Hol das Stöckchen!

Mittwoch, 16. Juli 2008

Buch-Stöckchen

Gespeichert unter: Stöckchen — Elias @ 02:25

Einfach mitgenommen bei Masca’s Weblog und hier eingegraben…

  1. Schnapp dir das Buch, welches unmittelbar in deiner Nähe liegt.
  2. Schlage es auf Seite 123 auf.
  3. Suche den fünften Satz.
  4. Poste die nächsten drei Sätze.
  5. Gib das Stöckchen an fünf andere Leute weiter.

Au weia! Das erste richtige Buch in meiner Griffnähe (neben dem aktuellen Versandhauskatalog von Quelle, den ich nicht als Buch durchgehen lasse), ist ein recht trockener “Klassiker”. Es handelt sich um “Algorithms in C++” von Robert Sedgewick aus dem Jahr 1992. Und auf Seite 123 befinde ich mich mitten im Kapitel über Quicksort. Die grafische Veranschaulichung der Teildateien in einer nichtrekursiven Implementation von Quicksort nimmt dort zwei Drittel der Seite ein, und der sechste Satz des verbliebenen Textes wird bereits auf der nächsten Seite fortgesetzt.

Aber gut, denn wird eben umgeblättert.

It is straightforward to change the program so that it puts no such files on the stack. This change is even more effective when the next improvement described below is included–this involves ignoring small subfiles in the same way, so the chances that both subfiles need to be ignored are much higher.

Of course the nonrecursive method processes the same subfiles as the recursive method for any file; it just does them in a different order.

Aber weitergeben tue ich das jetzt nicht. Vielmehr schlage ich vor, dass hier jetzt jeder eine andere Seitenzahl und einen anderen Ausschnitt von der Seite angibt und dass sich ganz viele Blogger ganz viele Mutationen dieses Stöckchens zuwerfen. Auf diese Weise entsteht ein fast ungenießbares Abbild der Weltliteratur in den Blogs; zumindest desjenigen Teiles der Weltliteratur, der sich in Griffnähe von Computern befindet…

Freitag, 4. Juli 2008

99 Dinge

Gespeichert unter: Stöckchen — Elias @ 22:20

Hier mitgenommen

01 | Name: Elias, (hebr.: Elijahu)
02 | Spitzname: Penner / Arschloch / Schnorrer
03 | Geschlecht: männlich
04 | Geburtsdatum: 11. März 1966
05 | Wohnort: meistens Hannover
06 | Größe: 192 cm, Tendenz sinkend
07 | Gewicht: je nach langfristiger Lage 95 bis 135 Kilo
08 | Haarfarbe: Eine nichts sagende Schattierung von Braun
09 | Augenfarbe: graublau
10 | Schule: viele Zerbruchsanstalten, die erfolglos blieben
11 | Gebratener Speck oder Crouton: Bäh!
12 | Parfüm: Schweiß und Smegma
13 | Shampoo: alles billige gegen Schuppen
14 | Lieblingsfarbe: schwarz, antrazit, asfaltgrau, leichenfahl
15 | Beste Freunde: Frank, Margret
16 | Ein oder mehrere Kopfkissen: meistens die Hand
17 | Tiere: mal Bettwanzen, mal Mücken, mal Läuse
18 | Lieblingsfilme: Solaris, Stalker, 2001
19 | Lieblingsmusikrichtung: gute Musik
20 | Hobbys: keine
21 | Traumauto: ein Raumfahrzeug für intergalaktische Strecken
22 | Automarke, die du fährst: ein Paar Schuhe und ein Fahrrad
23 | Wort oder Phrase, die du oft benutzt: Scheiße
24 | Zahnpasta: die billigste
25 | Lieblingsessen: Currywurst
26 | Wohnst du mit deinen Eltern zusammen: welche?
27 | Lieblingseissorte: Walnuss
28 | Lieblingsgetränk: Wasser
29 | Wann gehst du normalerweise ins Bett?: bei Müdigkeit
30 | Lieblingsschuhe: gut ausgelatschte Sandalen
31 | Lieblingssongs: Covenant: Phoen IX
32 | Lieblingswebseite: http://elias.weltretter.de/
33 | Lieblingsfach: Mathematik
34 | Hassfach: Sport
35 | Liebster Sport, den du dir ansiehst: Snooker
36 | Schrecklichste oder nervigste Person, die du kennst: Ingeborg
37 | Lieblingsferienland: Niederlande
38 | Arbeit: viel Mühe mit brotloser Kunst
39 | Haus- oder Naturmensch: weder / noch
40 | Hast du Kinder: mir fehlt die Gebärmutter
41 | Wenn nein, willst Du welche?: nur ohne Weibesbeteiligung
42 | Piercing oder Tattoo: kein Tattoo und kein Stempel
43 | Ernst oder lustig sein: böser, subtiler Humor, der nichts ernst nimmt
44 | Single oder “vergriffen”: Frauen nehmen lieber Geld
45 | Einfach oder kompliziert: So einfach, dass es kompliziert ist
46 | Gesetz oder Anarchie: Freiheit, Brötchen, Lebensrecht!
47 | Teufel oder Engel: Schwein
48 | Schreiben oder lesen: das Lesen raubt die Zeit zum Schreiben
49 | Farb- oder Schwarz-Weiß-Fotos: grausame Farbfotos
50 | Sonnenauf- oder -untergang: Nacht
51 | Rap oder Rock: Krach
52 | früh oder spät aufstehen: so spät wie möglich
53 | Baden oder duschen: meistens duschen
54 | Leder oder gestrickte Geldbörse: keine Schatulle für die Leere
55 | Apfel oder Orange: an den Bäumen wachsen Äpfel
56 | Größere oder kleinere Frauen: tendenziell groß und etwas dick
57 | Smaragd oder Rubin: Sand und Kieselstein
58 | Restaurant mit Kerzenlicht oder Picknick im Mondschein: Nein
59 | Links oder rechts: über der parlamentarischen Sitzordnung
60 | Vanille oder Schokolade: Walnuss
61 | Jennifer Lopez oder Verona Feldbusch: wer?
62 | Grüne Bohnen oder Möhren: Bananen
63 | Wenig Fett oder fettfrei: triefend
64 | Silberne oder goldene Juwelen: wozu?
65 | Aussehen oder Charakter: Echtheit.
66 | Hund oder Katze: eher Katze
67 | Halbleer oder halbvoll: ganz leer
68 | Senf oder Ketchup: Senf
69 | Hardcover- oder Softcover-Bücher: Inhalt
70 | Tageszeitung oder Magazin: Feed-Aggregator
71 | Rotes oder weißes Auto: geteert und gefedert
72 | Sandalen oder Turnschuhe: Sandalen
73 | Warst du jemals Opfer eines Verbrechens: jeden Tag in der BRD
74 | Worauf achtest du beim anderen Geschlecht: Sprache
75 | Das Romantischste, was dir je passiert ist: Entdeckung der Onanie
76 | Umarmen oder Küssen: bloß nicht aneinander rumrüsseln!
77 | Cordhose oder Plaid: robuste Bundeswehrkleidung
78 | Glücklich oder unglücklich: schmerzvoll glücklich
79 | Leben oder Tod: ein Leben voller Sehnsucht nach dem Suizid
80 | Disco oder Party: Bäh!
81 | Computer oder Fernsehen: Computer
82 | Krieg oder Frieden: Frieden, der keine Zwischenkriegszeit ist
83 | Internet oder Videotext: Internet
84 | Star Wars oder Star Trek: wie bitte?
85 | Verbotene Liebe oder Marienhof: Testbild
86 | Chips oder Kekse: Chips
87 | Kannst du kochen: was ist können?
88 | Meer oder Pool: Watt
89 | Alkohol oder Wasser: Wasser
90 | Rauchen oder Kaugummi kauen: rauchen
91 | Sex oder nicht: Sex, aber nur an und für mich
92 | Schönstes Erlebnis: Todesnäheerfahrung
93 | Alleine sein oder immer Trubel: bloß keinen Trouble!
94 | Das Liebste am Sex: Reduktion der Verstandestätigkeit
95 | Laut oder leise: leise brüllend
96 | Badeanzug oder Bikini: häh?
97 | Cola oder Cola Light: bloß kein Leid!
98 | Anrufbeantworter - draufsprechen oder auflegen: befluchen!
99 | Oben ohne - ja oder nein: ohne Hirn? Ach nö…

Du, Dein Haus, drinnen und drumherum

Gespeichert unter: Stöckchen — Elias @ 04:24

Gefunden bei einem Internetjunkie, flugs an mich gerissen und hier verbuddelt…

  1. Ein Getränk, dass Du gerne bestellst?
    Ein Glas Leitungswasser bitte!
  2. Unabhängig von der Größe oder den Umständen hättest Du gerne dieses Haustier?
    Ein Esel, vielleicht aber auch eine Ziege.
  3. Eine Blume, die Du gerne in Deinem Garten züchten würdest?
    Schlafmohn mit seinen schönen lila Blüten und den gehaltvollen Samenkapseln.
  4. Ein Kleidungsstück, das Du sehr gerne trägst?
    Schwarzgefärbte Bundeswehr-Hose, inzwischen dreckiggrau.
  5. Was du sonntags am liebsten tust?
    Bimmelnde Kirchen bombadieren. Ist aber leider verboten, deshalb halte ich mich meistens zurück.
  6. Etwas Wichtiges auf Deinem Nachttisch?
    Irgendein Buch, um mich in den Schlaf zu lesen. Gern auch ein Handbuch oder eine technische Dokumentation, denn so etwas ist nicht so fesselnd, dass ich wach bleibe.
  7. Beim Schlafen trägst Du?
    Haut, Augenlider und oft das, was ich auch beim Wachen trage.
  8. Was Du in einem Tresor aufbewahren würdest?
    Ein Blatt Papier mit der Aufschrift “Holme dierzt Kalpen fred — 19.03941, 3.62504 — Gredet germern knospernd Fray”. Diese Aufschrift ist vollkommen sinnlos, aber wenn ich die in einen Tresor legen würde, denn würde gewiss jemand denken, dass ich in meinem verarmten Leben ein großes Geheimnis getragen habe. Und niemals daraus schlau werden.
  9. Dinge, die du gerne kaufst?
    Ich hasse kaufen. Wenn ich wirklich mal ein paar Eurogroschen habe, kaufe ich meist Genussmittel wie Tabak. Ansonsten lebe ich als Nachbar der Mülltonne von dem, was mir kampflos gegeben wird.
  10. Du hast zu wenig(e)?
    Menschen in meiner Umgebung, die jede Hoffnung aufgegeben haben und deshalb bereit sind, in völliger Selbstverantwortung für ein anderes Leben zu leben.
  11. Dein merkwürdigster Besitz?
    Eine Fahne in schwarz-rot-gelb, die ich am Tag nach dem EM-Finale in einer Mülltonne fand und einfach an mich nahm, ohne darüber nachzudenken. Und jetzt weiß ich nicht, was ich mit diesem Mordtuch anfangen soll. Ich werde gewiss nicht damit rumwinken, aber ich will es auch nicht gleich verbrennen. Mal schauen, ob ich es irgendwann auf der Bühne gebrauchen kann, wenn ich eine Lesung halte.
  12. Wenn es brennen würde und Du nur drei Gegenstände retten könntest, wären das?
    Mein Rucksack (da ist mein ganzer Besitz drin), mein Notizbuch (da sind meine ganzen unreifen Gedanken drin) und irgendeine Jacke für die nächste unbehauste Nacht im Regen.

Dienstag, 1. Juli 2008

Sechs Zwänge, Ängste, Lebensnöte

Gespeichert unter: Stöckchen — Elias @ 13:13

Huch, da fand sich zwischen der Wirklichkeit und dem Anderen im Lenormand-Café ein Stöckchen. Feines Stöckchen, das nehme ich gleich mit und vergrabe es hier.

Bei diesem öffentlichen Seelenstriptease geht es um sechs Zwänge, Ängste und Lebensnöte, die man so täglich mit sich herumträgt — als wenn so eine kleine Zahl für einen Menschen ausreichen würde.

Aber fange ich mal an mit der Entblößung

1. Ich bin wahnsinnig schüchtern — Natürlich habe ich meine “Workarounds” gegen dieses Problem, und wer jemals mein prolles und recht auffälliges Auftreten erlebt hat, wird das kaum glauben können. Aber ich bedarf dafür fast immer eines anderen, der zumindest ein bisschen auf mich zukommt. Und ohne einen solchen äußeren Anlass fühle ich mich immer sehr unsicher, was auch öfter als mir lieb ist dazu führt, dass ich dieser Unsicherheit nachgebe.

2. Stark von der Konvention abweichender Schlafrhythmus — Seit ich den immer tosenderen Lärm meiner Umwelt gar nicht mehr ertragen kann, haben sich meine gesamten Lebensrhythmen verschoben. Vor 21:00 Uhr, wenn das röhrende Brummen langsam nachlässt, kann ich kaum einen vernünftigen Gedanken fassen, dafür verlege ich mein gesamtes Schaffen immer weiter in die Nacht. Wenn ich endlich müde werde, wachen gerade die ersten Vögel auf und begrüßen den Lichtstreif am Horizont mit ihrem Gezwitscher.

3. Neigung zur Selbstvernachlässigung — Bei allem, womit ich mich beschäftige, gehe ich so auf, dass ich mich selbst vergesse. Das ist gleichzeitig eine Stärke und eine Schwäche. Es kann so weit gehen, dass ich tagelang nichts esse, wenn mich ein bestimmtes Problem, ein Gedanke oder die Lage eines Mitmenschen in den Bann reißt. Zum Glück habe ich eh eine ordentliche Wampe, so dass das kein Problem ist. Aber ich vernachlässige auch jede Körperpflege, und das gereicht mir nicht zum Vorteil…

4. Unüberwindlicher Ekel vor vielen Nahrungsmitteln — Es gibt mehrere, sehr große Gruppen von Nahrungsmitteln, bei denen mir schon schlecht davon wird, wenn ich mir nur vorstelle, sie zu essen. Dazu gehört übrigens auch jede Form von Käse, neben praktisch allen Züchtungen der Kohlpflanze (auch Kohlrabi) und Fischen. Etwas davon versehentlich gegessen, und ich kotze mir für Stunden die Seele aus dem Leib und werde vor lauter Ekel krank.

5. Alkoholismus — Als trockener Alkoholiker hat man ein Problem, das von keinem Menschen richtig verstanden wird. Die einen sagen, dass ich gar kein Alkoholiker sei, weil sie mich noch nie beim Saufen gesehen haben, und die meinen dann, ich könnte ruhig ein Gläschen trinken. Was für ein Fehlschluss! Ich kann eben nicht ein Gläschen trinken, daraus werden viele, ganz viele, lebensbedrohlich viele. Die anderen nehmen es ebenfalls auf die leichte Schulter und sagen allzu leichtfertig “Ich bin doch auch Alkoholiker”, während sie ihr Getränk trinken. Was es wirklich an täglichem Kampf bedeutet, in einer Gesellschaft trocken zu bleiben, die die Droge Alkohol in viele kleine und große Rituale des Alltags integriert hat, kann wohl nur jemand ermessen, der wie ich keine andere Chance auf ein Leben hat.

6. Seltsames erotisches Empfinden — Was ich an Frauen erotisch finde, weicht extrem vom allgemein Üblichen ab. Zum einen ist das verhungert aussehende Schönheitsideal der Jetztzeit bei mir ein sehr wirksames Mittel zur Verhinderung einer Erektion; ich bevorzuge doch eher etwas kräftiger und stämmiger gebaute Frauen, die mir dann aber den ganzen Tag in die Ohren heulen, dass sie zu fett seien. Wer schon einmal versucht hat, einer Frau bei dieser Sinfonie des Selbstmitleids zu widersprechen, der weiß, dass das nicht geht. Widerspricht man, kriegt man zu hören, dass man die Unwahrheit sagt, oft mit dem zusätzlichen Pfeffer, dass man wohl lüge, um billig zu trösten. Stimmt man zu, wird es vorbehaltlos geglaubt und ist ein guter Einsteiger für einen ernsthaften Krach. Noch weniger mag ich dieses “klinsch reine” im heutigen, durch Photoshop weichgespülten Schönheitsideal der Massengesellschaft, ganz im Gegenteil, ich finde, dass Frauen durch ein bisschen Unordnung und deftigen Schmutz sehr viel gewinnen, selbst, wenn das “bisschen” ein bisschen mehr ist. Aber erzähle das mal einer Frau! Dann weißst du, warum ich einsam bin… ;-)

Freitag, 27. Juni 2008

Rückwärts-Stöckchen

Gespeichert unter: Stöckchen — Elias @ 00:39

Der Bollymaus im Vorübergehen abgenommen und heimlich hier vergraben.

12 Dinge, die dich ärgern

Hupende Fußballfans; Brüllende Fußballfans; Randalierende Fußballfans; Saufende Fußballfans; Vandalismus durch Fußballfans; Rassismus von Fußballfans; Nazigesänge der Fußballfans; Voll ausgerüstete Knüppelbullen um die Public Viewing Area voller Fußballfans; Gesichtsbemalung der Fußballsfans; Wehende Mordtücher an den Autos, Balkonen und Fenstern der Fußballfans; Dummheit der Fußballsfans; Endlose Fußballübertragungen in allen Medien, die den Fußballfans immer Nachschub für ihre freiwillige Devolution geben

(Gut, ich vergesse den gestrigen Tag einmal)

11 Dinge, ohne die du nicht leben könntest

Echte Freunde; Taschenmesser; Schlafsack; Rucksack; Internet; Robuste Stiefel aus Armeebeständen; Fahrrad; Sonne; Hoffungslosigkeit; Verzweiflung; Sprache

10 Dinge, auf die du dich freust

Das Ende der Fußball-Europameisterschaft; Das Ende des Kapitalismus; Der bevorstehende Zusammenbruch der Finanzmärkte; Die vollkommene Entwertung des auf Schuldverschreibung bestehenden Geldes; Die kommende Revolution; Der Kaffee, den ich morgen trinken werde; Der nächste Rechner, der mir geschenkt wird; Das nächste von mir gefundene Schlammloch; Der Abriss des Ihme-Zentrums in Hannover-Linden; Der Zustand des Totseins

9 Dinge, die du täglich trägst

Rucksack; Stiefel; Notizbuch; Kamera; Kopf; Elend; Schwarze Armeehose; Schwarzes T-Shirt; Mein Kreuz

8 Serien/Filme, die du immer wieder sehen könntest

Testbild ARD; Testbild ZDF; Testbild NDR 3; Testbild RTL; Testbild SAT.1; Testbild 3sat; Testbild Tabliza 249; Sendeschluss

7 Objekte, die du täglich anfasst

Tastatur; Maus; Notizbuch; Kugelschreiber; Rucksack; Handtuch; Meinen Penis

6 Dinge, die du jeden Tag tust

Betteln; Schlafen; Atmen; Gehen; Radfahren; Mich über die Fröhlichkeit meines belanglosen Daseins angesichts des tierhaften und bewusstlosen Ernstes und herzzereißenden Leidens meiner Mitmenschen freuen

5 Lebensmittel, ohne die du nicht leben könntest

Brot; Nudeln; Kaffee; Kartoffeln; Schweine

4 Menschen, mit denen du gern mehr Zeit verbringen würdest

Claudia, Kinga, Stefan, Christian Klar

3 Deiner momentanen Lieblingslieder

Covenant: Phoen IX; All My Faith Lost: Ocean Sea; Wolfsheim: Elias

2 Menschen, die dich sehr beeinflusst haben

Thomas, Andreas

1 Mensch, mit dem du den Rest deines Lebens verbringen möchtest

Ich selbst, unverbogen und so wie ich bin

Montag, 23. Juni 2008

Zehn schöne Dinge

Gespeichert unter: Stöckchen — Elias @ 17:59

Schnell im Vorübergehen bei den Nordworten weggeschnappt… und jetzt steht hier meine Liste von zehn schönen Dingen:

  1. Nichts ist schöner als warmes Wetter, bei dem man nicht friert. Ich friere schnell, und ich spreche bereits von Kälte, wenn ich mich in schichtweis Kleidung packen muss. Ein warmer Wind, der die Haut streichelt, lässt das ganze Elend des Daseins für einen Moment in die Ferne rücken.
  2. Wenn unter Blitz und Donner die Wolken bersten und das Wasser wie im Sturz zu Boden fällt und den ganzen Dreck aus der sonst so stinkenden Luft mit sich reißt, denn gibt es nichts schöneres als das Geräusch, das man hört, wenn der Regen auf irgendein Dach prasselt, unter dem man steht.
  3. Kaffee ist ein wunderbares Getränk, die Droge der Müden und Ermatteten. Vor allem, wenn man diese Droge nicht wie so viele Mitmenschen in sich hineinkippen muss, um mit den maschinellen, betrieblichen Anforderungen Schritt zu halten. Ich wollte, ich könnte häufiger Kaffee trinken!
  4. Wenn man in unbehauster Nacht bei schönem Wetter von den Vögeln geweckt wird, wenn man im Grase liegt und über einem ruht die scheinbare Kuppel des Himmels, denn sieht man einen gigantischen Regenbogen. Der Farbverlauf, der morgens am Himmel sichtbar wird und als große lichte Schale über dem Liegenden liegt, ist einfach wunderbar. Die anderen Menschen nennen dieses Schauspiel “Morgengrauen“.
  5. Ach, was habe ich schon alles von den unverbogenen Kindern der Armen und Entwurzelten gelernt! Wie schön ein Mensch ist, der sein Rückgrat noch trägt!
  6. Nur wenige Dinge sind so schön wie die langweilige Ruhe. Viel zu selten kam ich in den letzten Jahren dazu, die brumme Stadt im Immerdröhn zu verlassen, viel zu selten. In Ruhe höre ich erst, wie kaputt ich bin, wie das allgegenwärtige Brummen schon zum inneren, permanenten Ton in meinen Ohren geworden ist, der erst nach Tagen und Tagen auswandern will. Und wenn der innere Ton gegangen ist, hört sich die Welt wieder an, wie sie wirklich kingt: das Rascheln der Gräser und Blätter, der Summsang des kleinen, unbeachteten Lebens, die unorganisierte Symphonie des Seins. Schon eine Viertelstunde in der Stadt zerschmettert diesen Einblick in die Wirklichkeit wieder.
  7. Eine Currywurst mit Pommes! Lecker!
  8. Menschen, die Zeit haben, sind etwas wundervolles. Meistens sind dies übrigens Menschen, die auch nicht fernsehen. Die meisten Menschen haben keine Zeit, haben niemals Zeit, flitzen, hasten wie auf der Hetz nach einem Leben, das doch in ihnen sein sollte. Wenn man diese Menschen trifft, müssen sie unentwegt auf die Uhr und auf ihr Telefon schauen, sie sind niemals bei irgendeiner Sache, immerschon bei der nächsten, und deshalb sind sie auch für keine Sache zu gebrauchen. Jemand mit Zeit ist da ganz anders. Er braucht seine Uhr, wenn er überhaupt eine trägt, gar nicht. Er weiß, dass jedes Ding eine gewisse Zeit benötigt, und er lebt so ruhig, wie das möglich ist. Er stopft den Tag nicht voll mit Terminen und sozialen Verpflichtungen, bis das Gerippe der 24 Stunden auseinanderplatzt. Mit einem solchen Menschen kann man alles machen, sogar eine Revolution. Und ein solcher Mensch sagt mir auch niemals, dass ich ein Problem habe oder gar, dass ich krank bin und am bestens zwangsweise medizinisch behandelt werden muss, bevor er zum nächsten verplanten Lebensabschnitt rennt.
  9. Schlamm.
  10. Für den Kraftlosen sind automatische Waffen ein schönes Ding, da sie seiner Kraftlosigkeit abhelfen. Einen Finger krumm machen kann noch der Schlappste und Marginalisierteste, und diese kleine Geste, einfach wie das Zugreifen, gelangt durch die Verstärkung dieses unentbehrlichen Werkzeuges in die Möglichkeit einer großen Wirkung, so dass man sich auch gegen den Terror der Überlegenen und bandenmäßig Organisierten wirksam zur Wehr setzen kann. Jeder Denkende und im persönlichen Schiffbruch Gestrandete, der genau weiß, dass es für ihn keine Aussicht mehr auf Leben innerhalb des gesellschaftlichen Prozesses gibt, sollte sich eine automatische Waffe und ausreichend Munition zulegen und den Umgang mit diesem Werkzeug gut üben. Es gibt dem weggeworfenen Leben wieder Würde.

Musik zum Erinnern

Gespeichert unter: Stöckchen — Elias @ 17:58

Rasch die Schlaufen des Netzes bei Netzgeschädigt aufgebissen, damit der Name auch stimmt, ein Stöckchen geschnappt und hier vergraben.

Bei diesem Stöckchen soll das folgende gelistet werden: 5 Musikstücke die einen an etwas Besonderes erinnern zu nennen, wobei die dazugehörige Erinnerungen nicht unbedingt genannt werden muss. Ich werde es natürlich nicht schaffen, nichts dazu zu schreiben, das ist doch klar… ;-)

Shakira: Suerte (nur die spanische Version)
Das überrascht bestimmt ein bisschen. Aber es war dieses Stück in seiner spanischen Version (ich kann kein Spanisch), das mich dazu animierte, einmal das Musikvideo eines erfolgreichen Popstückes Einzelbild für Einzelbild auseinander zu nehmen und daran zu analysieren, von welchen Mängeln die Menschen der Jetztzeit erwürgt werden. Diese drei Wochen Arbeit, bei denen ich selbst fast wahnsinnig wurde, werde ich nie vergessen — und die meisten Ergebnisse schlummern immer noch kaum lesbar in meinen Notizbüchern und sind noch gar nicht in mein Schreiben eingeflossen. Übrigens hat Shakira nach diesem Stück musikalisch stark nachgelassen, und sie kann Englisch nicht halb so ausdrucksstark singen wie Spanisch…

David Bowie: Width Of A Circle
Endlose Stunden in einer Wohngemeinschaft entgleisender Menschen, starker Tee, der das Herz zur Raserei brachte, Nachte voller Worte und Trübsal, Verzweiflung. Die erste Einweisung hinter die Mauern, an denen die Grundrechte enden — er kam nicht mehr klar und schaffte es nicht einmal, sich zu erhängen. Die zweite Einweisung hinter die Mauern, an denen die Grundrechte enden — vorher klebte er sich noch das ganze Zimmer mit den Worten “Klar Denken!” zu, was auch nichts mehr nützte. Der dritte der WG schoss sich mit Heroin in den Tod, was vielleicht besser als das vorgezeichnete Leben war. So waren wir nur noch zu zweit, allein zu zweit in Verzweiflung. Und wussten. Wie das Leben schmeckt, wenn man arm ist. Ohne die Musik würde ich heute nicht mehr leben.

Bottom 12: Running Of The Bullshitters
Ein Ausflug in den Hardcore, ich weiß. Aber dieses Stück in seiner Grobheit hat so trefflich zusammengefasst, was wir 2000 empfanden, ohne es besser verbalisieren zu können. Und es passt immer noch. Deshalb kennt es wohl auch keiner. Und glaubt es mir: Die Jungs von Bottom 12 sind göttlich, wenn man sie am Rande eines kaum besuchten Konzertes persönlich kennenlernt — und sie können saufen wie die Löcher. Vor allem der kleine, schwarze Schlagzeuger macht eine Whiskeyflasche schneller leer als ich ein Glas Wasser, und der ist dann noch lange nicht am Ende.

Iron Maiden: Revelations
Eher eine persönliche und einsame und sehr traurige Sache, aber dieses Stück von Iron Maiden bleibt wohl für alle Zeiten eines der besten Heavy-Metal-Stücke der Welt. Auch vom Text her.

Pink Floyd: Echoes
Was saßen wir zusammen. Bei einer Musik, die ein unverstandenes Dasein kurz aus seiner Isolation herausholte und bei flaschweis Sprit. Was waren das Zeiten, als wir unsere Gedichte vorm Atombunker der Stadt Hannover schrieben und verlasen, unbeachtet von der Geschäftigkeit der Vorbeischreitenden. Wir sahen damals noch aus, wie jeder andere Mensch auch, wir hatten sogar den Glauben, dass wir eines Lebens teilhaftig werden könnten, wenn auch eines arg beschädigten. Er verlor den Glauben schneller als ich, aber er schrieb bis zuletzt, was seine Eltern dann verbrannten, um die Spuren zu tilgen. “Echoes” lief, als er sich erschoss. Es lief auch oft, wenn bei beisammen saßen. Und teilten. Und uns mitteilten. Er lebte noch bei seinen Eltern, und die verboten ihm den Kontakt zu mir. Auch. So manchen anderen Kontakt. Aber sie gaben ihm alles, was man mit kaltem Geld kaufen kann. Und forderten Dankbarkeit für das goldene Gefängnis seiner Zukunft. “Echoes” lief irgendwann durch. Den ganzen Tag. Auf den Pritschen des wohlbehüteten Elternhauses. Er war 14, als er anfing, Gedichte zu schreiben. Er war 15, als wir uns über das Schreiben kennenlernten. Er war 16, als seine Eltern ihm den Umgang mit mir verboten und wir uns nur noch heimlich treffen konnten. Er war 17, als er sich erschoss.

Samstag, 7. Juni 2008

Blogstöckchen zum Bloggen

Gespeichert unter: Stöckchen — Elias @ 04:15

Und heute einmal mehr etwas zum Thema der Selbstbezüglichkeit der Bloggosphäre. Ein Stöckchen zum Thema Bloggen, das ja jedem Bloggenden vertraut sein dürfte. Aufgeschnappt beim MedienPeter

1. Was war damals der entscheidende Grund, mit dem Blogging anzufangen?

Als ich noch gar nicht das Wort “Blog” gehört hatte, bekam ich die Idee, meine bis dahin über das halbe Internet verstreuten Absonderungen zentral auf einer Site zur Verfügung zu stellen — vor allem, weil mir ein Freund den Webspace dafür zur Verfügung stellte. Es war sofort für mich klar, dass ich relativ regelmäßig neue Inhalte darin haben würde und von daher brauchte ich ein kleines CMS. Das gab es aber in der von mir gewünschten Form gar nicht, und deshalb hackte ich mir selbst eines. Niemals hätte ich das als ein “Blog” empfunden. Aber andere taten es. Und irgendwann gelangte ich dann daran, dass ich mich mit dem Thema Blog beschäftigen wollte, schaute mir verschiedene Lösungen an und entschied mich damals für das heute unsäglich gewordene WordPress. Meine ersten Erfahrungen sammelte ich, indem ich ein selten aktualisiertes Blog über ein recht abseitiges Thema aufsetzte.

Da meine Homepage von vielen schlicht als Blog wahrgenommen wurde, aber nicht die von einem Blog gewohnten Funktionalitäten bot, hatte ich irgendwann auch ein reguläres Blog, das ebenfalls mit Hilfe von WordPress realisiert wurde. Diese beiden sollten nicht meine letzten bleiben, da ich eine starke Tendenz entwickelt habe, meine Schreibe thematisch über verschiedene Blogs zu verteilen, um den geringen internen Möglichkeiten zur Strukturierung der Bloginhalte entgegenzutreten.

Nur die Homepage, mit der damals alles angefangen hat, ist aus Protest gegen die Erhebung von Rundfunkgebühren auf Computerbesitz in der BRD vom Netz gegangen.

2. Hast du ein Lieblings-Weblog?

Das sind eigentlich viele, und zwar aus völlig verschiedenen Gründen. Im Moment lese ich aber Photoshop Disasters mit dem größten Genuss.

3. Welches Weblog hältst du für maßlos überschätzt?

Spreeblick.

4. Welches Weblog hältst du für total unterschätzt oder für zu unbekannt?

Spigelkritik. Und natürlich einige meiner eigenen Machwerke…

5. Wenn du jetzt noch mal neu starten würdest, was würdest du ändern?

Ich würde irgendetwas verbauen, was neue Leser nachhaltig abschreckt. Meine zuweilen kryptische Schreibe scheint das nicht immer zu tun. ;-)

6. Würdest du überhaupt noch mal anfangen?

Wohl eher nicht. Aber da ich weiter mache, würde ich wohl doch wieder anfangen. Wie soll ich eigentlich wissen, was wäre, wenn es anders wäre.

7. Was ist der Lieblings-Beitrag im deinem Blog?

Im Land der Dummen. Aber meine Leser sehen das ganz anders.

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