsicherheit dieses “Rechts” für die kommenden Jahre im Rechtsraum der BRD noch möglich sein wird, sind Katzenfotos, diese Gartenzwerge des Internet.

Dienstag, 22. November 2011

ABC-Stöckchen

Filed under: Stöckchen — 124c41 @ 00:44

Nein, dieses beim Durchs-Internet-Stolpern gefundene Stöckchen hat nichts mit dem ABC-Schutzanzug zu tun, sondern mit diesem komischen Alphabetdingens, mit dem man Wörter sortieren kann…

Abend oder Morgen – was ist Deine liebste Tageszeit?
Nacht.

Blautöne gibt es viele – welchen magst Du am liebsten?
Knallpink.

Cowboy oder Indianer – welches war Dein Lager?
Eremit.

Durstlöscher – welcher ist Dein Favorit?
Wasser, mit dem herrlichen Geschmack, den Durst zu löschen.

Elegant oder leger – was trägst Du lieber?
Bequem. Oder, wenn das Land nicht im Würgegriff des arktischen Atems ist, noch lieber nackt.

Fan werden ist leicht, aber bleiben? Nenne Dein lebensbegleitendes Idol!
Rabbi Jehoschua der Nazoräer.

Gräfinnen, Königinnen, Prinzessinnen – gibt es jemanden aus dem Adel den Du gerne magst?
Nein, zurzeit hängt keiner am Galgen.

Hunger – klar, was ich hier lesen will, oder?
Viel muss es sein. Und satt muss es sein. Keine verfeinerte Kunst, kein Kitzeln im Gaumen. Ich will mich nicht ernähren, ich will fressen.

Intelligenz – wen hältst Du für richtig schlau?
Die Krähen, die eine Nuss im Schnabel greifen, hochflattern, und sie aus großer Höhe fallen lassen, um sie zu knacken. Diese Krähen haben begriffen, dass es besser ist, nicht selbst zu arbeiten, sondern die Naturkräfte zu verstehen und zu benutzen, um sich das Leben etwas bequemer zu machen. Jeder Esoteriker könnte sich diese Krähen anschauen und sich in seiner Fortschritts-, Intelligenz- und Technikangst ein Beispiel daran nehmen.

Jacke und Hose – was ist Dein Lieblingskleidungsstück?
Das total zerschlissene, ausgebleichte, wabbelige T-Shirt, in dem ich meinen Tod überlebt habe.

Kommerz – auf welche Errungenschaft der Technologie möchtest Du keinen Tag mehr verzichten?
Internet.

Lovestory oder Krimi – was siehst Du am liebsten?
Testbild.

Mondlandung – echt oder Fake?
Natürlich war die Mondlandung echt. Die Verschwörer mussten dort schließlich mit den Anderen wegen der Übergabe der Erde am 25. Dezember 2012, 21.13 Uhr verhandeln. Denn der Mond ist hohl und das Raumschiff der Anderen, von dort aus wird das Deterraforming der Erde gesteuert, und im Inneren des hohlen Mondes werden die Schergen der Anderen und die Verschwörer demnächst Wohnung beziehen, wenn es keinen großen Fortschritt in der Kultivierung des Mars gibt. Zurzeit pumpen die Fnodoos mit ihren Bohrwurzeln einfach nicht schnell genug Wasser auf die Oberfläche, und die Sauerstofffreisetzung durch gentechnisch manipulierte Blaualgen ist ins Stocken geraten. Nichts könnte wahrer sein als die Mondlandung, die Verschwörungstheorie um die Mondlandung ist nichts weiter als ein Versuch der Verschwörer, von der wirklichen Verschwörung abzulenken. Pssst! Ist dir schon einmal aufgefallen, dass alle Beweise für die angebliche Verschwörung bei der NASA zu finden sind, die doch an einer Apollo-Verschwörung beteiligt gewesen wäre, und dass alle diese Verschwörungstheoretiker ständig Bildmaterial der NASA verwenden. Die stecken alle unter einer Decke!

Nadel und Faden – beherrscht Du eine Handarbeit?
Selbststricken beim Programmieren.

Ohnegleichen – Dein absolutes Lieblingsbuch.
Poundstone: Im Labyrinth des Denkens.

Paradies – wohin ging Dein schönster Urlaub?
An die graue stinkend Nordsee.

Queen oder Stones – Deine Top-Band?
Ordo Rosarius Equilibrio.

Radfahren, Laufen, Skaten – Dein Lieblingssport?
Hochleistungsdäumchendrehen.

Sommer oder Winter – Deine Lieblingsjahreszeit?
Wärme.

Taschen – was ist immer drin in Deiner?
Das wechselt so oft wie der unstetige Lebenswandels des Bettlers, an dem diese Taschen hängen.

Undercover – Dein liebstes Faschingskostüm?
Hannover ist zum Glück eine Stadt ohne Fasching, aber andernorts war die Faschingszeit oft die einzige Zeit im Jahr, in der ich in meinem normalen Aussehen und Auftreten nicht seltsam angeschaut wurde.

Vampire oder Spinnen – was macht Dir Angst?
Die Dummheit macht mir Angst, diese fressende Dummheit, die auch in meinem Leben immer mehr Raum einnimmt, weil mein Leben nicht im luftleeren Raum aufscheint.

Website – wer bekommt von Dir die Goldmedaille?
Die Uncyclopedia, eine wÄsentlich bessere kwElle für In-Formation-Nenn als diese Wischopedia der Gartenzwergsammler und sonstigen Spießer.

X-Beine – wer fällt Dir dazu ein?
Dass es auch ein paar körperliche Nachteile gibt, bei denen ich mich mal zurückgehalten habe…

Yes, we can! Was kannst Du besonders gut?
Im geeigneten Umfeld vor kreativen Ideen explodieren. Meist wird die Explosion durch Mediennutzung und das dumme dumme Glotzen eingedämmt.

Zoobesuch – Dein Lieblingstier?
Ich gehe nicht ins Tiergefängnis, und außerhalb der Gitter und Mauern der Tierzurschaustellungsanlagen mag ich am liebsten die Wildschweine. Sie schnarchen ähnlich wie ich, rülpsen ähnlich, furzen ähnlich, machen ähnliche Essgeräusche und schauen einem mit großen, verständigen Augen an… und doch hält man lieber Abstand und hat Respekt vor ihnen.

Montag, 27. Juni 2011

Das innere Kind

Filed under: Stöckchen — 124c41 @ 02:46

Drüber gestolpert im Bloggarden, rasch aufgehoben und hier verbuddelt…

1. Wenn Du Dir ein Spielzeug zu Weihnachten wünschen würdest, was wäre das?
Eine fernsteuerbare Flugdrohne.

2. Wenn Du Deine erwachsene Vernunft für ein paar Stunden abschalten könntest, was würdest Du dann am liebsten anstellen?
Aber hüpf ab ins Bällebad.

3. Welcher ist Dein Lieblingskinderfilm?
Pan Tau.

4. Was für ein Märchen bekämst Du am liebsten von Deinen Eltern vorgelesen?
Das hässliche Entlein.

5. Was für ein Kinderlied kannst Du noch auswendig?
Alle meine Entchen. (Ich glaube, die Erinnerung wurde durch die Antwort auf die vorherige Frage ein wenig mitinduziert, auf dem trüben Wasser meiner Seele schwimmen grad so viele Enten und Schwäne; die Enten gründeln, um dem Schlamm des Tümpels ein paar Pflänzlein zu entreißen und halten ihre Purzeldrüse hoch empor in eine gleichgültige Welt…)

6. Was Du als Kind schon immer tun wolltest, es aber nie durftest?
Ach, da gab es so gar nichts, was ich nie durfte — die Gebote waren Gebote der Umstände, sie sind so tief in meine Seele geätzt, dass sie keines Wortes mehr bedurften, sie lassen sich nur durch Bewusstsein erkennen und durch Revolution beheben.

7. Was wolltest Du als Kind immer werden?
Erwachsen, um dieser erbärmlichen Macht- und Hilflosigkeit zu entfliehen.

8. Wo würdest Du gerne wieder sein?
Auf der riesen großen ringsumsperrten Brache, dort, wo sie dann mit flüssgem Stein das Ihmezentrum gossen, am Ort der Mauerreste, des Drecks und der so verständnisvollen toten Ratten.

9. Wenn Du im Schnee spielen könntest, was würdest Du als erstes machen?
Frieren.

10. Was war Dein Lieblingskuscheltier?
Ein grüner Hase, bleichgegraut von all den Jahren, im christlichen Kinderknast für Schwererziehbare und sonstige Sandsäcke mein letzter Faden, der mich zu diesem Hauch verflossenen Glückes band.

11. Wie sähe Deine Tapete in Deinem Zimmer aus?
Bunt und lustvoll zugekleckst in allen Farben.

12. Du sollst Dein Zimmer aufräumen, wie wäre Deine Ausrede?
Das wird doch sowieso wieder unordentlich.

13. Wofür würdest Du Dein Taschengeld ausgeben?
Für Lakritz, für Berge von Lakritz.

14. Was fandest Du als Kind traurig?
Die mit nichts abzuschüttelnde Einsicht, zu den minderwertigen Menschen zu gehören, deren Leben verwolken ist, bevor es beginnt.

15. Wovor hattest Du als Kind am meisten Angst?
Vor der Gewalt. Der. Allgegenwärtigen. Groben. Gewalt.

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